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Alphabet mit Neuerungen auf verschiedenen Ebenen

Alphabet mit Neuerungen auf verschiedenen Ebenen
Игорь Головнёв / stock.adobe.com
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Google-Mutter Alphabet streitet sich mit der EU. Wieder einmal geht es um Datenschutzfragen, wieder einmal planen europäische Behörden eine stärkere Regulierung der US-Internetkonzerne, wieder einmal wird um Verbraucherrechte gerungen.

Sieg für Europas Datenschützer

Die Auseinandersetzung erfolgt auf verschiedenen Ebenen, es gibt diverse Verfahren, auch in Deutschland. Dabei geht es etwa um die Weitergabe personenbezogener Daten an Strafverfolgungsbehörden, aber auch um Dinge wie Cookie-Richtlinien.

Die Cookies, die Online-Aktivitäten von Nutzern auf dem genutzten Gerät verfolgen und abspeichern, können das Surfen vereinfachen. Allzu oft artet das Datensammeln aber aus. Zwar müssen EU-Bürger längst beim Besuch praktisch jeder Internetseite der Verwendung von Cookies aktiv ihr Okay geben. Doch die wenigsten machen sich die Mühe, hier tatsächlich individuelle Einstellungen vorzunehmen.

Google will „alles ablehnen“-Button in Europa einführen

Neben einer Anpassung der Cookie-Auswahl steht meist die Option „alle akzeptieren“ zur Wahl. Manche Seiten bieten zusätzlich die Möglichkeit, „nur essenzielle Cookies“ anzunehmen, die für die reibungslose Nutzung erforderlich sind. Doch ein „alles ablehnen“-Button ist bislang weitaus seltener zu finden.

In den 27 EU-Staaten, Großbritannien und der Schweiz soll ein solcher „alles ablehnen“-Button bei Google bald verfügbar gemacht werden, beginnend in Frankreich, wo Google und Facebook bereits ein Bußgeld zahlen mussten. Aber auch deutsche Nutzer sollen schon bald die Möglichkeit erhalten, Googles Cookies generell abzulehnen.

Neue Zahlungsoptionen für App-Anbieter im Play Store

Eine weitere grundlegende Neuerung betrifft weniger die Nutzer selbst, sondern vor allem Googles Geschäftspartner, genauer gesagt jene Firmen, die ihre Apps über den unternehmenseigenen App Store vermarkten.

Mit dem Streaming-Anbieter Spotify beschreitet Google in seinem Play Store auf Smartphones mit Android-Betriebssystem nun neue Wege. Normalerweise nutzen Smartphone-Besitzer Googles eigenes Abrechnungssystem, App-Anbieter müssen dabei eine Gebühr in Höhe von 15 Prozent des Umsatzes an Google abführen.

Ausmaß der Auswirkungen noch schwer abschätzbar

Mit der Neuerung können sich Nutzer aber nun auch dafür entscheiden, anstelle von Googles Bezahlsystem das Premium-Angebot von Spotify direkt bei Spotify selbst zu bezahlen. In diesem Fall werden die Gebühren, die der App-Anbieter für die Nutzung des Play Stores zur Vermarktung abführen muss, reduziert.

Was App-Anbietern entgegenkommt, dürfte Google-Anlegern weniger schmecken. Immerhin beschneidet das Unternehmen hier höchstselbst seine potenziellen Umsätze. Allerdings dürften sich die Effekte vorerst in Grenzen halten. In Südkorea, wo eine ähnliche Änderung aufgrund einer Gesetzesreform eingeführt wurde gingen die Gebühren für die App-Anbieter nur geringfügig um 4 Prozent zurück, die Auswirkungen auf den Gesamtumsatz von Google-Mutter Alphabet waren unterm Strich kaum spürbar. Bei einer Ausweitung auf mehr Länder und mehr Apps allerdings könnte der Effekt deutlicher ausfallen.

Analysten sehen weiterhin starkes Kurspotenzial

Dennoch besteht kein Zweifel daran, dass Google und Alphabet weiterhin hohe Milliardengewinne einfahren werden. Dass die Aktie von Analysten durchweg als Kauf eingestuft wird, spricht für sich. Seit Jahresbeginn geriet der Kurs unter Druck, ebenso wie der Gesamtmarkt im ersten Quartal zu kämpfen hatte, und hier insbesondere Technologiewerte Verluste hinnehmen mussten. Zuletzt setzte Anfang April eine erneute Kurskorrektur der Alphabet Aktie ein.

Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 7 Prozent an Wert eingebüßt und kostete zuletzt rund 2.600 Dollar. Analysten waren sich nach der jüngsten Quartalsbilanz jedoch einig, dass für die Alphabet Aktie noch reichlich Luft nach oben besteht: Die Kursziele bewegen sich überwiegend um 3.500 Dollar.

Erste Schätzungen für nächste Quartalsbilanz

Frische Zahlen und damit auch aktualisierte Einschätzungen der Analysten sind am 26. April zu erwarten, wenn Alphabet den Geschäftsbericht für das zurückliegende Auftaktquartal vorlegen wird. Analysten erwarten hier im Schnitt einen leichten Rückgang des Gewinns je Aktie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Waren Anfang 2021 noch 26,29 Dollar je Aktie erwirtschaftet worden, rechnen Experten nun im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 25,88 Dollar.

Den Umsatz für das Auftaktquartal schätzen Analysten im Schnitt auf knapp 68,2 Milliarden Dollar. Das entspräche gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einer Steigerung um gut 23 Prozent. Damals hatte Alphabet einen Quartalsumsatz von gut 55,3 Milliarden Dollar verbucht.

Gute Nachrichten für Kleinanleger: Aktiensplit kommt im Sommer

Für das Gesamtjahr rechnen Experten im Schnitt mit einer Steigerung des Gewinns je Aktie von 112,20 auf 116,97 Dollar. Der Umsatz dürfte ersten Schätzungen zufolge im Gesamtjahr von zuvor knapp 258 auf nun etwas über 303 Milliarden Dollar steigen.

Gute Nachrichten gab es zuletzt für interessierte Kleinanleger, die für den Besitz einer Einzelaktie nicht einen Großteil ihres Investments einsetzen wollen: Ebenso wie Internetgigant Amazon plant auch Alphabet im Sommer einen Aktiensplit im Verhältnis 1:20, sodass die Aktie bei unveränderter Marktkapitalisierung demnächst erheblich günstiger zu haben sein wird.