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Ebay: Schwache Prognose sorgt für Enttäuschung – Aktie setzt Talfahrt weiter fort

Inhaltsverzeichnis

So schnell ändert sich die Stimmung. Zählte der Internethändler Ebay lange als klarer Profiteur der Corona-Krise, sorgte nun eine schwächere Prognose für einen Dämpfer. Die Aktie knickte nochmals ein, obwohl die aktuellen Geschäftszahlen sogar über den Erwartungen lagen.

Ebay – der Pionier der Online-Auktion

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen noch ein paar Hintergründe zu Ebay liefern: Ebay ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das einen der größten Online-Marktplätze betreibt. Es wurde am 3. September 1995 von Pierre Omidyar in San José (Kalifornien) unter dem Namen AuctionWeb gegründet. Auch in Europa, etwa in Deutschland, der Schweiz und Österreich, bietet das Unternehmen seine Dienstleistungen an. Bis zum 17. Juli 2015 gehörte auch der Bezahldienst PayPal zum Unternehmen.

Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Angebot von einem Consumer-to-Consumer-Marktplatz mit flohmarktähnlichem Charakter zu einer Business-to-Consumer-Plattform, das heißt, es wird Neuware von kommerziellen Händlern angeboten, im Unterschied zu den Gebrauchtwaren privater Anbieter.

Mit weiteren Plattformen bietet Ebay maßgeschneiderte E-Commerce-Lösungen für andere Unternehmen an.

Anzahl der Käufer rückläufig

Im Schlussquartal weist Ebay in seinem Quartalsbericht 147 Millionen aktive Kunden aus. Das sind Kunden, die mindestens einmal in den vorherigen 12 Monaten einen Kauf über die Plattform getätigt haben. Die Anzahl liegt 5 Millionen unter dem Vorquartal und 15 Millionen beziehungsweise 9% unter dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals. Die Anzahl der Verkäufer sank gleichzeitig um 8% auf 17 Millionen.

Abgewickeltes Volumen sackt ab

Unterdessen ging auch das gesamte bei Ebay abgewickelte Handelsvolumen um zehn Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar zurück. In Summe erzielte der Onlinehändler einen Umsatz von 2,61 Milliarden Dollar – das entspricht einem Plus von 5% im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Beim Gewinn konnte der US-Konzern sogar einen Anstieg um 10% auf 647 Millionen Dollar erzielen. Das der Umsatz trotz sinkendem Volumen gesteigert werden konnte, war unter anderem auf höhere Transaktionsgebühren zurückzuführen. Darüber hinaus machte sich Werbeeinnahmen und der Wechsel der Zahlungsplattform von Paypal auf Adyen positiv bemerkbar.

Je Aktie blieb ein bereinigter Gewinn von 1,05 Dollar übrig. Das lag 24% über dem Vorjahresquartal und 6 Cent über den Prognosen der Analysten (Daten Seeking Alpha).

Prognose lässt zu wünschen übrig

Lagen die Quartalszahlen in Summe sogar leicht über den Erwartungen, konnte Ebay mit seiner Prognose bei den Anlegern nicht punkten. Der US-Konzern stellt für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von 5 bis 7% in Aussicht.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Umsatz zwischen 10,3 und 10,5 Milliarden Dollar (2021: 10,42 Mrd. Dollar). Beim bereinigten Ergebnis peilt die Onlineplattform 4,20 bis 4,2 Dollar je Aktie (2021: 4,02 Dollar je Aktie).

Die Anleger zeigten sich unentschlossen. Zum Handelsbeginn notierten die Ebay-Papiere bei unter 50 Dollar deutlich im Minus, bevor im Handelsverlauf vorübergehend eine spürbare Erholung einsetzte.