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Amazon-Tochter AWS schluckt Messenger-Anbieter Wickr

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Einer der ganz großen Deal-Maker auf dem Markt für Akquisitionen hat wieder zugeschlagen: Am vergangenen Freitag teilte Stephen Schmidt, Vizepräsident und Sicherheitschef der Amazon-Tochter Amazon Web Services (AWS), in einem Firmen-Blog mit, dass AWS den Messenger-Anbieter Wickr übernommen hat.

Ein Kaufpreis gab Amazon, wie so häufig, nicht bekannt. Die Übernahme ist laut der Wirtschaftsdatenbank Crunchbase die 91. Akquisition des weltgrößten Onlinehändlers aus Seattle. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass Amazon erst im Jahre 1994 gegründet wurde.

Übrigens: Mit der jetzt bekannt gegebenen 91. Übernahme liefert sich Amazon ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit facebook, dass mit der erst kürzlich von mir vorgestellten Übernahme des Online-Spieleanbieters Big Box VR mit aktuell 92 Übernahmen noch knapp vor Amazon liegt.

Wickr-Messenger gilt als sehr sicher

Der in New York beheimatete Messenger-Anbieter Wickr Inc. hat eine End-to-End verschlüsselte Kommunikationstechnologie entwickelt, die branchenweit als die sicherste Messenger-App gilt.

Das 2011 gegründete Unternehmen ist nicht börsennotiert und befindet sich in Privatbesitz. Daher sind auch nur wenige Unternehmensdaten bekannt: Laut groben Schätzungen soll der Jahresumsatz von Wickr etwa bei 16,5 Mio. US-Dollar (USD) liegen.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Wickr-Messenger erst seit einem guten Jahr am Markt erhältlich ist. Das Unternehmen beschäftigt laut unterschiedlichen Schätzungen zwischen 70 – 85 Mitarbeiter.

In mittlerweile 4 Finanzierungsrunden konnte Wickr bisher 73 Mio. USD Fremdkapital einsammeln. 11 Investoren haben sich an diesen Finanzierungsrunden beteiligt. Darunter befinden sich vornehmlich Risiko- bzw. Venture-Kapitalgeber wie der Knight-Enterprises-Fund aus Florida, Singtel Innov8 aus Singapur und Alsop Louie Partners aus Kalifornien.

Wickr-Kunden profitieren insbesondere von den fortschrittlichen Sicherheitsfunktionen des Wickr-Messengers, die in dieser ausgereiften Form bei anderen Kommunikationsdiensten nicht verfügbar sind.

Über die Wickr-App können aber nicht nur Nachrichten versendet werden. Auch sichere Sprach- und Videoanrufe sind möglich und auch die mit dem Wickr-System möglichen Dateifreigaben sind besonders gut abgesichert.

Sichere Messanger-Systeme sind gefragt

Derzeit wird Wickr insbesondere von sicherheitsbewussten Unternehmen, dem US-Militär und US-amerikanischen Behörden für interne und externe Kommunikationszwecke genutzt. Mit der Wickr-App können diese Institutionen problemlos die an sie gestellten hohen und gesetzlich vorgeschriebenen Compliance-Anforderungen erfüllen.

Diesen Sicherheitsaspekt betont auch AWS-Vizepräsident Stephen Schmidt in seinem Blog-Eintrag zur Übernahme von Wickr:

„Der Bedarf an dieser Art von sicherer Kommunikation nimmt zu. Mit dem Übergang zu hybriden Arbeitsumgebungen, der unter anderem auf die COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist, haben Unternehmen und Behörden ein wachsendes Bedürfnis, ihre Kommunikation über viele entfernte Standorte hinweg zu schützen.“

„Die sicheren Kommunikationslösungen von Wickr helfen Unternehmen und Behörden bei der Anpassung an diesen Wandel in ihren Arbeitsumgebungen und sind eine willkommene Ergänzung zu der wachsenden Anzahl von Kollaborations- und Produktivitätsservices, die AWS Kunden und Partnern bietet“, so Schmidt weiter.

In seinem Blog-Eintrag teilte Schmidt auch mit, dass die Amazon-Tochter AWS die Wickr-Dienste ab sofort anbieten werde. Er betonte darüber hinaus, das bisherige Wickr-Kunden, -Channel- und -Geschäftspartner ihre Wickr-Produkte auch weiterhin wie bisher nutzen können.