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Meta Aktie im Keller: Wird Facebook in Russland abgeschaltet?

Meta Aktie im Keller: Wird Facebook in Russland abgeschaltet?
Julien Eichinger / stock.adobe.com
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Der Krieg in der Ukraine kennt viele Verlierer. Neuerdings zählen dazu auch Meta und seine Anleger.

Der Konzern, zu dessen Imperium neben Facebook auch der Messenger WhatsApp und die Fotoplattform Instagram gehören, ist in der vergangenen Woche ins Visier der russischen Ermittler geraten – weil das Unternehmen für einige Länder seine Richtlinien gelockert hat im Hinblick auf Gewaltaufrufe, sofern sich diese auf russische Invasoren beziehen und nicht auf Zivilisten.

Einstufung als „extremistische Organisation“: Russland droht Facebook mit Abschaltung

Neben der Ukraine selbst hat Facebook die Lockerungen auch für Russland sowie Polen, Ungarn, Estland, Lettland und Litauen verkündet. Die Antwort aus Moskau folgte prompt: Man wolle Meta als „extremistische Organisation“ einstufen, die russische Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen den US-Konzern eingeleitet.

Die Facebook-Seiten wurden durch die russische Regierung bereits verboten, es droht eine komplette Abschaltung. Instagram und WhatsApp waren Berichten zufolge noch nutzbar, obwohl sie ebenfalls zum Meta-Konzern gehören. In Russland nutzen rund 7,5 Millionen Menschen das soziale Netzwerk, zusammen mit WhatsApp, Instagram und der eigenen Messenger-App zählt Meta etwas mehr als 122 Millionen Konten in Russland.

Meta Aktie tiefrot – Nasdaq ebenfalls im Minus

Anleger reagierten nervös auf die Gemengelage und trennten sich zum Schluss der Handelswoche von Meta Aktien, die am Freitag um knapp 4 Prozentpunkte nachgaben und auch die Technologiebörse Nasdaq insgesamt mit in die Verlustzone zogen, die um mehr als 2 Prozent abrutschte.

Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf gut 8 Prozent, doch bereits die Q4-Bilanz, die Meta Anfang Februar vorgelegt hat, hatte die Aktie tief in den Keller gestoßen. Weil Facebook offenbar allmählich an Wachstumsgrenzen stößt und gerade jüngere Nutzer sich vermehrt anderen Plattformen zuwenden, ließen Anleger das Papier fallen wie eine heiße Kartoffel: Auf Jahressicht hat sich die Meta Aktie fast halbiert, von den mehr als 300 Dollar je Aktie zu Jahresbeginn sind bis dato nicht einmal mehr 200 Dollar übrig.

Neues Ermittlungsverfahren auch in Europa

Unterdessen droht dem Konzern auch in Europa ein neues Verfahren. Gemeinsam mit der britischen Wettbewerbsaufsicht CMA ermitteln EU-Behörden gegen Meta-Tochter Facebook sowie Alphabet-Tochter Google. Im Raum steht der Verdacht, ein Deal von 2018, in dem es um Onlinewerbung geht, könnte gegen wettbewerbsrechtliche Vorgaben verstoßen. Beide Unternehmen wiesen dies zurück, gegen beide laufen darüber hinaus weitere Verfahren in der EU.

Facebook hatte sich im vergangenen Herbst in Meta umbenannt und seine Konzernstruktur verändert, ähnlich wie es vor einigen Jahren bereits Alphabet, vormals Google, vollzogen hat. Zugleich kündigte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Entwicklung eines „Metaversums“ an, das im Silicon Valley als nächster großer Schritt zur Verschmelzung von virtueller und realer Welt angesehen wird. Auch andere Unternehmen arbeiten an ähnlichen Zukunftsprojekten.