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Amazon bringt Milliarden-Deal über die Ziellinie

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Das Streaming-Geschäft gilt als lukrativ aber auch hart umkämpft. Das bekam zuletzt auch der Streaming-Pionier Netflix mit einem nachlassenden Kundenwachstum zu spüren. Mittlerweile tummeln sich zahlreiche finanzstarke Großkonzerne wie Walt Disney, Apple, WarnerMedia, Netflix und eben auch Amazon im Streaming-Becken. Dabei spielen auch immer häufiger Übernahmen eine wichtige Rolle.

Vor gut zehn Monaten hatte Amazon den milliardenschweren Kauf des traditionsreichen Hollywood-Studios MGM bekanntgegeben, doch die finalen Prüfungen der Wettbewerbsbehörden standen noch aus. Vor wenigen Tagen dann der Paukenschlag: Der Online-Gigant Amazon konnte den Mega-Deal in trockene Tücher bringen und kann damit sein Angebot an Filmen erheblich ausweiten.

Amazon legt für Traditions-Studio 8,5 Milliarden Dollar auf den Tisch

Der Deal ist strategisch von enormer Bedeutung und auch finanziell kein Pappenstiel. Immerhin legt Amazon rund 8,5 Milliarden Dollar für MGM auf den Tisch. Das ist der größte Zukauf für den Online-Händler seit dem Jahr 2017.

In der letzten Woche haben Europas Kartellwächter grünes Licht für den Deal gegeben. In den USA verstrich die Frist für die Federal Trade Commission (FTC), das Geschäft vor seinem Abschluss anzufechten, ohne dass die Behörde tätig wurde. Zwar könnte die US-Wettbewerbsbehörde immer noch gegen den Deal klagen, Experten halten dies aber für extrem unwahrscheinlich.

Amazon Prime wird deutlich attraktiver

Übrigens scheint auch der Rivale Netflix Interesse an einem Deal gehabt zu haben. Für Amazon ist die Transaktion ein Meilenstein. Die Metro-Goldwyn-Mayer Studios (MGM) sind ein absolutes Traditions-Studio. Das Unternehmen wurde vor knapp 100 Jahren durch den amerikanischen Geschäftsmann und Filmepionier Marcus Loew gegründet.

Inzwischen umfasst das Portfolio von MGM mehr als 4.000 Filme und 17.000 TV-Episoden. Zu den bekannten Titeln gehören die zahlreichen James-Bond-Filme, Rocky oder das Schweigen der Lämmer. Populäre Serien sind etwa Fargo, Stargate oder Vikings. In Summe dürfte die Bibliothek 25.000 Stunden umfassen, den Amazon auf sein Prime Video-Angebot oder sein kostenloses Streaming-Angebot IMDb TV aufteilen könnte.

Übernahme schafft Raum für Preiserhöhung

Die Übernahme ist aber auch aus einem anderen Gesichtspunkt heraus interessant. Mit dem massiv erweiterten Angebot an attraktiven Inhalten legt Amazon die Basis für künftige Preiserhöhungen. Diese dürften mit dem neuen Angebot im Rücken von den Kunden wesentlich besser akzeptiert werden. Zum Hintergrund: Im Februar hat Amazon in den USA den Preis für Amazon Prime bereits deutlich (um 17% jährlich) nach oben geschraubt.

Gewinnverdopplung im Schlussquartal

Zuletzt war die Entwicklung bei Amazon zweigespalten. Auf der einen Seite verdiente der weltgrößte Online-Händler im Weihnachtsquartal glänzend. Die angekündigte Kostenlawine aufgrund des enormen Bedarfs an Personal und der hohen Investitionen in die Lieferlogistik bewältigte der US-Konzern besser als befürchtet – nicht zuletzt dank seines hochprofitablen Cloud-Geschäfts. Auf der anderen Seite haben sich die Wachstumsperspektiven im E-Commerce-Bereich mit dem Auslaufen der Pandemie zuletzt eingetrübt.

Dennoch, die Zahlen waren durchaus bemerkenswert: Im Schlussquartal verdoppelte sich der Gewinn auf 14,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte zudem um 9% auf 137,4 Milliarden Dollar. Allerdings war der Gewinnsprung vor allem auf Amazons-Beteiligung am Elektroautobauer Rivian zurückzuführen, dessen Börsengang für einen Sonderertrag bei Amazon sorgte.