Nike und DICK’S Sporting Goods kommen gut aus der Krise

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Neben dem Boom beim Onlineverkauf profitieren Nike und DICK’S Sporting Goods von der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in den USA. (Foto: Mr.Raw / Shutterstock.com)

Nike sprintete im Rekordtempo aus der Corona-Krise und konnte im 4. Quartal mit seinen Quartalszahlen punkten.

Nike profitierte von der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in den USA

Der Umsatz in Nordamerika schoss um 141% auf knapp 5,4 Mrd. $ nach oben. Im Geschäftsjahr 2020 (per Ende Mai) stieg der Umsatz um 19,1% auf 44,5 Mrd. $ und lag damit sogar um rund 14% über dem Vor-Corona-Jahr 2018. Waren im Lockdown vor allem Freizeitkleidung und Pyjamas gefragt, griffen die Kunden mit dem zunehmenden Impf-Fortschritt wieder verstärkt zu Lauf- und Wanderschuhen. Unterm Strich verdiente Nike 125,6% mehr – auch, weil der Konzern nach der Verschiebung großer Sportereignisse wie den Olympischen Spielen die Marketingausgaben deutlich gedrosselt hatte.

Onlineverkauf boomt in der Krise

Nike profitierte auch vom Onlineboom in der Krise, weil beim Verkauf über die eigenen Internet-Kanäle mehr Gewinn übrig bleibt. Die Kunden gewöhnen sich daran: Auch nachdem die meisten Läden im Frühjahr wieder öffneten, lag der Onlineumsatz um 41% über Vorjahr. Die Bruttomarge verbesserte sich von 43,4 auf 44,8%. Im Schlussquartal (von März bis Mai), das im Vorjahr in den ersten Corona-Lockdown gefallen war, schrieb Nike mit 1,51 Mrd. $ wieder schwarze Zahlen, während sich der Umsatz fast verdoppelte.

Im Geschäftsjahr 2021 nimmt Nike die nächste Rekordmarke ins Visier: Der Umsatz soll um 12% steigen – in der ersten Jahreshälfte etwas stärker – und erstmals die Marke von 50 Mrd. $ knacken.

Unternehmensporträt

Nike ist das größte Sportartikelunternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung ist fünfmal so hoch wie beim schärfsten Konkurrenten adidas. Die Gesellschaft lässt ihre Produkte – darunter zunehmend Bekleidung, Artikel und Zubehör für Sport und Freizeit – von vielen hundert Vertragspartnern in Billiglohnländern herstellen. Das Unternehmen wurde 1962 gegründet und 1972 nach der griechischen Göttin des Sieges benannt.

Bei DICK’S Sporting Goods liefen die Geschäfte im 1. Quartal hervorragend

Aufgrund der Pandemie haben immer mehr Menschen ihre Aktivitäten nach draußen verlagert. Das kam DICK’S Sporting Goods zugute. Denn das Unternehmen hat nicht nur für jeden Angler, sondern auch für jeden Outdoorfan die passende Ausrüstung. Die sorgten für gute Geschäfte, sodass die Markterwartungen übertroffen wurden.

Die Sportartikelkette konnte den Umsatz um 119% auf 2,92 Mrd. $ mehr als verdoppeln. Dies ist hauptsächlich auf das Wachstum der Umsätze auf vergleichbarer Fläche um 115% zurückzuführen, denn das Filialnetz wurde nur um 4 Geschäfte auf 730 erhöht. Die Erhöhung war breit abgestützt auf alle Sparten und beinhaltete einen Anstieg der Transaktionen um 90% sowie einen Anstieg des Umsatzes pro Transaktion um 25%.

Die Onlineverkäufe machen weiterhin erfreuliche Fortschritte

Seit Beginn der Pandemie hat sich das Umsatzwachstum im E-Commerce beschleunigt und ist um 14% gestiegen. Die E-Commerce-Durchdringung ist von 13% des Gesamtumsatzes auf 20% gestiegen. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 475,8 Mio. $, verglichen mit einem Verlust von 186,2 Mio. $ im Vorjahr. Die Aktionäre wurden mit einer Quartalsdividende von 31 Cent je Aktie und einem Aktienrückkauf in Höhe von 76,8 Mio. $ am Geschäftserfolg beteiligt.

DICK’S Sporting Goods investiert weiterhin in sein Geschäft, um den sich ändernden Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Mit einem Cash-Bestand von 1,8 Mrd. $ ist das leicht, und auch die Expansion dürfte wieder Fahrt aufnehmen.

Unternehmensporträt

1948 eröffnete Dick Stack ein Geschäft für Angelköder und -zubehör. 1958 erweiterte er das Angebot, verkaufte jetzt auch Sportartikel und eröffnete ein zweites Geschäft: DICK’S Sporting Goods war geboren. Heute führt sein Sohn Edward die Geschäfte. Er hat das Unternehmen kontinuierlich zu Amerikas größtem Sportartikelhändler gemacht. DICK’S betreibt 730 Läden in 47 Staaten und 125 Concept Stores.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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