Die Geldschwemme bringt goldene Zeiten für die Finanzdienstleister

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Investmentbanken und Vermögensverwalter melden sich aus der Krise zurück. Das frische Geld, das in das Finanzsystem gepumpt wird, macht es möglich. (Foto: maradon 333 / shutterstock.com)

Die Notenbanken drucken weiterhin Geld, um die Folgen der Corona-Krise aufzufangen und die leeren Staatskassen zu entlasten. Das Geld fließt jedoch nicht nur in die Realwirtschaft, sondern versickert zum überwiegenden Teil im Finanzsystem. Die Auswirkungen sind direkt in den Bilanzen der Unternehmen spürbar. Das Geschäft mit Übernahmen, Fusionen und Börsengängen boomt.

Morgan Stanley und Goldman Sachs melden sich mit eindrucksvollen Zahlen aus der Krise zurück. Gleichzeitig ist im Anleihehandel kein Geld mehr zu verdienen. Die Zinsen sind zu niedrig und die Unterschiede zwischen An- und Verkaufskursen zu gering für die Investmentbanken, um ein gutes Geschäft zu machen. Beide Effekte sind direkte Folgen der Notenbankinterventionen auf dem Geldmarkt.

Auch die Vermögensverwalter profitieren vom vielen frischen Geld, das in das Finanzsystem gepumpt wird. Irgendwo muss das Geld angelegt werden, und so fließen hohe Summen zu Unternehmen wie BlackRock. Auch der deutsche Vermögensverwalter MLP profitiert und verwaltet so viel Geld wie nie zuvor. Ganz anders sieht die Lage dagegen bei GAM aus. Die Schweizer haben trotz guter Fondsperformance mit Mittelabflüssen zu kämpfen. Wenn es schon jetzt nicht gelingt, neue Gelder anzuziehen, wird es für das Unternehmen in Krisenzeiten sehr schwer zu überleben. Das Management muss das Ruder dringend herumreißen.

Die Normalität kehrt zurück – das Einkaufsverhalten bleibt

Nach den herben Einschnitten im Vorjahr erholen sich die meisten Unternehmen von Corona. Die Gewinne wachsen fast überall. Auch die Kreditkartenanbieter VISA und MasterCard sind wieder stark gewachsen. MasterCard hat das Vorkrisenniveau bereits wieder erreicht, während VISA noch auf das Anlaufen des Reiseverkehrs wartet.

Während des Lockdowns haben die Menschen verstärkt online eingekauft und dabei gerne mit EC- oder Kreditkarten, aber auch mit PayPal bezahlt. Dieser Trend wird sich nicht wieder umkehren. Sobald der private und geschäftliche Reiseverkehr inklusive Hotel- und Mietwagenbuchungen wieder richtig anläuft, werden alle Zahlungsdienstleister neue Rekordzahlen erzielen. Schon jetzt haben viele Unternehmen der Branche die alten Bestwerte überschritten.

Besonders schnell wächst die Zahlungsplattform von Adyen. Das Unternehmen ist noch relativ klein und hat viel Wachstumspotenzial. Trotz der hohen Wachstumsinvestitionen werden aber schon jetzt Umsatzrenditen wie bei Unternehmen an der Branchenspitze erzielt. Das Management plant, das Unternehmen in den kommenden Jahren sogar noch profitabler zu machen.

Finanzdienstleister sind extrem innovativ

Die gesamte Branche ist im Moment sehr innovativ. Etablierte Konzerne stärken ihr Geschäft regelmäßig mit Zukäufen, um sich wichtiges Know-how einzukaufen und den Anschluss nicht zu verlieren. Im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen die Bequemlichkeit für die Kunden und die Sicherheit der Zahlungen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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