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Meta Aktie: Investment wird zur Glaubensfrage

Inhaltsverzeichnis

Eine Investition in Facebooks Mutterkonzern Meta wird zunehmend zur Glaubensfrage.

Facebook: Hat das Netzwerk seinen Zenit überschritten?

Schon die Änderung des Firmennamens und der Unternehmensstruktur im vergangenen Jahr haben es deutlich gemacht: Es geht nicht länger um Facebook. Das soziale Netzwerk mit mehreren Milliarden Nutzerkonten rund um den Globus hat seinen Zenit allem Anschein nach mittlerweile überschritten.

So jedenfalls lässt sich der zurückliegende Quartalsbericht sowie die Reaktion der Aktionäre darauf deuten. Facebook hat ein Wachstumsproblem: Wer dem Netzwerk angehören möchte, tut das bereits. Gerade die jüngere Zielgruppe aber ist offenbar weniger daran interessiert, sich bei Facebook zu vernetzen. Längst stehen hier andere soziale Medien im Vordergrund.

Wenig Wachstum, Probleme im Werbegeschäft

Die Fotoplattform Instagram ist bei den Jüngeren beliebt – da Facebook dieses Netzwerk bereits vor Jahren aufgekauft hat, ist das jedoch keine wirkliche Konkurrenz. Schwieriger ist es hingegen, mit TikTok fertigzuwerden. Hier tummeln sich die jungen Leute, ohne dass Meta Zugriff hat.

Neben stagnierenden Nutzerzahlen machte zuletzt auch eine neue Apple-Richtlinie das Werbegeschäft von Facebook schwieriger. Nutzer haben dort jetzt die Möglichkeit, das Tracking stark einzugrenzen. Die Folge: Facebook sammelt weniger Informationen über das Surfverhalten, Werbeanzeigen können dementsprechend weniger passgenau ausgespielt werden. Dadurch sinkt der Wert der Werbeanzeige aus Sicht der Anzeigenkunden, die dementsprechend weniger zu zahlen bereit sind. Weil Facebook aber mit der Schaltung von Werbeanzeigen den Löwenanteil seiner Einnahmen generiert, hat diese Entwicklung direkte wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen.

200 Milliarden Dollar vernichtet: Meta Aktie rauscht nach Quartalsbilanz in die Tiefe

Beides – die Stagnation der Nutzerzahlen und die neuen Herausforderungen im Werbegeschäft – werden wohl auch künftig weiter andauern. Status quo und Ausblick stießen bei Anlegern auf entsprechend negatives Echo: Innerhalb kürzester Zeit rauschte die Meta Aktie in den Keller. Insgesamt wurden nach Vorlage der Quartalsbilanz Anfang Februar rund 200 Milliarden US-Dollar an Börsenwert verbrannt. Es war der höchste Verlust, den ein börsennotiertes Unternehmen in der Geschichte der Wall Street bislang hinnehmen musste.

Doch wie eingangs erwähnt, geht es bei Meta längst nicht mehr um Facebook. Es geht um das Metaverse, das Unternehmensgründer Mark Zuckerberg seit dem vergangenen Herbst als das nächste große Ding anpreist und das die Zukunft des Internets revolutionieren soll.

Zuckerberg investiert weiter in Metaverse

Bis es aber tatsächlich soweit ist, dürfte es noch Jahre dauern – falls das Projekt nicht im Sande verläuft. Manche Beobachter sind begeistert, andere tun es als Science-Fiction-Spinnerei ab. Ob die Wette am Ende aufgeht, ist derzeit völlig offen.

Zumindest Zuckerberg gibt sich aber weiterhin euphorisch und überzeugt von seiner Zukunftsidee. Zwar erweist sich das Metaverse bislang als Verlustgeschäft – allein 10 Milliarden Dollar Verlust musste der Konzern zuletzt allein in diesem Geschäftsbereich verbuchen –, doch Zuckerberg investiert fleißig weiter.

Ein neues Forschungszentrum rund um Augmented- und Virtual Reality soll im kanadischen Toronto entstehen. 2.500 neue Stellen will Meta dort schaffen und begibt sich bereits jetzt auf die Jagd nach den besten Köpfen in den jeweils benötigten Spezialgebieten. Mit hohen Gehaltszusagen macht Meta dabei auch nicht davor Halt, Experten von anderen Unternehmen offensiv abzuwerben.

Ungewisse Zukunftswette

Für Anleger wird es nun zunehmend zur Gretchenfrage, ob sie in den Erfolg des Metaverse glauben wollen oder nicht. Kommt es tatsächlich zum erhofften Siegeszug, könnte das der Meta Aktie einen ungeahnten Schub nach oben verpassen. Wer frühzeitig – also jetzt – einsteigt, könnte sich dann rückblickend über hohe Gewinne freuen.

Wenn die Rechnung aber nicht aufgeht und Meta hier nur über Jahren weiteres Kapital verbrennt, wären Anleger gut beraten, sich bei nächster Gelegenheit von ihrem Investment zu verabschieden, bevor es richtig abwärts geht.

Wird Risikobereitschaft am Ende belohnt?

In der Vergangenheit wurden Anleger oftmals für mutige Entscheidungen und geduldiges Festhalten in widrigen Zeiten belohnt. So haben etwa Unternehmen wie Amazon oder Tesla auch jahrelang Verluste geschrieben, sämtliche Einnahmen in mehr oder minder gewagte neue Geschäftsideen investiert und am Ende ihren Börsenwert vervielfacht. Doch eine Garantie dafür gibt es selbstverständlich nicht.

Mehr denn je handelt es sich beim Kauf oder Verkauf der Meta Aktie dieser Tage also um eine ungewisse Zukunftswette. Von ihrem Kurssturz Anfang Februar hat sich die Aktie bislang kaum erholt. Trotz eines Anstiegs um rund 17 Prozent binnen Monatsfrist hat der Kurs seit Beginn des Jahres um rund ein Drittel nachgegeben.

Analysten stutzen Kursziele zurecht

War die Meta Aktie bis Anfang Februar noch rund 325 Dollar wert, war sie zuletzt für gerade einmal 210 Dollar zu haben. Auch Analysten haben mittlerweile den Daumen gesenkt. Zwar raten viele Experten weiterhin zum Kauf der Meta Aktie, die Kursziele wurden seit Anfang Februar aber zum Teil drastisch nach unten korrigiert.

So bescheinigt etwa die US-Großbank JP Morgan der Meta Aktie zurzeit lediglich ein Kursziel von 284 Dollar nach zuvor 385 Dollar und rät zudem nur noch zum Halten statt zum Kaufen des Papiers. Goldman Sachs hingegen bestätigte zwar die Kaufempfehlung, reduzierte aber das Kursziel ebenfalls deutlich von 445 auf 355 Dollar.

Neue Zahlen Ende April

Auch mit Blick auf die nächste Quartalsbilanz sind die Experten eher skeptisch. Für das Auftaktquartal rechnen sie mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie auf 256 Dollar nach 3,67 Dollar im vorangegangenen Vierteljahr.

Die Vorlage der neuen Zahlen wird für den 27. April erwartet.