Goldman Sachs schlägt DWS im Rennen um niederländische Fondsgesellschaft

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Goldman Sachs gab am Donnerstag die Übernahme der niederländischen Fondsgesellschaft NN Investment Partners bekannt. Damit hat die US-Investmentbank einige andere Interessenten, darunter auch die deutsche DWS, aus dem Rennen geworfen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Im Wettstreit um die niederländische Fondsgesellschaft NN Investment Partners (NNIP) hat DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, neben weiteren Interessenten den Kürzeren gezogen. Die DWS wurde im Bieterrennen von der führenden US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs überboten.

So teilte Goldman Sachs am vergangenen Donnerstag mit, dass das Unternehmen sich mit dem niederländischen Versicherer NN Group N.V. über den Kauf der Investmenttochter NNIP geeinigt hat. Für diesen Deal muss Goldman Sachs stolze 1,6 Mrd. Euro auf den Tisch blättern.

Laut übereinstimmenden Presseberichten war es im Vorfeld der Transaktion zu einen Bieterwettstreit um NNIP gekommen. Neben der DWS sollen auch die Schweizer Großbank UBS und der amerikanische Versicherer Prudential Financial Interesse an der niederländischen Fondsgesellschaft NNIP gezeigt haben.

NNIP ist eine führende europäische Fondsgesellschaft

NNIP ist ein europäischer Vermögensverwalter mit Sitz in Den Haag. Die Fondsgesellschaft verwaltet ein Kapital von etwa 355 Mrd. US-Dollar (USD – ca. 304 Mrd. Euro) und hat ein zusätzliches Beratermandat über ein Anlagevermögen von ca. 70 Mrd. USD (etwa 60 Mrd. Euro). Das traditionsreiche Unternehmen beschäftigt mehr als 900 Fachleute in 15 Ländern.

Dabei bietet die niederländische Fondsgesellschaft Ihren Investoren eine breite Palette von Aktien- und Rentenprodukten an. Bei der Auswahl der Portfoliobestandteile legt NNIP ein besonderes Auge auf Umwelt-, Sozial- und Führungsaspekte (Environmental, Social and Governance – ESG). So sind etwa 75% der betreuten Vermögenswerte nach ESG-Kriterien angelegt.

Goldman Sachs will Europa-Aktivitäten stärken…

Goldman Sachs betreut weltweit ein Vermögen von 2,3 Bio. USD (etwa 2 Bio. Euro). Durch die Übernahme von NNIP steigt das betreute Vermögen in Europa auf über 600 Mrd. USD (etwa 514 Mrd. Euro) und entspricht damit den strategischen Zielen des Unternehmens, sein europäisches Geschäft auszubauen und seine globale Reichweite zu erweitern.

Durch die Transaktion wird Goldman Sachs zum größten nicht angeschlossenen Vermögensverwalter für Versicherungen weltweit. Als Teil der Vereinbarung wird Goldman Sachs auch eine langfristige Partnerschaft mit der NN Group eingehen, um ein Portfolio von ca. 190 Mrd. USD (etwa 163 Mrd. Euro) zu verwalten.

…und Portfolio ausbauen

Auch inhaltlich ergänzt NNIP die bereits vorhandene europäische Präsenz von Goldman Sachs Asset Management in hohem Maße und wird neue Kompetenzen hinzufügen. Hierzu zählen insbesondere europäischen Aktien und Kreditprodukte, nachhaltige und umweltfreundliche Aktien sowie grünen Anleihen.

Dies betonte auch der Vorstandsvorsitzender von Goldman Sachs, David Solomon, in einem Statement: „Diese Übernahme ermöglicht es uns, unsere Wachstumsstrategie zu beschleunigen und unsere Vermögensverwaltungsplattform zu erweitern. NN Investment Partners bietet ein führendes europäisches Kundengeschäft und eine Erweiterung unserer Stärke im Versicherungs-Asset-Management.“

Anleger reagierten sehr unterschiedlich

Die Bekanntgabe der Transaktion kam an der Amsterdamer Börse sehr gut an. So stieg der Kurs der NN Group-Papiere am Donnerstag um sehr gute 2,6% an und ging mit 45,17 Euro in den Feierabend.

An der New Yorker Börse (NYSE) hingegen fiel der Kurs der Goldman-Sachs-Aktie um 1,3% auf 393,57 USD. Offensichtlich sind einige Investoren der Meinung, dass die Investmentbank zu viel für den niederländischen Vermögensverwalter hingeblättert hat.

Wie es weitergeht

Die Mitarbeiter von NNIP werden nach Abschluss der Transaktion zu Goldman Sachs Asset Management wechseln, wobei die Niederlande auch weiterhin ein wichtiger Standort im europäischen Geschäft von Goldman Sachs bleiben wird.

Die Transaktion soll laut Goldman Sachs bis Ende März 2022 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher und anderer Genehmigungen und Bedingungen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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