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Intel mit bestem Jahr der Firmengeschichte: Aktie rutscht dennoch 6% in den Keller

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Der US-Halbleiter-Gigant Intel spaltet momentan die Investoren. Während die einen die angepeilten milliardenschweren Investitionen in den Ausbau der eigenen Fertigung loben, warnen einige vor einem weiteren Übergangsjahr. Die neue Strategie verschlingt jedenfalls erst einmal eine Menge Geld.

Dass sich die Chip-Ikone Intel das leisten kann, steht dabei außer Frage. Das haben auch die gerade präsentierten Geschäftszahlen deutlich gezeigt. Die Kalifornier haben gerade das beste Schlussquartal und damit auch das beste Jahr der gesamten Firmengeschichte erzielt.

Schlussquartal deutlich über den Erwartungen

Trotz Lieferproblemen konnte Intel einen ordentlichen Jahresendspurt hinlegen. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal auf 19,5 Milliarden Dollar. Das war ein Zuwachs um 4% und lag immerhin 1,14 Milliarden Dollar über den Erwartungen der Analysten. Auf Grund schwächerer Margen und hoher Investitionen sank allerdings das Nettoergebnis um 21% auf 4,62 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,09 Dollar je Aktie. Aber auch das lag deutlich (um 18 Cent) über den Konsensschätzungen der Analysten und 19 Cent über der von Intel im Oktober ausgegebenen Prognose.

Robuste Nachfrage in allen Geschäftsbereichen

Das grundsätzlich positive Abschneiden auf der Umsatzseite führte Intel-Chef Pat Gelsinger auf die robuste Nachfrage in allen Geschäftsbereichen zurück:

Während die Umsätze größten Geschäftsbereich, Client Computing Group (CCG, PC-Sparte), um 7% auf 10,13 Milliarden Dollar sanken, erhöhten sich die Erlöse im zweitgrößten Segment (Data Center Group) um 20% auf knapp 7,31 Milliarden Dollar.

Die Sparte Internet of Things Group (IOTG) steuerte hingegen 1,41 Milliarden Dollar (+36 Prozent) zu den Gesamterlösen bei. Die Tochter Mobileye (Lösungen für Fahrsicherheit) erwirtschaftete einen Umsatz von 356 Millionen Dollar (+7%).

Massive Investitionen im Fokus

Auch wenn die Ergebnisse deutlich über den Erwartungen lagen, der Ausblick schien einigen Anlegern nicht zu schmecken. Für das erste Quartal rechnet Intel mit einem Umsatz von 18,3 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 80 Cent. Liegt die Umsatzprognose noch über den Erwartungen (17,62 Mrd. Dollar), so hatten die Analysten beim Gewinn etwas mehr erwartet (88 Cent).

Für das gesamte Geschäftsjahr 2022 stellt Intel einen Umsatz von mindestens 74 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge zwischen 51 und 5% in Aussicht.

Fest steht, der Strategieschwenk hin zum Produktionsausbau treibt erst einmal die Kosten in die Höhe. Erst vergangene Woche gab der US-Chipriese bekannt, mehr als 20 Milliarden Dollar in den Bau einer riesigen neuen Chipanlage im US-Bundesstaat Ohio zu stecken. Eine Entscheidung über Europa-Investitionen steht noch aus. Zu Gelsingers Strategie gehört, Intel verstärkt auch zu einem Auftragsfertiger zu machen, der neben eigenen Prozessoren Chips für andere Anbieter produziert.

Milliardenklage ist abgeschmettert

Es gab aber zuletzt nicht nur Zahlen zur Geschäftsentwicklung, sondern auch ein Update zu einer Milliardenklage. Hier konnte der Tech-Konzern einen Erfolg verbuchen. Die EU-Kommission hat den jahrelangen Rechtsstreit um eine Milliardenstrafe gegen Intel verloren. Die verhängte Wettbewerbsstrafe von 1,06 Milliarden Euro gegen den US-Konzern wurde für nichtig befunden. Damit kann der Chipspezialist ein jahrelanges Verfahren (Anm.: lief bereits seit 2009) endlich ad acta legen.

Übergangsjahr als Chance

Wie eingangs erwähnt scheiden sich an der Aktie momentan die Geister. Während Befürworter auf die günstige Bewertung verweisen (Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 für 2022 und Dividendenrendite von 2,8%), stufen Skeptiker die hohen Vorlaufinvestitionen als Kursbremse ein.

Das lässt sich auch deutlich an den Analysteneinschätzungen ablesen: Von 41 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 11 zum Kauf der Papiere. Die Mehrheit (21) stuft die Aktie mit Halten ein, während neun Analysten eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung erwarten. Entsprechend stark variieren die Kursziele, die zwischen 40 und 80 Dollar (akt. Kurs: 48,5 Dollar) für die Intel-Aktie liegen.