Langeweile als Qualitätsmerkmal

Langeweile als Qualitätsmerkmal
peter brauers / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Wenn die Nieren streiken, sind das für Menschen bedrückende Nachrichten. Glücklicherweise gibt es Abhilfe in Form von Dialyse. Wir haben mit Fresenius einen Dialyse-Wert analysiert, der eigentlich immer Konjunktur haben sollte. Gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten kann das für Investoren ein Argument sein. Wie es um Fresenius steht, lesen Sie in unserer Analyse. Vorab aber ein paar Details.

Der Gesundheitskonzern Fresenius bietet Produkte, Therapien und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung an. Zu Fresenius gehören vier Bereiche, die eigenverantwortlich wirtschaften und handeln: FMC Fresenius Medical Care, Kabi (Ernährungs-/Infusionstherapie), Helios (Krankenhaus-Betreiber) und Vamed (Krankenhaus-Dienstleistungen).

So interpretieren wir die Zahlen von Fresenius

Fresenius hat zwar im 1. Quartal 8,2% mehr umgesetzt, aber 5,1% weniger verdient. Verantwortlich waren besonders hohe pandemiebedingte Belastungen bei der Tochter FMC. Der operative Cashflow brach sogar von 652 auf 101 Mio € ein. Entsprechend ist auch der Verschuldungsgrad seit Jahresbeginn gestiegen. Alle Sparten haben zum Wachstum beigetragen. Wachstumstreiber Nummer 1 war die Krankenhaus-Kette Helios, die ihren Umsatz um 11% steigerte.

Aber auch die Tochter FMC überzeugte mit einem Wachstum von 8%. Abgesehen von FMC konnten Kabi, Helios und Vamed auch ihre Profitabilität verbessern. Die Jahresprognose wurde bestätigt: währungsbereinigt ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein Anstieg des Gewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Prognose berücksichtigt nicht die jüngsten Akquisitionen der Unternehmen Ivenix und Abxience, mit denen das Wachstum bei Kabi in den Bereichen Biopharmazeutika und Medizintechnik beschleunigt werden soll.

Was die Aktie von Fresenius für uns bedeutet

Das laufende Restrukturierungsprogramm, das unter anderem mit dem Abbau von 5.000 Arbeitsplätzen bei FMC verbunden ist, entwickelt sich laut Management planmäßig. Bis Ende 2023 sollen die Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität zu jährlichen Einsparungen von 150 Mio € führen. Auch in den Folgejahren erwartet der Konzern Kosteneinsparungen. Die Aktie entwickelt sich auf Jahressicht deutlich schlechter als der DAX.

Angesichts der im historischen Vergleich niedrigen Bewertung besitzt die Aktie einen interessanten Risikopuffer und eine Dividendenrendite von immerhin 3,0%. Sicherheitsorientierte Investoren können bei Fresenius zugreifen, wenngleich der Wert aktuell nicht die große Fantasie versprüht. Stabilität kann die Aktie allerdings in Ihr Depot bringen. Fresenius ist eine gute Aktie, aber ein wenig langweilig.