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Amazon: Nach dem Split noch ein zusätzliches Ass im Ärmel

Inhaltsverzeichnis

Einige Wochen nach Alphabet hat mit Amazon ein weiterer US-Technologiegigant einen Aktiensplit angekündigt. Das Besondere daran: Über zwei Jahrzehnte hatte es zuvor keinen Aktiensplit bei Amazon gegeben, obwohl die Zeit – in Anbetracht von Kursen von über 3.000 US-Dollar – längst reif dafür war.

Der neue Chef macht es möglich

Ein Grund für das Umdenken bei diesem Thema dürfte im neuen Amazon-Chef liegen. Im Vorjahr hatte Amazon-Gründer Jeff Bezos seinen Chefposten an Andy Jassy übergeben. Jassy arbeitete bereits seit 1997 beim Unternehmen und war seit 2003 für den Aufbau und die Leitung der überaus erfolgreichen Cloud-Sparte AWS zuständig. Offenbar ist er Kapitalmaßnahmen wie dem Aktiensplit offener gegenüber eingestellt als es Jeff Bezos war.

Aus einer Aktie werden 20

Amazon kündigte einen Aktiensplit im Verhältnis 1:20 für Anfang Juni an. Damit werden aus einer Aktie 20 Aktien, die jeweils ein Zwanzigstel wert sind. Am Wert der Aktien-Position (Aktienkurs x Aktienanzahl) ändert sich durch einen Aktiensplit selbstverständlich nichts. Aktiensplits haben eigentlich lediglich einen optischen Effekt.

Aktiensplits können einen positiven Kurseffekt haben  

Doch oftmals ziehen sie – gerade bei stark gelaufenen Aktien – weitere Zugewinne nach sich. Denn der psychologische Effekt des optisch günstigeren Kurses ist nicht zu unterschätzen. Bei besonders teuren Aktien wie Amazon kommt noch hinzu, dass die Aktie damit auch für viele Kleinanleger endlich wieder erschwinglich ist.

Bestes Beispiel für den Erfolg eines Aktiensplits ist die Tesla-Aktie im Jahr 2020. Auch Apple haben regelmäßige Aktiensplits zu einer Erfolgsgeschichte gemacht. Ich gehe davon aus, dass es auch einen positiven Impuls für die Amazon-Aktie geben wird.

Nächste Maßnahme: Börsengang von AWS (?)

Amazon hat aber noch eine Maßnahme in der Hinterhand, über die sich die Aktionäre sicherlich noch mehr freuen würden als über den Aktiensplit – nämlich ein Börsengang der Cloud-Sparte AWS.

Ein Börsengang von AWS hätte für Amazon gleich zwei Vorteile: Zum einen könnte man damit den Forderungen nach stärkerer Regulierung des Internet-Giganten den Wind aus den Segeln nehmen. Und zum anderen zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass die Summe der einzelnen Teile eines Unternehmens in aller Regel deutlich mehr wert ist (wie z.B. bei der Abspaltung von PayPal durch Ebay vor einigen Jahren gesehen).

Ein Börsengang von AWS würde wohl alle Rekorde an der Wall Street sprengen und die Aktie zu einem der begehrtesten Technologiewerte machen. Ich gehe davon aus, dass AWS an der Börse über eine Billion US-Dollar wert wäre. Das wären etwa zwei Drittel des Börsenwerts von Amazon mit AWS aktuell. Das Shopping-Geschäft und alle anderen Bereiche mit zusammen über 400 Mrd. Jahresumsatz, dominanter Marktposition und 200 Mio. Prime-Kunden wären dann mit den verbliebenen rund 500 bis 600 Mrd. US-Dollar Börsenwert sehr niedrig bewertet. 

AWS-Börsengang ist ein Ass im Ärmel

Mit einem möglichen Börsengang der AWS-Sparte hat Amazon ein großes Ass im Ärmel, was den Börsenwert erheblich steigern könnte. Ob es dazu kommt, steht natürlich in den Sternen. Aber es ist eine Zusatzchance, die es für Amazon-Aktionäre derzeit gratis mit dazu gibt und das Chance/Risiko-Verhältnis verbessert.