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Aktiensplits bei Amazon und Georg Fischer

Aktiensplits bei Amazon und Georg Fischer
Pixavril / stock.adobe.com
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Ein Blick auf die Kurstafel dürfte einige Anleger sehr nervös gemacht haben: die Aktie des Online-Handelsriesen Amazon und die des Schweizer Georg-Fischer-Konzerns sind seit einiger Zeit deutlich günstiger zu haben als noch zuvor. Verantwortlich für den „Kurssturz“ waren jedoch keine schlechten Zahlen oder sonstige negative Unternehmensnachrichten, sondern ein sogenannter Aktiensplit.

Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, mit der Aktien optisch attraktiver gemacht werden. Kostet eine Aktie 500, 1.000 oder gar 10.000 Euro, dann erscheint sie optisch sehr teuer. Das schreckt mögliche Investoren ab.

Durch Aktiensplits werden teure Aktien optisch günstig

Dieses Problem löst ein Aktiensplit: Die Zahl der Aktien wird vervielfacht, das Grundkapital bleibt gleich. Dadurch reduziert sich der Preis pro Aktie. Die Aktien erscheinen den Anlegern günstiger und somit attraktiver. Durch diesen „Trick“ fließt dem Unternehmen jedoch kein „frisches“ Geld zu.

Für Sie als Anleger hat der Aktiensplit keine große Bedeutung. Ein Beispiel für die Funktionsweise: Wenn ein Unternehmen einen Aktiensplit von 1:3 vornimmt, erhalten Sie als Anleger zu den bestehenden Aktien je zwei Gratisaktien dazu. Durch diese Vorgehensweise erhöht sich der Aktienbestand und der Aktienkurs verringert sich entsprechend.

Sie hatten vorher eine Aktie im Depot, die an der Börse 300 Euro kostet. Nach einem Aktiensplit im Verhältnis 1:3 besitzen Sie 3 Aktien, die jeweils rund 100 Euro kosten. Ganz wichtig: Der Wert der Aktien-Position ändert sich nicht.

Aktiensplits können positive Kursentwicklung begünstigen

Generell kann ein Aktiensplit eine positive Kursentwicklung einer Aktie fördern, tut dies aber nicht zwangsläufig. Daher sollten Sie nicht davon ausgehen, dass die Kursentwicklung durch einen solchen Schritt automatisch begünstigt wird.

Zwar kann man in der Regel davon ausgehen, dass ein Aktiensplit für steigende Kurserwartungen spricht, dennoch sollten Sie die Gesamtlage des Unternehmens nicht aus den Augen verlieren und die Perspektiven des Unternehmens in die Betrachtung mit einbeziehen.

Amazon und Georg Fischer im Fokus

Schauen wir nun im Detail auf die Aktiensplits bei Amazon und Georg Fischer. Bei Amazon wurde ein Aktiensplit im Verhältnis 1:20 durchgeführt. Für eine „alte“ Aktie haben die Aktionäre also jeweils 20 „neue“ Aktien erhalten. Damit ist der Kurs um rund 95% gefallen. Am Wert hat sich aber nichts geändert, da 20 x 5% (Differenz zwischen 95% und 100%) in Summe auch 100% ergibt.

Der Aktiensplit bei Georg Fischer fand ebenfalls im Verhältnis 1:20 statt. Hier gibt es aber eine Besonderheit: Die Georg-Fischer-Aktie hat seit dem Aktiensplit eine neue WKN und eine neue ISIN.

Beide Aktien befinden sich seit vielen Jahren auf der Empfehlungsliste meines Börsendienstes „Der Depot-Optimierer“ und sind nach dem Aktiensplit und der aktuell konjunkturbedingten Kursschwäche aus meiner Sicht sogar noch attraktiver. Morgen gehe ich hier im Schlussgong in einer Fortsetzung auf einige anstehende Aktiensplits ein.