Nike-Aktie nach Zahlen mit leichtem Aufschlag

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Jahrelang kannte die Nike-Aktie nur den Weg nach oben. Doch damit ist vorerst Schluss. Von den Höchstkursen im vergangenen November haben sich die Papiere des Sportartikelhersteller mittlerweile deutlich verabschiedet und über 40% an Wert verloren, auch wenn die Aktie auf die gerade vorgelegten Zahlen mit leichten Zugewinnen reagierte.

Pandemie verhagelt die Bilanz

Mit Vorlage der Zahlen zur Geschäftsentwicklung wird deutlich, mit welchen Herausforderungen die Sportartikelhersteller derzeit zu kämpfen haben. Vor allem das bei Nike wichtige China-Geschäft hat dem Sport-Giganten die Bilanz verhagelt.

Finanzchef Matthew Friend sagte, rund 60% des Geschäfts seien von den Corona-Lockdowns betroffen gewesen. Es hat zudem drei Wochen gedauert, um die volle Kapazität der Logistikstandorte in dem Land wiederherzustellen. Hier kam es wegen Corona-Ausbrüchen unter anderem zu Produktionsstörungen durch Werksschließungen. Zudem leidet Nike weiter unter hartnäckigen Lieferkettenproblemen, die den internationalen Handel behindern. Der Lagerbestand stieg kräftig an, viele Waren hängen fest.

Umsatz schmilzt in China um ein Fünftel zusammen

Die Lock-Down-Maßnahmen sorgten im zurückliegenden vierten Quartal (Anm.: endet bei Nike am 31. Mai) für einen deutlichen Umsatzschwund von 19% auf 1,5 Milliarden Dollar in China. Der Anteil Chinas am Erlös des größten Sportartikelkonzerns der Welt verringerte sich entsprechend innerhalb eines Jahres um 2,8 Prozentpunkte auf 12,8%.

Besser lief es hingegen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. In dieser Region erzielte Nike ein Umsatzplus von 9% auf 3,25 Milliarden Dollar. In der Region Asien-Pazifik kletterten die Erlöse sogar um 15% auf 1,68 Milliarden Euro, während in Nordamerika der Umsatz auf 5,11 Milliarden Dollar sank (-5%).

Leichter Gewinnrückgang auf Konzernebene

Bezogen auf den Gesamtkonzern gingen 12,23 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher. Im Vergleich zum Vorjahresquartal blieb der Umsatz damit nahezu stabil (-1%). Am Ende stand ein Gewinn von 1,4 Milliarden Dollar beziehungsweise 90 Cent je Aktie in den Büchern. Das sind zwar 5% weniger als im Vorjahreszeitraum, aber deutlich mehr als die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Die Prognosen lagen nur bei 81 Cent je Aktie.

Verhaltene Prognose für die nächsten Monate

Die eigentlich positive Gewinnüberraschung wurde durch einen verhaltenen Ausblick zunichte gemacht. Der Sportartikel-Konzern erwartet im laufenden Quartal einen unveränderten bis leicht steigen Umsatz. Analysten hatten bislang mit einem Anstieg von 5,1% gerechnet.

Für das Gesamtjahr gibt sich Nike dagegen etwas zuversichtlicher und prognostiziert ein Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Allerdings warnte der Konzern zugleich vor Belastungen durch höhere Fracht- und Produktkosten sowie Rabatten, die auf die Marge drücken könnten.

Nike-Aktie immer noch mit Premium-Bewertung

Auch wenn die Nike-Aktie deutlich von ihren Höchstständen entfernt ist, die Bewertung ist im Branchenvergleich immer noch ordentlich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 26 und damit deutlich höher als beim Rivalen Adidas (17). Im historischen Vergleich war die Aktie von Nike aber auch noch nie günstig. Nach dem Kursrückgang handeln die Papiere 25% unter dem durchschnittlichen Bewertungsniveau der vergangenen fünf Jahre. Ob das allerdings bereits ausreicht, um der Aktie einen tragfähigen Boden zu bieten, wird sich erst noch zeigen müssen.