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Bieterrennen um Signify Health: Aktie geht durch die Decke

Inhaltsverzeichnis

Der Online-Gigant Amazon macht jetzt richtig Dampf: Vor kaum vier Wochen hatte der Internetkonzern die Übernahme von One Medical für 3,9 Mrd. Dollar bekanntgegeben. Mit dem drittgrößten Zukauf der Firmengeschichte schnappte sich Amazon das Start-up aus San Francisco, das in den USA mehr als 180 Hausarztpraxen betreibt und zugleich virtuelle Arztbehandlungen bietet.

Doch damit nicht genug. Der Expansionshunger ist offenbar noch lange nicht gestillt. Spekulationen zufolge will Amazon sein Standbein im US-amerikanischen Gesundheitssektor weiter ausbauen und nimmt nun das texanische Health-Tech-Unternehmen Signify Health ins Visier.

Den Signify-Anlegern gefällts. Allein am Montag schossen die Papiere um 32% auf 28 Dollar nach oben. Seit dem Jahreswechsel liegt der Wertzuwachs mittlerweile bei über 80%.

Bieter scharen sich um Signifiy Health

Dabei ist laut Medienberichten Amazon nicht der einzige Interessent. Laut dem Nachrichtendienst Bloomberg hat der Krankenversicherer UnitedHealth mit über 30 Dollar je Aktie das höchste Gebot auf den Tisch gelegt. Das Angebot von Amazon soll laut vertrauten Personen dicht dahinter liegen.

Aber auch der Anbieter von Gesundheitsprodukten CVS Health und der US-Infusionsdienstleister Option Care Health sind Spekulationen zufolge in dem Bieterrennen um den Anbieter von Technologien und Dienstleistungen für die häusliche Krankenpflege involviert. Der Marktwert von Signify Health liegt nach dem jüngsten Kurssprung bei rund 5 Milliarden Dollar.

Es wird zudem erwartet, dass die letzten Angebote am 6. September vorliegen. Allerdings könnte es auch früher zu einem Deal kommen, wenn sich ein Unternehmen durchsetzt.

Signify erst seit 2021 an der Börse gelistet

Dabei wurde Signify Health erst im Jahr 2017 gegründet und ist seit Februar 2021 an der Börse notiert. Das Unternehmen hat sich zu einer führenden Plattform im Gesundheitswesen entwickelt, die die effizientesten Analysen und Technologien zur Unterstützung von Patienten implementiert: Es bestimmt, ob ein Patient in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss, und sucht nach dem effizientesten und billigsten Arzt für ihn. In Zusammenarbeit mit einem landesweiten Netzwerk von Gesundheitsdienstleistern bietet Signify Patienten die Möglichkeit, zu Hause zu bleiben, falls keine stationäre Aufnahme dringend erforderlich ist.

Bei den Kunden handelt es sich um Krankenkassen, staatliche Gesundheitsprogramme und Unternehmen oder Organisationen, die die Gesundheitsversorgung ihrer Mitarbeiter übernehmen.

Strammes Wachstum in den letzten Jahren

In den letzten Jahren war Signify Health auf einem robusten Wachstumspfad unterwegs. Von 2018 bis 2021 kletterten die Umsätze kräftig von 337,9 auf 773,4 Millionen Dollar. Zudem erreichte das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr erstmals hauchdünn die Gewinnzone (2,5 Millionen Dollar).

Für das Geschäftsjahr 2022 rechnen die Analysten mit einem Umsatz von 924 Millionen Dollar und einem Verlust von 12 Cent je Aktie. Der Markt gilt unter Experten grundsätzlich als hochattraktiv. Im vergangenen Jahr sind in den USA gut 4,2 Billionen Dollar ins Gesundheitswesen geflossen. Das entspricht rund 18 % der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. In keinem anderen Land fließt so viel Geld in das Gesundheitssystem.

Deal kein Selbstläufer für Amazon

Sollte sich Amazon mit seiner Offerte bei dem Objekt der Begierde durchsetzen, wäre die Transaktionen dennoch alles andere als ein Selbstläufer. Nach dem jüngsten Vorstoß von Amazon in den US-Gesundheitssektor, der 3,9 Milliarden Dollar schweren Übernahme von One Medical, dürften sich die Aufsichtsbehörden den Deal zumindest genauer anschauen. Schon bei der letzten Übernahme liefen Verbraucherschützer in den USA Sturm und warnten davor, dass die schon jetzt oftmals als Datenkrake bezeichnete Amazon durch die Übernahme nun auch noch Zugriff auf besonders sensible Gesundheitsinformationen über die Nutzer bekommen würde.