Achtung Krise: So sehen wir Continental

Achtung Krise: So sehen wir Continental
Владимир Разгуляев / stock.adobe.com
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Continental ist eine deutsche Legende. Der Autozulieferer steckte schon in vielen Krise. Unvergessen die Finanzkrise, als der Kurs stürzte und Schaeffler sich den Rivalen einverleiben wollte. Inzwischen ist Continental aber wieder obenauf. Doch erneut ziehen rund um die Konjunktur dunkle Wolken am Horizont auf. Grund genug, den sensiblen Wert genauer unter die Lupe zu nehmen. Bevor wir das operative Geschäft für Sie beleuchten, gehen wir auf Continental an sich ein.

Continental ist weltweit unter den ersten 5 und belegt in Europa Platz 2 der Automobilzulieferer. Mit der Akquisition der Siemens VDO Automotive AG im Jahr 2007 entwickelt sich das Unternehmen zum integrierten Systemanbieter in der Automobil-Zulieferindustrie für Bremssysteme, Systeme und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technische Elastomerprodukte.

So steht es um Continental

Continental hat sich im 1. Quartal trotz eines turbulenten Marktumfelds mit einem starken Reifengeschäft gut behauptet. Faktoren, wie den Krieg gegen die Ukraine, fehlende Elektronikbauteile und Kostensteigerungen bei der Beschaffung stellten enorme Herausforderungen dar. Dennoch konnte der Umsatz um 8,2% auf 9,3 Mrd € gesteigert werden. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank um 39,8% auf 439 Mio €. Die schwache Automobilproduktion bei gleichzeitig steigenden Beschaffungs- und Logistikkosten wirkte sich insbesondere bei Automotive aus.

Die organische Umsatzentwicklung lag bei -1,2%. Dabei hat die Sparte besser abgeschnitten als der Markt. Denn die globale Automobilproduktion ist um 4,5% gesunken. Ein gutes Ergebnis erzielte die Sparte Tires. Dabei hat insbesondere der Absatz im Ersatzgeschäft von Pkw- und Nutzfahrzeugreifen zugelegt. Bei einem Umsatzanstieg um 20,1% auf 3,3 Mrd € wurde eine bereinigte EBIT-Marge von 17,1% erreicht.

Die Kostensteigerungen für Beschaffung und Logistik trafen auch ContiTech, dessen Ergebnis dadurch beeinträchtigt wurde. Positiv entwickelten sich das Transportband- und das Industrieschlauchgeschäft. Darüber hinaus erhöhte sich der Umsatz im Ersatzmarktgeschäft mit Antriebsriemen und Luftfedern.

So sehen wir die Aktie

Die Marktentwicklung wird in den kommenden Monaten von einer hohen Volatilität geprägt sein. Deshalb hat Conti den Ausblick für 2022 angepasst. Der Umsatz wird bei 38,3 bis 40,1 Mrd € und die bereinigte EBIT-Marge zwischen 4,7 und 5,7% erwartet. Die Dividende scheint aktuell nicht gefährdet. 3,3% Dividendenrendite sind ein gutes Argument für die Aktie. Kaufdruck besteht für Anleger aber nicht. Warten Sie bei Continental gerne noch ab.