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HP schluckt Poly für 3,3 Milliarden Dollar

Inhaltsverzeichnis

Der Computer-Hersteller HP ist auf Expansionskurs und versucht, die Basis seiner Geschäfte durch Zukäufe zu erweitern. Gerade konnte der US-Konzern die Übernahme von Poly erfolgreich über die Bühne bringen. Das übernommene Unternehmen entstand 2019 aus dem Zusammenschluss der Anbieter Plantronics und Polycom und verkauft Lösungen für Videokonferenzen, inklusive Kameras, Headsets und Software. Mit dem Zukauf will HP sein Portfolio stärken und die Marktchancen bei den hybriden Arbeitslösungen besser nutzen.

HP legt 3,3 Milliarden Dollar auf den Tisch

Bei Poly handelt es sich um das ehemals als Plantronics bekannte Unternehmen. Auch der größte Konkurrent Logitech hatte bereits Interesse, doch die Übernahme platzte Ende 2018. Ein Jahr später schluckte Plantronics selbst Polycom und benannte sich in Poly um.

Jetzt wurde die gesamte Transaktion zum Preis von 40 Dollar pro Aktie abgeschlossen. Inklusive aller Verbindlichkeit entspricht das einem gesamten Firmenwert von etwa 3,3 Milliarden Dollar. Finanziert wurde der Kauf durch eine Kombination aus Barmitteln in der Bilanz und neuen Schulden

HP will Videokonferenz-Angebot ausweiten…

Der Grund, warum HP für die Übernahme des Videokonferenzspezialisten so tief in die Taschen gegriffen hat (Aufpreis zum Zeitpunkt der Offerte von über 50%), liegt auf der Hand: Die Nachfrage nach Hard- und Software-Lösungen im Bereich der mobilen Arbeit bzw. der Arbeit im Home-Office ist in den letzten Jahren exorbitant gestiegen. In diesem Bereich will HP künftig stärker punkten. Der Konzern will die Konferenzhardware von Poly mit der eigenen Management- und Sicherheitssoftware anreichern und so mehr Kunden gewinnen.

…..und auf Milliardenmarkt angreifen

Konkret taxiert HP den Markt für Peripheriegeräte mit 110 Milliarden Dollar und erwartet in diesem Segment ein jährliches Wachstum von 9%. Workforce Solutions (Mitarbeiter-Lösungen) im Bereich der hybriden Arbeit stellen laut HP ein Marktsegment mit einem Volumen von 120 Milliarden Dollar dar. In diesem Segment taxiert der Konzern das Wachstum auf jährlich rund 8%.

HP meldet Umsatzrückgang

Zudem legte HP seine Geschäftszahlen vor. Im abgelaufenen Quartal musste der Konzern einen Umsatzrückgang um 4% auf 14,7 Milliarden Dollar verkraften. Der Umsatz des Geschäftsbereichs Personal Systems – einschließlich PCs – sank in dem am 31. Juli beendeten Zeitraum um 3% auf 10,1 Milliarden Dollar. Während die Verkäufe an Privatkunden zurückgingen, stiegen die kommerziellen Einnahmen um 7%. Die Gesamtzahl der ausgelieferten Geräte sank um 25%, bei Notebooks sogar um 32%.

Das andere Hauptgeschäftsfeld von HP ist der Druckbereich, in dem der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6% auf 4,6 Milliarden Dollar zurückging. Der Nettogewinn für das Quartal lag bei 1,1 Milliarden Dollar und damit auf dem Niveau des Vorjahres.

HP irritiert Anleger mit gesenktem Ausblick

Ein Ende der Nachfrageschwäche sieht der Technologiekonzern vorerst nicht. Entsprechend rudert HP bei der Jahresprognose zurück. Für das Geschäftsjahr 2022 sieht HP den Gewinn in einer Spanne von 4,02 bis 4,12 Dollar pro Aktie. Das liegt unter der früheren Prognose von 4,24 bis 4,38 Dollar pro Aktie und auch unter dem Ziel der Wall Street-Analysten, die bislang von 4,27 Dollar ausgegangen sind.

Der Aktienkurs reagierte gestern auf die Vorlage der Zahlen deutlich und rutschte über 5% ab. Damit erscheint die Aktie zumindest optisch günstig. Trotz der reduzierten Prognose handeln die HP-Papiere nach dem Kursrutsch nun nur noch mit dem 7-Fachen des erwarteten Jahresgewinns.