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HP schluckt Videokonferenz-Spezialisten Poly für 3,3 Mrd. Dollar

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Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Nachfrage nach Videokonferenzsystemen in den letzten 2 Jahren exponentiell zugenommen hat. Diesen Trend hat der US-Hardware-Konzern HP Inc., der bis 2015 als Hewlett Packard firmierte, erkannt und entsprechend gehandelt.

So gab HP am Montag bekannt, dass das Unternehmen mit der Poly Inc. eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet hat. Die in Santa Cruz/Kalifornien beheimatete Poly Inc. ist ein weltweit führender Anbieter von Lösungen für Home-Office-Arbeitsplätze. Zum Angebot der Kalifornier gehören u.a. Headsets, Video- und Audiokonferenzprodukte, Tischtelefone, Analysesoftware.

HP bietet insgesamt 3,3 Mrd. Dollar

In der Übernahmevereinbarung hat sich HP bereiterklärt, für jede Poly-Aktie 40 US-Dollar (USD) auf den Tisch zu blättern. Bei 42,7 Mio. ausgegebenen Poly-Aktien bewertet HP den Videokonferenzspezialisten somit auf etwa 1,7 Mrd. USD. Einschließlich der zu übernehmenden Schulden von Poly bewertet HP das Geschäft sogar mit 3,3 Mrd. USD. HP will die Transaktion durch eine Kombination aus Barmitteln und neuen Schulden finanzieren.

Die Poly-Aktie war mit einem Kurs von 26,20 USD ins Wochenende gegangen. Wenn Sie Poly-Aktien in Ihrem Depot haben, können Sie sich somit über eine stolze Übernahmeprämie von knapp 53% freuen.

HP-Offerte löst Kursfeuerwerk aus

Die hohe Übernahmeprämie löste an der New Yorker Börse ein wahres Kursfeuerwerk aus. Die Poly-Aktien stiegen am Montag, dem Tag des Bekanntwerdens des Übernahmeangebots, um satte 52,6% auf 39,99 USD.

Damit lag der Kurs beim Erklingen des Schlussgongs nur noch knapp unter den angebotenen 40 USD. Es spricht folglich alles dafür, dass die Anleger davon ausgehen, dass der Deal zustande kommen wird.

HP will Videokonferenz-Angebot ausweiten

Der Grund, warum HP für die Übernahme des Videokonferenzspezialisten so tief in die Taschen greift, liegt auf der Hand. Die Nachfrage nach Hard- und Software-Lösungen im Bereich der mobilen Arbeit bzw. der Arbeit im Home-Office ist in den letzten Jahren exorbitant gestiegen.

Dies betont auch Enrique Lores, Präsident und CEO von HP, in seinem Statement zur Übernahme von Poly: „Durch den Zusammenschluss von HP und Poly entsteht ein führendes Portfolio von Lösungen für hybrides Arbeiten in großen und wachsenden Märkten.“

„Die starke Technologie, die komplementäre Marktpräsenz und das talentierte Team von Poly werden dazu beitragen, langfristiges profitables Wachstum zu erzielen, während wir HP weiter stärken“, so Lores weiter.

Konkret taxiert HP den Markt für Peripheriegeräte mit 110 Mrd. USD, der jährlich um gute 9% wächst. Workforce Solutions (Mitarbeiter-Lösungen) im Bereich der hybriden Arbeit stellen laut HP ein Marktsegment mit einem Volumen von 120 Mrd. USD dar, das jährlich um 8% wächst.

Wie es weitergeht

In wenigen Wochen wird den Poly-Aktionären das Übernahmeangebot auch offiziell zugestellt. Stimmt eine ausreichende Anzahl der Aktionäre der Offerte zu, ist dies ein erster wichtiger Schritt zur Umsetzung der Transaktion.

Parallel dazu bedarf das Angebot auch noch diverser behördlichen Genehmigungen und der Erfüllung anderer üblicher Abschlussbedingungen. Der Abschluss der Transaktion wird zum Ende des Kalenderjahres 2022 erwartet.