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Alphabet Aktie: Vor dem Split noch schnell ins Depot?

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Mit den Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr hatte Alphabet im Februar eine echte Überraschung für seine Anleger parat: Der Mutterkonzern von Google kündigte an, für den 15. Juli einen Aktiensplit anzustreben.

Aktiensplit macht Investment für Kleinanleger attraktiver

Dabei sollen die bestehenden Aktien im Verhältnis 1:20 aufgespalten werden. Anleger, die bereits Alphabet Aktien halten, bekommen automatisch 19 weitere Papiere ins Depot gebucht. Der Gesamtwert bleibt unverändert, doch optisch werden die Aktien dadurch deutlich billiger – und dadurch für Kleinanleger potenziell attraktiver.

Wer beispielsweise 5.000 Euro anlegen möchte, erhält dafür bislang gerade einmal 2 Alphabet Aktien. Ab dem Sommer sind es 40 – oder aber, man investiert etwas weniger in Alphabet und sorgt stattdessen für etwas mehr Diversifizierung im Portfolio, was Experten grundsätzlich stets empfehlen.

Lohnt der Einstieg vorab?

Doch welche Strategie sollten Anleger nun mit Blick auf den Aktiensplit verfolgen? Abwarten, bis die günstigen Anteilsscheine zu haben sind – oder vorher noch schnell einsteigen und darauf spekulieren, dass der Kurs kurzfristig in die Höhe schnellen wird, weil eben viele Kleinanleger nach dem Split neu aufspringen?

Pauschal beantworten lässt sich die Frage nicht. Es kommt, wie so häufig, ganz auf die individuelle Mentalität des einzelnen Anlegers an. Gewiefte Aktienprofis, die seit längerem im Geschäft sind und ein gutes Gespür für das richtige Timing entwickelt haben, können hier durchaus kurzfristig Gewinne erzielen.

Langer Atem zahlt sich aus – auch nach Aktiensplits

Wer jedoch nicht den Tag damit verbringt, Kurse in Echtzeit zu verfolgen, sollte vielleicht eher eine langfristige Strategie wählen: In der Vergangenheit haben die Kurse nach hoher Volatilität rund um den Aktiensplit-Termin oftmals erst einmal nachgegeben, ehe die Papiere dann nach einigen Monaten oder etwa einem Jahr wieder satt im Plus lagen.

Die Splits von Apple und Tesla aus dem Jahr 2020 sind dabei herausstechende, vielbeachtete Beispiele. Einige wenige Anleger konnten von geschickt getimten Käufen und Verkäufen profitieren und kurzfristige Gewinne einstreichen. Die meisten, die etwas langsamer unterwegs waren, machten dagegen unterm Strich ein schlechteres Geschäft als jene, die die Aktien nach dem Kauf einfach länger unberührt liegen ließen.

Amazon splittet noch vor Alphabet

Im letzteren Fall ist es dann im Grunde weniger relevant, ob Sie als Anleger noch vor dem Splittermin zuschlagen oder auf die günstigere Notierung warten. Die langfristige Entwicklung bleibt dieselbe. Ein strategischer Kauf vorab in der Hoffnung auf schnelle Profite durch die erwarteten Splitting-Effekte ist dagegen immer auch mit Risiken verbunden.

Wer den Nervenkitzel liebt und etwaige Verluste nicht scheut, hat bereits vor dem Alphabet-Aktiensplit Mitte Juli die Gelegenheit, sich auszuprobieren: Bereits am 6. Juni legt mit Amazon ein ähnliches Schwergewicht aus dem Silicon Valley vor, auch hier ist ein Aktiensplit im Verhältnis 1:20 geplant.

Beide Aktien – die von Alphabet und die von Amazon – notierten zuletzt zwischen 2.200 und 2.400 Dollar und werden gemessen an dieser Basis demnächst für rund 120 Dollar zu haben sein. Seit Jahresbeginn hat die Alphabet Aktie rund 12 Prozent verloren. Analysten raten dennoch gerade jetzt zum Kauf des Papiers: Die Kursziele bewegten zuletzt sich nach der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen zwischen 3.000 Dollar (Goldman Sachs) und 3.600 Dollar (UBS).