Moderna-Aktie

Alles zur Moderna Aktie bei GeVestor | Aktuelle Aktienkurse und News zum Unternehmen | WKN A2N9D9 | ISIN US60770K1079 | Symbol MRNA
4 min | Stand 20.12.2021
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Inhaltsverzeichnis

Moderna-Aktie: Kurzportrait

Branche: Biotechnologie

Gründung: 2010

Sitz: Cambridge, Massachusetts, USA

Rechtsform: Incorporated

WKN: A2N9D9

ISIN: US60770K1079

Symbol: MRNA

Unternehmensprofil

Moderna ist ein US-amerikanisches Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Cambridge, Massachusetts. Die Eigenschreibweise des 2010 gegründeten Unternehmens „ModeRNA Therapeutics“ beinhaltet eine Referenz auf den Forschungsschwerpunkt: mRNA-Wirkstoffe für therapeutische Arzneimittel oder auch Impfstoffe.

International bekannt wurde Moderna 2020 im Zuge der Covid-19-Pandemie. Bereits in einer frühen Phase der Pandemie begann die Spezialfirma mit der Entwicklung eines mRNA-Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus Sars-Cov-2.

Moderna: Vorreiter im Kampf gegen Covid-19

Die erste klinische Studienphase begann im März 2020, damit war Moderna das erste Unternehmen weltweit, das die Genehmigung für eine solche Phase-I-Studie erhielt. Im Dezember 2020 und Januar 2021 erhielt das Vakzin die Zulassung in den USA, Großbritannien und der Europäischen Union und war damit neben den Präparaten von Biontech/Pfizer und AstraZeneca als eines der ersten in den westlichen Industrienationen verfügbar.

Die mRNA-Technologie gilt gerade in der Impfstoffentwicklung als relativ neuartig. In der Krebstherapieforschung wird schon länger mit entsprechenden Verfahren gearbeitet, auch Moderna betreibt Forschung und Entwicklung in diesem Bereich.

mRNA-Wirkstoffe auf dem Vormarsch

Während die Impfstoffe von AstraZeneca oder auch das in Russland entwickelte Präparat Sputnik V auf klassischen Vektorverfahren basieren, haben neben Moderna auch Biontech/Pfizer und Curevac Vakzine auf mRNA-Basis auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zu Vektorimpfstoffen, die eine abgeschwächte Form des Virus transportieren, um das Immunsystem zum Aufbau von Antikörpern zu animieren, werden über Messenger-RNA („Boten“-RNA beziehungsweise eben kurz mRNA) lediglich einzelne Bausteine verimpft, die eine entsprechende Immunantwort anregen.

Angesichts des weltweit hohen Bedarfs an Impfstoffen gegen Covid-19 zur Bekämpfung der globalen Pandemie ist von starken Absatzzahlen auszugehen. Der Umsatz, der 2019 noch bei überschaubaren 60 Millionen US-Dollar lag, dürfte dementsprechend deutlich ansteigen. Die Wirksamkeit des Moderna-Impfstoffs bewegt sich, je nach Studie, zwischen 85 und 96 Prozent und liegt damit auf vergleichbar hohem Niveau wie das Konkurrenzprodukt von Biontech/Pfizer.

Moderna Aktie geht dank Pandemie durch die Decke

Geschichte geschrieben hat Moderna bereits bei seinem Börsengang im Jahr 2018. Das Emissionsvolumen lag mit 604 Millionen Dollar höher als bei jedem vorherigen Börsendebüt aus der Biotech-Branche. Der Ausgabepreis der Moderna Aktie lag bei 23 Dollar. Bereits vor Ausbruch der Pandemie hatte sich der Wert des Papiers mehr als verdoppelt, erhielt aber im Jahresverlauf 2020 weiteren Auftrieb und legte dank der Meldungen über die Zulassungen des Impfstoffs rund um den Jahreswechsel 2020/2021 noch einmal kräftig zu. Anfang 2021 lag der Kurs der Aktie, die an der US-Technologiebörse Nasdaq bezeichnenderweise unter dem Kürzel MRNA gehandelt wird, bei über 170 Dollar.

Der Biotech-Sektor im Allgemeinen und die mRNA-Forschung im Speziellen stehen schon seit längerem bei Anlegern hoch im Kurs. Nicht nur bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie, sondern auch zur Bekämpfung zahlreicher anderer Erkrankungen gilt die neuartige Technologie als Hoffnungsträger. Unter anderem liegen Forschungsschwerpunkte auf der Behandlung verschiedener Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – beides sind weit verbreitete Leiden und weltweit häufige Todesursachen. Aber auch bei der Therapie seltener Krankheiten bieten mRNA-Arzneien neue Perspektiven. Moderna betreibt sowohl Grundlagenforschung als auch die Entwicklung angewandter Arzneimittel, und das sowohl eigenständig als auch in Kooperation mit strategischen Partnern, unter anderem AstraZeneca oder Merck & Co.

CEO Stéphane Bancel

Stéphane Bancel führt die Geschäfte von Moderna als CEO bereits seit 2011 und ist damit ein Mann der ersten Stunde. Der gebürtige Franzose studierte zunächst Ingenieurwesen in Paris und Minnesota und erwarb im Anschluss einen Master of Business Administration an der Harvard Business School.

Bancel war von 2000 bis 2006 für den US-Pharmariesen Eli Lilly tätig und durchlief dort verschiedene Managementposten. Unter anderem verantwortete er zeitweise das Geschäft für den belgischen Markt. 2007 wechselte er als CEO zum französischen Diagnostikunternehmen BioMérieux, ehe er 2011 den Posten als Vorstandschef bei Moderna antrat, den er seither bekleidet.

Bancel ist nicht nur CEO, sondern auch Anteilseigner und hält rund 9 Prozent der Moderna Aktien. Sein Vermögen wurde durch Forbes Ende 2020 auf rund 4,8 Milliarden US-Dollar geschätzt, was zu einem Großteil auf dem starken Kursanstieg der Moderna Aktien im Jahresverlauf 2020 basiert.

Geschichte des Unternehmens

Moderna wurde im September 2010 im US-amerikanischen Cambridge, Massachusetts, gegründet durch eine Forschergruppe um Derrick Rossi, der an der Harvard University an der mRNA-Technologie und deren medizinisch-therapeutischen Möglichkeiten geforscht hatte.

Als Mitbegründer holte Rossi Kenneth R. Chien und Bob Langer ins Boot, als erste Investoren fungierten Tim Springer und Noubar Afeyan. 2011 nahm die neugegründete Biotechnologiefirma ihre reguläre Arbeit auf unter der Leitung von CEO Stéphane Bancel.

Kooperationen stärken mRNA-Forschung

2013 schloss Moderna einen Kooperationsvertrag mit AstraZeneca über die Entwicklung und Vermarktung von mRNA-Wirkstoffen zur Therapie insbesondere von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bestimmten Krebsarten. In diesem Zuge erhielt Moderna eine Vorauszahlung mit einem Volumen von 240 Millionen US-Dollar.

In den Folgejahren schloss Moderna weitere Kooperationsvereinbarungen mit Partnern aus der Pharmaindustrie, unter anderem 2015 mit Merck zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Ebenfalls 2015 begannen die ersten Studien zu mRNA-Wirkstoffen an menschlichen Probanden.

Marktdebüt mit Covid-19-Impfstoff

Die Investitionen und Kooperationen treiben die mRNA-Forschung voran, 2018 erreicht ein erster Wirkstoff aus der Zusammenarbeit von Moderna und AstraZeneca die klinische Studienphase II. Anfang 2021 arbeitet Moderna an insgesamt 23 Präparaten, von denen sich 12 in klinischen Studien befinden. Der um den Jahreswechsel 2020/2021 zugelassene Impfstoff gegen Covid-19 ist das erste Vakzin von Moderna, das die Marktreife erreicht und Zulassungen erhält.

Die Pandemie hat jedoch nicht nur im beschleunigten Zulassungsverfahren die Vermarktung eines ersten Moderna-Produkts ermöglicht, sondern auch zur schnellen Expansion des Unternehmens beigetragen. So ist die Anzahl der Beschäftigten im Jahresverlauf 2020 von gut 800 auf mehr als 1.000 gestiegen, und auch in die klinischen Studien des Covid-19-Impfstoffs waren rund 30.000 Probanden eingebunden und damit weit mehr als bei allen vorherigen Wirkstoffen von Moderna.