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IBM-Aktie sendet nach überraschend starken Quartalszahlen Lebenszeichen

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Mit IBM machte gestern eines der großen Tech-Schwergewichte den Auftakt in die Berichtssaison. Es waren die ersten Zahlen nach der Abspaltung des Infrastrukturgeschäfts und sie fielen überraschend gut aus. Vor allem die wichtige Cloudsparte zieht kräftig an. Bei den Anleger konnte der US-Konzern mit den Ergebnissen jedenfalls punkten. Nach Vorlage der Zahlen haussierten die Papiere und zogen in einem ausgesprochen schwachen Marktumfeld um mehr als 3% an.

Konzernumbau macht sich positiv bemerkbar

Bevor wir auf die Zahlen im Detail kommen, möchte ich kurz auf das Geschäftsmodell eingehen. Der Hintergrund: IBM hat gerade den größten Konzernumbau in seiner 110-jährigen Firmengeschichte hinter sich gebracht. Im November war ein großer auf IT-Infrastruktur ausgerichteter Konzernbereich unter dem Namen Kyndryl abgespalten worden und ist nun separat an der Börse gelistet.

IBM fokussiert sich unterdessen auf neuere, wachstumsträchtigere Geschäftsfelder wie Beratungs- und Analysedienste sowie Cloud-Services und künstliche Intelligenz.

Umsatz und Gewinn deutlich über den Erwartungen

Nun aber zu den Zahlen: Im Schlussquartal kletterten die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5% auf 16,7 Milliarden Dollar. Das lag deutlich (um 740 Millionen Dollar) über den Prognosen der Analysten.

Noch stärker ging es beim Gewinn nach oben: Der Vorsteuergewinn verbesserte sich 2,9 Milliarden Dollar (+183%). Das liegt aber vor allem daran, dass im vergleichbaren Vorjahresquartal hohe Abschreibungen im Rahmen einer Umstrukturierung negativ zu Buche schlugen. Unter dem Strich blieb im vierten Quartal ein Nettogewinn von 2,3 Milliarden Dollar (+76%) übrig. Das entspricht einem Gewinn von 3,35 Dollar je Aktie, was ebenfalls über den Erwartungen lag (Konsensschätzungen: 3,29 Dollar je Aktie).

Cloud-Geschäft mit kräftigem Zuwachs

Vor allem das zukunftsträchtige Cloud-Geschäft sorgte zuletzt für Rückenwind. In der Sparte erhöhten sich die Umsätze um 16% auf 6,2 Milliarden Dollar. Besondere Musik spielte bei IBMs-Tochterunternehmen Red Hat (+21%), die der Konzern als Eckpfeiler seiner Hybrid-Cloud-Strategie positioniert hat. In der Hybrid-Cloud zählt IBM mittlerweile 3.800 Kunden – 1.000 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Aber auch das Beratungsgeschäft lief wie geschnitten Brot: Hier gingen Umsätze von 4,7 Milliarden Dollar durch die Bücher – ein Plus von 13,1% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In der Softwaresparte verbesserten sich die Erlöse unterdessen um 8,2% auf 7,3 Milliarden Dollar, während sich das Infrastrukturgeschäft mit 4,4 Milliarden Dollar Umsatz in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegte.

Jährlich wiederkehrende Einnahmen rücken in den Mittelpunkt

Im Gesamtjahr 2021 erhöhte IBM den Umsatz um rund 4%  auf 57,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn nahm um knapp 3% auf 5,7 Milliarden Dollar zu.

IBM-Finanzchef James Kavanaugh betonte bei der Vorlage der Zahlen, dass nun mehr als 70% der Einnahmen des Unternehmens aus Software und Dienstleistungen stammen und dass die jährlichen wiederkehrenden Einnahmen nun 13 Milliarden Dollar betragen. Letzteres ist ein wichtiges Indiz für die Stabilität des Geschäfts, ebenso wie die 7,6 Milliarden Dollar an Barmitteln, die das Unternehmen zum Jahresende auf der Bank hatte. IBM sagte auch, dass im Jahr 2022 ein freier Cashflow zwischen 10 und 10,5 Milliarden Dollar erwartet wird.

Fazit: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Dennoch senden die Quartalszahlen ein erstes Lebenszeichen. Immerhin hat IBM im Schlussquartal das höchste Wachstum seit mehr als einer Dekade erzielt. Ob das reicht, die Aktie nachhaltig anzuschieben, wird sich zeigen. Bei den Anlegern war die Aktie zuletzt jedenfalls alles andere als beliebt. Auf Fünfjahressicht liegen die Papiere rund ein Viertel im Minus und hinken damit der Performance von Technologieaktien (gemessen am  Nasdaq-Index: +140%) Lichtjahre hinterher.