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Diese Aktie trägt einen großen Namen

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In Zeiten der Digitalisierung müsste ein Digitalisierungspionier wie etwa IBM doch gut dastehen – oder etwa nicht? Ist das Unternehmen womöglich abgehängt? Um große Marken bewerten zu können, bedarf es in der Regel eines geschulten Blicks „unter die Haube“, also in die Bilanz und Geschäftsberichte. Nur so lassen sich Investitionsideen logisch herleiten und Marktanomalien aufdecken. Lesen Sie unsere Analyse zu IBM – Sie werden überrascht sein.

IBM (International Business Machines) bietet als weltweit führender IT-Konzern eine breite Palette von Dienstleistungen (Outsourcing, Webhosting), Lösungen, Software und Technologien bis hin zu Finanzierungen an. Die Produktpalette umfasst Hardware (Workstations, Server, Mainframerechner, Drucker, Mikroelektronik, Speichersysteme, Netzwerke), Software (E-Commerce, Datenbanken) und Dienstleistungen im IT-Bereich.

Schwache Zahlen bei IBM

In den ersten 9 Monaten sank der Umsatz um 4% auf 53,3 Mrd $. Der Gewinn ist um 27% auf 4,2 Mrd $ gefallen. Das Segment Cloud & Cognitive Software, zu dem der Linux-Spezialist Red Hat aber auch die KI Watson gehört, konnte um 5% wachsen und einen Umsatz von 16,5 Mrd $ erzielen. In allen anderen Geschäftsfeldern ging es weiter bergab: Der Umsatz von Global Business Service ist um 4,2% auf 12 Mrd $ gesunken.

Global Technology Services büßte mit 19,2 Mrd $ 5,7% und Systems mit 4,5 Mrd $ 1,9% Umsatz ein. Das erfolgreiche Cloudgeschäft kann den Rückgang bei den Großrechnern und der ITInfrastruktur nicht kompensieren. Zudem hat IBM mit steigenden Kosten zu kämpfen. Um Kosten zu sparen, sollen in Europa rund 10.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

IBM sucht das Heil in der Cloud

Da IBM sich vollständig auf das Cloudgeschäft ausrichten möchte, plant das Unternehmen, die IT-Infrastruktur komplett auszugliedern. Die marode Sparte soll bis Ende 2021 in ein neues Unternehmen transferiert werden, das vollständig an die IBM-Aktionäre geht. Konzernchef Arvind Krishna, der die Geschäftsführung erst im April übernommen hat, war zuvor Leiter der Cloud-Sparte und versucht das Unternehmen durch eine Verschlankung wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Ob sich das Urgestein der PC-Industrie nach einer Abspaltung seiner Kernsparte auf dem Cloud-Markt durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. In Deutschland entwickelt IBM die technische Plattform für die E-Rezepte und nimmt damit eine Schlüsselposition in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems ein. Was gut klingt, hat in der Praxis so seine Tücken. IBM gilt als wenig innovativ, ja fast zu konservativ. Langfristig könnten Marktanteile schwinden. Finger weg von der Aktie.