Dow Jones & Co.: US-Anleger reagieren gelassen auf weitere Fed-Zinsschritte

Dow Jones & Co.: US-Anleger reagieren gelassen auf weitere Fed-Zinsschritte
Kamira / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Die Fed bleibt bei ihrem Kurs – Anleger reagieren darauf mittlerweile gelassen. Immerhin hatten die US-Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell bereits angekündigt, in diesem Jahr eine deutlich straffere Geld- und Zinspolitik zu verfolgen.

Nächster Zinsschritt noch im Juli erwartet

Von ihrer jahrelangen Nullzinspolitik ist die Federal Reserve inzwischen deutlich abgerückt. Gleich mehrere Zinsanhebungen gab es seit März, der Leitzins liegt inzwischen bei 1,50 bis 1,75 Prozent. Weitere Schritte stehen noch in diesem Jahr bevor, der nächste dürfte noch in diesem Monat folgen. Für die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses FOMC plant die Fed demnach eine Leitzinsanhebung um weitere 0,5 oder 0,75 Prozent.

Damit will die Notenbank der galoppierenden Inflation Einhalt gebieten. Diese lag in den USA zuletzt bei 8,6 Prozent und damit deutlich über dem Ziel von 2 Prozent, das die Fed für eine Preis- und Währungsstabilität anstrebt.

US-Indizes beenden Handelswoche nahezu unverändert

Der jüngste Anstieg um 0,75 Prozentpunkte war der höchste seit 1994. Damit will die Fed Entschlossenheit demonstrieren und versichern, dass sie es ernst meint mit der Inflationsbekämpfung. Zugleich steigt das Risiko eines wirtschaftlichen Abschwungs wegen der steigenden Zinsen. Dies müsse jedoch in Kauf genommen werden, um die Inflationsdynamik in den Griff zu bekommen, so die Notenbanker.

An der Wall Street nahmen Anleger die Veröffentlichung des Protokolls der Juni-Sitzung des zuständigen geldpolitischen Ausschusses der Fed gelassen zur Kenntnis. Dow Jones, S&P 500 und auch der Technologieindex Nasdaq 100 gingen weitgehend unverändert aus der Handelswoche.

Euro nähert sich Parität mit US-Dollar an

Die Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze in der US-Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft hat im Juni deutlich stärker zugelegt als von Beobachtern erwartet worden war. Laut Zahlen des Arbeitsministeriums kamen 372.000 Stellen hinzu. Analysten hatten durchschnittlich mit nur 265.000 neuen Stellen gerechnet.

Während die Indizes an der Wall Street kaum vom Fleck kamen, legte der Dax zuletzt vergleichsweise kräftig zu und ging auf Wochensicht 1,5 Prozent fester ins Wochenende. Vor allem am Freitag ging es dabei aufwärts. Beflügelt wurde die Stimmung der Anleger dabei nicht zuletzt durch den schwachen Euro, der sich einem Wechselkurs von 1:1 gegenüber dem US-Dollar annäherte – ein Wert, den die Gemeinschaftswährung seit ihrer Einführung als Bargeld im Jahr 2002 nicht mehr erreicht hat.

Luftfahrtaktien im Fokus

Für Aufsehen sorgte in Frankfurt einmal mehr die Luftfahrtbranche. Airbus profitiert von vollen Auftragsbüchern und florierendem Rüstungsgeschäft und kann sich offenbar weiter vom US-Konkurrenten Boeing abheben. Die Aktie zählte zu den Gewinnern der Woche.

Schwieriger läuft es indes für den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport: Ebenso wie viele Airlines hat das Unternehmen in seiner Personalplanung die hohe Nachfrage dieser Sommersaison unterschätzt. Wegen Personalmangels am Boden und in der Luft müssen bereits seit Wochen tausende Flüge annulliert werden.

Stark betroffen von den Flugausfällen sind auch die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaften. Auch hier wurde in der Pandemie viel Personal entlassen, das nun fehlt, um den geplanten Betrieb aufrechtzuerhalten. Gestrichene und leere Flüge nehmen zu, genauso wie der Ärger der Kunden. Einen aber kann das Chaos nicht abschrecken: Großinvestor Klaus-Michael Kühne stockte seine Anteile an der Lufthansa noch einmal auf und hält nun gut 15 Prozent nach zuvor 10 Prozent. Damit löst Kühne mit seiner Gesellschaft Kühne Aviation (KA) den Bund als größten Anteilseigner ab. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds, den die Bundesregierung zu Beginn der Pandemie aufgelegt hatte, hält noch gut 14 Prozent an der Lufthansa.