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Einstiegschance bei Nike

Inhaltsverzeichnis

An sich ist Corona für die Unternehmen größtenteils erledigt. Sollte man meinen… Nicht so bei den Sportartikelherstellern Nike und Adidas, bei denen die grassierende Delta-Variante derzeit für dramatische Produktionsausfälle sorgt. Dies lässt sich auch an den aktuellen Zahlen von Branchenprimus Nike ablesen.

An den langfristig guten Perspektiven ändert sich jedoch nichts. Der jüngste Rückgang der Nike-Aktie könnte sich daher als gute Einstiegsgelegenheit erweisen.

Dramatische Produktionsausfälle in Vietnam

Mit den Ergebnissen des vorangegangenen Quartals hatte Nike Ende Juni noch für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Gegenüber dem durch Corona belasteten Vorjahresquartal wurden die Erlöse mit 12,3 Mrd. Dollar nahezu verdoppelt.

Doch dann kam die Delta-Variante. Mitte Juli gab es in einem Werk des vietnamesischen Herstellers Pou Chen in Ho Chi Minh City einen lokalen Ausbruch mit 49 infizierten Arbeitern. Die vom Gesundheitsministerium geforderte strenge Quarantäne konnte das Unternehmen nicht gewährleisten. Deshalb wurde das Werk von den Behörden geschlossen.

Für Nike hat das dramatische Folgen. Der US-Konzern produziert etwa die Hälfte seiner Schuhe und ein Drittel der Bekleidung in Vietnam. Ähnlich wie Adidas auch. Wegen der grassierenden Delta-Variante sind dort viele Betriebe geschlossen oder laufen nur in sehr eingeschränktem Betrieb. Laut Finanzvorstand Matt Friend liegen derzeit rund 80% von Nikes Schuhproduktion in Vietnam brach. Und das ausgerechnet vor dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Nike senkt Prognose

Die Probleme in der Lieferkette haben in den aktuellen Zahlen Spuren hinterlassen. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2020/2021 stieg der Umsatz um 16% auf 12,2 Mrd. Dollar und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Gewinn stieg dagegen stärker als erwartet um 22% auf 1,16 Dollar je Aktie.

Für das Gesamtjahr musste der Konzern mit seiner Prognose jedoch zurückrudern und rechnet jetzt nur noch mit einem einstelligen Umsatzplus. Bislang hatte das Unternehmen zweistellige Zuwächse anvisiert.

Laut Friend hat der Konzern bereits zehn Wochen Produktion verloren. Einen Teil der Produktion hat Nike jetzt nach Indonesien und China ausgelagert. Bis die Fertigung wieder auf dem normalen Niveau läuft, könne es laut Friend jedoch noch Monate dauern.

Kursrückgang als Einstiegsgelegenheit

Momentan bremsen die Produktionsausfälle Nike aus. An den guten langfristigen Perspektiven ändert sich dadurch aber nichts. Deshalb könnte sich der Kursrückgang (die Aktie hat gegenüber ihrem Allzeithoch um rund 17% korrigiert) als gute Einstiegsgelegenheit erweisen.

Allerdings empfiehlt es sich, vor dem Einstieg eine Stabilisierung abzuwarten. Der Aktienkurs ist zunächst unter das markante Hoch vom Dezember bei 148 Dollar zurückgefallen. Wichtig ist, dass die 200-Tage-Linie, die aktuell bei rund 146 Dollar, nicht nachhaltig unterschritten wird. Dann sehe ich sehe gute Chancen, dass die Nike-Aktie in dieser Region einen Boden ausbilden und ihren langfristigen Aufwärtstrend von hier aus wieder aufnehmen kann. Die Chancen dafür steigen deutlich, wenn die Nike-Aktie die Marke von 150 Dollar überschreitet.