Intel-Kurs nach Quartalszahlen im Sinkflug

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Intel-Aktie nach gemischten Quartalszahlen deutlich schwächer: Aussagen zu vorübergehend niedrigeren Margen verderben Anlegern die Laune (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Wie gewonnen so zerronnen. Gerade erst hatte sich der Kurs der Intel-Aktie etwas stabilisiert, da folgt der nächste Rückschlag. Nach Vorlage der Quartalszahlen verabschiedeten sich die Anleger aus der Aktie und drückten den Kurs deutlich nach unte. Dabei gab es durchaus auch Lichtblicke im Zahlenwerk. Doch weil der Chip-Gigant hohe Investitionen in neue Fabriken plant, hat Firmenboss Pat Gelsinger die Anleger auf vorübergehend niedrigere Margen eingestellt. Das scheinen die Investoren momentan höher zu gewichten als die langfristigen Chancen, die sich durch den Strategieschwenk hin zur Auftragsfertigung ergeben könnten.

Probleme bei den Lieferketten sorgen für Bremsspuren

Zuerst das Negative: Auch der Chip-Gigant Intel bekommt die aktuellen Probleme bei den Lieferketten zu spüren und zwar aus einfachem Grund. Die wichtigste Kundschaft – die Computerhersteller – können wegen fehlender anderer Chips ihre PCs und Server nicht mehr ausliefern. Daher ist der Bedarf an Intel-Ware gesunken. “Das ist eine direkte Folge der Lieferprobleme in der Halbleiterindustrie”, sagte Intel-Chef Pat Gelsinger.

Umsatz leicht unter, Gewinn deutlich über Erwartungen

Als Ergebnis hat der Chip-Gigant die Ergebnisse im zurückliegenden Quartal beim Umsatz minimal verfehlt. Insgesamt ging ein Umsatz von 18,1 Milliarden Dollar durch die Bücher des Konzerns. Das waren zwar 5% mehr als im Vorjahresquartal, aber 124 Millionen Dollar weniger als erwartet.

Eine andere Situation zeigt sich bei der Gewinnentwicklung. Hier konnte der Tech-Gigant überzeugen. Der Nettogewinn betrug 7 Milliarden Dollar (+54% vs. Vorjahr). Je Aktie blieb entsprechend ein Gewinn von 1,67 Dollar hängen, ganze 61 Cent beziehungsweise 50% mehr als von Analysten im Vorfeld erwartet wurde. Allerdings waren hierfür unter anderem auch steuerliche Restrukturierungen verantwortlich.

Lichtblick Internet der Dinge

Der Umsatz im größten Geschäftsbereich, Client Computing Group (PC-Sparte), fiel um 2% auf 9,66 Milliarden Dollar und trug damit rund 53% zu den gesamten Konzernerlösen bei. Gleichzeitig stiegen die Umsätze in der zweitgrößten Sparte Data Center Group (Lösungen für Rechenzentren) um 10% auf knapp 6,5 Milliarden Dollar.

Deutlich stärker ging es im Bereich Internet der Dinge (IOTG) vorwärts. Dort kletterten die Umsätze um 54% auf 1,37 Milliarden Dollar. Bei Mobiley (Software für Fahrsicherheit) erhöhten sich die Umsätze um 39% auf 326 Millionen Dollar.

Jahresprognose nach oben geschraubt

Gleichzeitig hat Konzernchef Gelsinger die Jahresprognose angepasst. Der Umsatz soll bei 73,5 Milliarden Dollar und der Gewinn je Aktie bei 5,28 Dollar liegen. Das sind 48 Cent mehr als zuvor in Aussicht gestellt wurde. Auf Sicht der kommenden 4 bis 5 Jahre peilt Intel im Schnitt ein jährliches Wachstum von 10 bis 12% an.

Allerdings stellt Gelsinger die Investoren auf niedrigere Margen ein. Zumindest in den kommenden 2 bis 3 Jahren soll die Bruttomarge leicht sinken. So soll die Bruttomarge, die nach Abzug der Produktionskosten verbleibt, in den nächsten zwei Jahren (2022 und 2023) auf 51 bis 53% sinken (Q3 2021: 56%), bevor sie wieder in den traditionelleren Bereich von 60 bis 65% ansteigt.

Das ist vor allem dem geplanten Einstieg in die Auftragsfertigung geschuldet. Der Hintergrund: Intel will künftig verstärkt in die Auftragsfertigung einsteigen und damit Unternehmen wie Samsung Electronics oder TSMC mehr Konkurrenz machen. Gelsinger will Intels Angebot schnellstmöglich modernisieren und bis 2025 verschiedene neue Chip-Generationen auf den Markt bringen. Dafür müssen die Kapazitäten ausgebaut werden. Bis 2022 rechnet Intel mit Investitionen zwischen 25 und 28 Milliarden Dollar.

Fazit: Die Zahlen von Intel fielen gemischt aus. Zudem sorgten die Aussagen zu höheren Investitionen und vorübergehend sinkenden Margen bei den Anlegern für schlechte Laune. Derzeit scheinen die Anleger das langfristige Potenzial auszublenden. Vor dem Hintergrund der vor allem im Wettbewerbsvergleich günstigen Bewertung (Kurs-Gewinn-Verhältnis rd.  10) scheint bereits ein hohes Maß an Skepsis im Kurs eingepreist zu sein. Sollte sich die Kursschwäche ausweiten, könnte die Aktie für langfristig ausgerichtete Anleger durchaus wieder interessant werden.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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