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Microsoft Aktie nach Q3-Bilanz auf Richtungssuche

Microsoft Aktie nach Q3-Bilanz auf Richtungssuche
dvoevnore / stock.adobe.com
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Es war die Woche der Tech-Giganten. Reihum legten die Internet- und Digitalkonzerne in den vergangenen Tagen ihre Bilanzen vor für den Zeitraum Januar bis Ende März. Bei Microsoft entspricht das Auftaktquartal des Kalenderjahres in der unternehmensinternen Zeitrechnung dem dritten Geschäftsquartal, das Geschäftsjahr dauert jeweils bis Ende Juni.

Analystenerwartungen getroffen – Anleger enttäuscht

Mit seinem Zahlenwerk konnte der Software-Dino die Erwartungen der Analysten weitgehend erfüllen – doch Anleger erwarten offenbar, dass ein Unternehmen wie Microsoft die Analystenschätzungen zu übertreffen vermag. Da das nicht gelang, sondern sich die Geschäftsentwicklung im Rahmen der Erwartungen bewegte, reagierten Aktionäre nur geringfügig auf die Quartalsbilanz. Die Microsoft Aktie konnte kurzzeitig zulegen, gab einen Großteil der Gewinne inzwischen aber wieder ab.

Profitieren konnte Microsoft einmal mehr von einer starken Entwicklung des Cloud-Geschäfts. Der Bereich hat in den vergangenen Jahren bereits an Bedeutung gewonnen, erfuhr aber durch die Pandemie zusätzlichen Auftrieb. Weil Schüler, Studenten und Arbeitnehmer über Monate gezwungen waren, von zuhause aus auf die benötigten Inhalte zuzugreifen und virtuell mit Lehrkräften, Dozenten oder Vorgesetzten Rücksprache zu halten, wurden auch digitale Vernetzungsangebote wie Clouddienste oder Konferenzprogramme wie Microsoft Teams häufiger nachgefragt.

Microsoft verbucht kräftiges Plus bei Umsatz und Gewinn

Obwohl der Pandemie-Effekt allmählich abflaut, lief es im Cloudgeschäft für Microsoft auch im zurückliegenden Quartal glänzend. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum kletterten die Umsätze der Sparte Azure um satte 46 Prozent. Das berufliche Netzwerk LinkedIn, das Microsoft im Jahr 2016 aufgekauft hatte, steigerte seine Erlöse um 34 Prozent.

Insgesamt verbuchte Microsoft einen Quartalsumsatz von 49,4 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Steigerung um 18 Prozent gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Unterm Strich stand ein Quartalsgewinn von 16,7 Milliarden Dollar, was binnen Jahresfrist ein Plus von 8 Prozent bedeutet.

Analysten bestätigen Kaufempfehlungen

Der Gewinn je Aktie lag mit 2,22 Dollar etwas über den Prognosen der Analysten, die im Schnitt von 2,19 Dollar je Aktie ausgegangen waren. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn je Aktie noch bei 1,95 Dollar gelegen.

Übertreffen konnte Microsoft auch die eigenen Erwartungen, und zwar mit Blick auf die verkauften Windows-Lizenzen. Diese konnten im vergangenen Quartal um 11 Prozent zulegen, das Management war lediglich von einem Zuwachs im hohen einstelligen Bereich ausgegangen. Branchenbeobachter hingegen hatten sogar vor rückläufigen PC-Verkäufen gewarnt.

Analysten haben im Nachgang zur Bilanzpräsentation sowohl ihre Kaufempfehlungen für die Microsoft Aktie als auch die Kursziele bestätigt. So sieht die US-Großbank JP Morgan die faire Bewertung weiterhin bei 320 Dollar, Goldman Sachs sowie die britische Barclays Bank gehen von 365 beziehungsweise 363 Dollar als Kursziel aus. Optimistischer zeigten sich die Experten der Credit Suisse, die ihre Kaufempfehlung für die Microsoft Aktie mit einem Kursziel von 400 Dollar garnierten.

Zuletzt war das Papier für knapp 280 Dollar zu haben.