Auto1 Group-Aktie kommt nicht in die Gänge

Auto1 Group-Aktie kommt nicht in die Gänge
piter2121 / Adobe Stock
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Die Euphorie nach dem Börsengang des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 Anfang letzten Jahres ist längst verflogen. Inzwischen hat sich die Aktie von Ihren Höchstkursen von 53 Euro wieder deutlich entfernt. Zuletzt notierten die Papiere nur noch bei knapp über 8 Euro. Damit ist die Aktie inzwischen deutlich unter den Ausgabepreis von 38 Euro gerutscht.

Daran konnte auch die jüngste Meldung nichts ändern: Der Online-Gebrauchtwagenhändler Autohero hat sich zusätzliche Aufbereitungskapazität in erheblichem Umfang gesichert. Damit sollen künftig erheblich mehr Fahrzeuge für den Weiterverkauf an Privatleute aufpoliert werden als bisher. Dem Aktienkurs hat der strategische Vorstoß bislang wenig geholfen. Am Dienstag sackten die Auto1-Papiere im Handelsverlauf um 6% in den Keller.

Autokauf vom Sofa aus

Auto1 ist ein Technologieunternehmen, das sich auf den Onlinekauf und -verkauf von Gebrauchtwagen spezialisiert. Mit der vertikal integrierten Plattform wirkaufendeinauto.de bietet Auto1 einen schnellen und einfachen Weg, Autos zu verkaufen. Das im Jahr 2012 gegründete Unternehmen betreibt mit der Händlermarke Auto1 Europas größte Handelsplattform für den professionellen Autohandel. Mit der Handelsmarke Autohero können Verbraucher bequem Gebrauchtwagen online verkaufen.

Auto1 poliert Gebrauchtwagen in Italien auf

Jetzt hat der Gebrauchtwagenspezialist zwei Aufbereitungszentren in Italien angemietet. Rund 60 Kilometer südlich von Mailand können auf einer Fläche von 126.000 m2 bis zu 23.800 Fahrzeuge jährlich aufbereitet werden., so der Konzern in der Pressemitteilung. Dabei soll es vorrangig um Gebrauchtwagen für die Marke „Autohero“ gehen.

Komplette Wertschöpfungskette bietet viele Vorteile

Über Autohero verkauft der Konzern online Gebrauchtwagen in ganz Europa. Der Clou: Käufer können sich den Wagen kostenfrei bis vor die Haustür liefern lassen. Die Gebrauchtwagen werden zudem mit einer 21-Tage-Geld-zurück-Garantie und einem Jahr Gebrauchtwagengarantie verkauft. Um dies zu gewährleisten, muss Autohero einen einheitlichen Qualitätsstandard erreichen. Laut Firmenangaben geht das am einfachsten mit eigenen Aufbereitungsstätten. Außerdem kann damit die Durchlaufzeit verringert und die Fahrzeuge schneller verkauft werden.

Komplette Wertschöpfungskette bietet viele Vorteile

Die Aufbereitungszentren sollen zwischen Oktober und November ihren Betrieb aufnehmen. Dafür will die Auto-1-Group im Laufe der Zeit mehr als 250 Mitarbeiter einstellen. Durch die Erweiterung der Kapazitäten ist der Konzern dann in der Lage bis zu 114.000 jährlich aufzubereiten. Insgesamt betreibt der Gebrauchtwagenspezialist dann sechs separate Aufbereitungszentren. Mittelfristig will Auto1 Kapazitäten für die Aufbereitung von bis zu 500 000 Wagen jährlich aufbauen.

Positive Auswirkungen auf die Gewinnmarge

Der Betrieb der eigenen Aufbereitungszentren soll zudem die Profitabilität steigern. Eine wichtige Kennzahl, das Rohergebnis pro Fahrzeug, soll weiter gesteigert werden. Zum Hintergrund:  Im zweiten Quartal erzielte der Konzern in der Retailsparte ein Rohergebnis je Fahrzeug von 980 Euro zu. Im Vorquartal waren es 718 Euro, wobei der Konzern bis 2023 bei jedem Wagen 1 000 Euro Rohergebnis erzielen möchte.

Gebrauchtwagenmarkt verliert an Schwung

Unterdessen konnte der Konzern im abgelaufenen Quartal weiter wachsen. Insgesamt wurden 166.100 Fahrzeuge abgesetzt (+16,4% ggü. Q2 2021). Das Retail Segment Autohero lieferte mit mehr als 15.750 Fahrzeuge ein kräftiges Plus von 87,2%. Der Absatz im Merchant Segment belief sich auf 150.350 Fahrzeuge (+12%). Im Vergleich zum Vorquartal zeigt sich aber hier eine spürbare Abschwächung. Die Gebrauchtwagen-Plattform, zu der zu der auch die B2C-Website „wirkaufendeinauto.de“ zählt, hatte im ersten Quartal noch 169.610 Fahrzeuge verkauft.

Die kompletten Ergebnisse werden morgen am 03. August veröffentlicht. Dann wird sich zeigen, ob die Details die Erwartungen der Anleger erfüllt haben.