BMW meldet erneuten Absatzrückgang

BMW meldet erneuten Absatzrückgang
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Anhaltende Chipkrise, gestörte Lieferketten, hohe Inflation – die makroökonomischen Probleme, die etlichen Unternehmen und Branchen weltweit zusetzen, machen auch vor BMW nicht Halt. So mussten die Münchener jüngst rückläufige Absatzzahlen vermelden.

BMW verkauft ein Fünftel weniger Autos

Mit Blick auf die Kernmarke BMW sowie Mini gingen die Verkäufe im Zeitraum von April bis Ende Juni demnach um fast 20 Prozent zurück auf nur noch gut 563.500 Fahrzeuge. Premiumautos der Hauptmarke BMW brachen ebenfalls um knapp ein Fünftel ein auf etwa 496.700 Stück.

Besonders schmerzhaft war der Rückgang in China: Das Reich der Mitte gilt seit Jahren als wichtigster Absatzmarkt der deutschen Autobauer. Hier brachen die Verkäufe der Münchener im zurückliegenden Quartal um satte 28,3 Prozent ein.

China-Geschäft bricht ein – US-Markt schwächelt

Auch der US-Markt entwickelte sich schwächer. Hier verkaufte BMW mit 78.905 Fahrzeugen gut 18 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Während SUV-Modelle weiterhin auf starkes Interesse bei den US-Kunden stießen, gingen die Verkäufe von Limousinen und Minis deutlich zurück.

Für die ersten sechs Monate des Jahres weist BMW nunmehr einen weltweiten Absatzrückgang der Kernmarke von 13,7 Prozent aus. Besser als zuvor verkauften sich vollelektrische Fahrzeuge: Hier stieg der Absatz um gut 85 Prozent auf rund 40.600 Stück. Zählt man die Plug-in-Hybride hinzu, ergibt sich ein Plus von 14,3 Prozent auf knapp 94.900 Fahrzeuge.

Erstes Halbjahr fällt mau aus

Insgesamt lieferte BMW im ersten Halbjahr etwa 1,16 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus. Zur Begründung verwies das Unternehmen unter anderem auf die umfassenden Lockdown-Maßnahmen in China sowie den anhaltenden Halbleitermangel, der die gesamte Branche seit Monaten unter Druck setzt.

Am Parkett reagierten Anleger mit gemischten Gefühlen, verhalfen der BMW Aktie aber letztlich zu einem Wochenplus von 2,7 Prozent in der zurückliegenden Handelswoche. Damit war das Papier zum Wochenende hin gut 75 Euro wert.

BMW startet milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm

Analysten schwanken bei ihren Bewertungen der BMW Aktie derzeit zwischen Halten und Kaufen. Insgesamt bescheinigen die Experten dem Papier aber weiteres Aufholpotenzial, das nicht selten mit Kurszielen von 100 Euro und mehr beziffert wird. Zuletzt bekräftigte etwas das US-Analysehaus Bernstein Research seine Kaufempfehlung mit Kursziel 100 Euro, während die Schweizer Großbank UBS die faire Bewertung bei 81 Euro sieht und zum Halten der BMW Aktie rät. Neue Impulse könnten die Quartalszahlen bringen, die für den 3. August erwartet werden. Analysten gehen im Schnitt von einem Gewinn je Aktie in Höhe von knapp 3,70 Euro aus.

Unterdessen starten die Münchener ab Mitte Juli ihr milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Bis zu 2 Milliarden Euro sollen dafür lockergemacht werden. Inwieweit die Kurspflege gelingt, bleibt abzuwarten. Rezessionsängste und inflationsbedingter Kaufkraftverlust schrecken viele Kunden derzeit von größeren Neuanschaffungen ab. Die BMW Aktie hat seit Beginn des Jahres knapp 17 Prozent an Wert verloren und befindet sich damit in guter Gesellschaft: Lediglich 5 Dax-Titel weisen derzeit für 2022 Kurssteigerungen aus. Keiner davon kommt aus der Automobilbranche.