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Netflix-Aktie: Hedgefondsmanager Bill Ackman greift nach Kurskollaps zu

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Mit der Netflix-Aktie war zuletzt kein Blumentopf zu gewinnen. Seit dem Jahreswechsel rauschten die Papiere zwischenzeitlich um 40% in den Keller. Seit dem Jahreshoch im November haben sich die Papiere sogar beinahe halbiert. Ausschlaggebend für den letzten Kursrutsch war vor allem die Geschäftsentwicklung, die deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb.

Wie geht es nun mit dem ehemaligen Anlegerliebling Netflix weiter? Während sich wahrscheinlich viele Anleger fragen, ob die Aktie nach dem Rücksetzer ein Kauf ist oder ob die Korrektur noch voranschreitet, zeigt sich ein renommierter Hedgefonds zuversichtlich und hat nach dem Kurssturz ein milliardenschweres Aktienpaket eingesammelt.

Dynamik beim Kundenwachstum lässt zu wünschen übrig

Bevor wir näher auf den Kauf des Großinvestors eingehen, werfen wir noch einen Blick auf die jüngste Geschäftsentwicklung, die letztlich den Kursverfall massiv beschleunigt hat: Mit 8,28 Millionen neuen Netto-Abonnenten weltweit blieb Netflix hinter den eigenen Erwartungen zurück. Der Streaming-Spezialist ging zuvor noch von 8,5 Millionen neuen Abonnenten aus. Noch weniger schmeckte es den Anlegern aber, dass der US-Konzern für das kommende Quartal nur noch von 2,5 Millionen neuen Kunden ausgeht. Insgesamt zählt Netflix mittlerweile rund 222 Millionen Abonnenten.

Umsatz legt um 16% zu – Marge rückläufig

Die Umsätze kletterten im zurückliegenden Quartal unterdessen um 16 % auf 7,71 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis sank im Gegenzug aber um 34 % auf 631,8 Millionen Dollar. Die operative Gewinnmarge lag bei mageren 8,2%, gegenüber 23,5% im letzten Quartal und 14,4% im Vorjahr.

Am Ende stand ein Nettogewinn von 607 Millionen Dollar beziehungsweise 1,33 Dollar je Aktie in den Büchern.

Schwacher Ausblick für das erste Quartal

Auch die Prognose konnte die Gemüter der Anleger nicht aufhellen. Für das erste Quartal erwartet Netflix lediglich 2,5 Millionen zusätzliche Abonnenten. Zum Vergleich: Die Analysten hatten auf mehr als doppelt so viel gehofft. Als einen Grund für den schwächer als erwarteten Ausblick führte Netflix an, dass viele der kommenden neuen Filme und Fernsehserien erst gegen Ende des ersten Quartals veröffentlicht würden. Zudem hat sich der Wettbewerb mit Disney+, HBO Max oder Apple TV weiter verschärft.

Dennoch hält das Netflix nicht davon ab, an der Preisschraube zu drehen. Vor wenigen Tagen war eine weitere Preiserhöhung für Nordamerika angekündigt worden.

Hedgefonds-Ikone nutzt Rücksetzer zum Einstieg

Von dem Kurskollaps ließ sich der renommierte Hedgefondsmanager Bill Ackmann nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil. Er hat zugegriffen und mehr als 3,1 Millionen Netflix-Aktien eingesammelt – Kaufpreis über 1 Milliarde Dollar.

Damit steigt Ackman mit seinem Hedgefonds zu den 20 größten Netflix-Aktionären auf. Der Fondsmanager sagte, Netflix profitiere von hochgradig wiederkehrenden Einnahmen und fügte hinzu, das Unternehmen habe Preismacht und liefere branchenführende Inhalte.

Die Anleger freut es und die Netflix-Aktie notierte nach der Nachricht deutlich fester. Kein Wunder, gilt der Großanleger doch als ausgesprochen treffsicher:

Der 1966 in New York geborene Ackman studierte in Harvard und gründete nach seinem Abschluss 1992 mit einem ehemaligen Kommilitonen David Berkowitz die Investmentfirma Gotham Partners. Im Jahr 2003 gründete er mit 54 Millionen Dollar Startgeld von drei Investoren dann seinen eigenen Hedgefonds, Pershing Square. Heute verwaltet Ackman über 22 Milliarden Dollar. Die Netflix-Position macht rund 5% seiner gesamten verwalteten Gelder aus. Da dürfte es auch ihn freuen, dass die Nachricht über seinen Einstieg dem Netflix-Kurs bereits etwas Leben eingehaucht hat.