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Warren Buffett: Berkshire will Versicherungsgeschäft ausbauen

Warren Buffett: Berkshire will Versicherungsgeschäft ausbauen
Jonathan Weiss / shutterstock.com
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Anfang März nutzten zwei Firmeninsider den Kursrücksetzer, um ihre Aktienposition beim US-Versicherungskonzern Alleghany weiter auszubauen. Nicht einmal drei Wochen später ist der Kurs massiv in die Höhe geschossen. Grund ist ein Übernahmeangebot von Warren Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway. Mit dem Milliarden schweren Investment soll das Versicherungsgeschäft massiv ausgebaut werden.

Die Transaktion ist Berkshires größte seit der Übernahme von Precision Castparts im Jahr 2016. Die damalige Übernahme hatte einen Wert von 37,2 Milliarden Dollar, einschließlich Schulden. Der letzte Deal dürfte es aber nicht gewesen sein – immerhin sitzt Berkshire auf Bargeldbeständen von 146,72 Milliarden Dollar (Ende 2021).

Warren Buffett legt 11,6 Milliarden Dollar für Versicherungskonzern auf den Tisch

Die Nachricht war ein Paukenschlag. Nachdem Buffett lange Zeit auf Grund der hohen Kaufpreise keine Übernahme getätigt hat, wird die Investment-Ikone jetzt wieder aktiv. Seiner deutlichen Erhöhung in der Occidental Petroleum-Aktie folgt nun eine Offerte für Alleghany.

Buffett legt für den Versicherungskonzern ein Übernahmeangebot über 11,6 Milliarden Dollar auf den Tisch. Je Aktie bietet er mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway 848,02 Dollar je Aktie. Der Preis liegt rund 25% über dem Schlusskurs vor Bekanntgabe der Übernahme und entspricht dem 1,26-Fachen des Buchwerts der Firma.

Warum der Deal für Buffett strategisch Sinn macht

Mit der Transaktion will Berkshire Hathaway sein eigenes Versicherungsportfolio gezielt ausweiten. Bislang gehören zu der Investmentgesellschaft bereits der Autoversicherer Geico und der Rückversicherer General Re.

Bei Alleghany selbst handelt es sich um rein absolutes Traditionsunternehmen, das bereits im Jahr 1929 gegründet wurde. Das Kerngeschäft von Alleghany liegt in der Sach- und Unfallrückversicherung und im Versicherungsgeschäft, aber wie Berkshire besitzt es auch mehrere andere Unternehmen. So befinden sich beispielsweise ein Stahlhersteller und eine Spielzeugfirma im Portfolio. Zudem verwaltet der Konzern ein Investmentportfolio.

Der Analyst Jim Shanahan von Edward Jones schätzt, dass diese operativen Einheiten im letzten Jahr für rund ein Drittel der Gesamteinnahmen verantwortlich gewesen sein dürften. In 2021 erzielte Alleghany einen Umsatz von 12 Milliarden Dollar (+34% vs. 2020). Am Ende stand ein Gewinn von 1,03 Milliarden Dollar in den Büchern des Unternehmens.

Alleghany soll unabhängig im Berkshire Hathaway-Portfolio bleiben

Der Abschluss des Deal ist voraussichtlich im vierten Quartal 2022. Alleghany wird dann als unabhängige Einheit von Berkshire Hathaway operieren. Dabei kennt Buffett die Firma extrem gut. Laut seiner eigenen Aussage verfolgt der Star-Investor die Geschäftsentwicklung bereits seit 60 Jahren. Zudem hat der jetzige Alleghany-Firmenboss Joe Brandon zuvor sieben Jahre lang eine der Rückversicherungsgesellschaften von Berkshire geleitet.

Bieterwettkampf ist unwahrscheinlich

Alleghany hat jetzt 25 Tage Zeit, um im Rahmen einer “Go-shop”-Klausel aktiv alternative Übernahmeangebote einzuholen und zu prüfen. Sollte ein anderer Käufer einen höheren Preis für Alleghany bieten, könnte Berkshire das Geschäft verlieren.

Davon ist allerdings nicht auszugehen. In der Regel vermeidet Buffett Bieterwettkämpfe und erhöht ausgesprochen selten sein ursprünglich abgegebenes Angebot. Zudem hat sich der Großaktionär (Kirby-Familie) bereits wohlwollend zum Übernahmeangebot geäußert.