Oracle: SAP-Rivale verunsichert Anleger mit nachlassendem Wachstum

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Oracle nach Zahlen mit kleinem Rücksetzer: Gewinnanstieg wird durch nachlassendes Wachstum bei Lizenzerlösen überschattet (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Mit gemischten Gefühlen reagierten die Anleger auf die gerade präsentierten Geschäftszahlen des Datenbank-Giganten Oracle. Zwar konnte der US-Konzern mit einer deutlichen Gewinnsteigerung glänzen, enttäuschte aber mit einem nachlassenden Wachstum bei den Lizenzumsätzen. Direkt nach den Zahlen reagierte die Aktie mit einem Verlust von knapp 3%. Allerdings liefen die Papiere seit dem Jahreswechsel auch deutlich besser als der Markt. Oracle-Aktionäre können auf einen Wertzuwachs von 33% zurückblicken, während der Leitindex für US-Aktien (S&P 500) „nur“ auf ein Plus von gut 20% kommt.

Oracle – Platzhirsch bei Datenbanken

Oracle gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Soft- und Hardwareprodukten. Das Unternehmen entwickelt, produziert, vermarktet und vertreibt Datenbank- und Middleware-Softwarelösungen, Applikationssoftware und Computerhardware wie Server und Speichersysteme.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Für kleinere und größere Unternehmen, Regierungsorganisationen oder Behörden bietet Oracle umfassende Pakete sowie ergänzende Services und entwickelt in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Kunden individuelle Lösungskonzepte. Auch Privatkunden können sich aus dem Produktportfolio für ihre Zwecke geeignete Software und Hardware zusammenstelle.

Deutliche Gewinnsteigerung im letzten Quartal

Erstmal zu den Lichtblicken im Zahlenwerk: Im zurückliegenden Quartal konnte Oracle ein deutliches Gewinnplus erreichen. Während der Umsatz nur um 3,8% auf 9,73 Milliarden Dollar zulegen konnte, erhöhte sich das operative Ergebnis um 7% auf 3,43 Milliarden Dollar. Entsprechend verbesserte sich die operative Gewinnmarge um einen Prozentpunkt auf 35%.

Am Ende stand beim SAP-Rivalen ein Nettoergebnis von 2,46 Milliarden Dollar beziehungsweise 86 Cent je Aktie in den Büchern. Das lag 19% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum und 13 Cent über den Erwartungen der Analysten.

Negativ – Lizenzerlöse unter Vor-Corona-Niveau

Allerdings gab es auch Schattenseiten in den Quartalszahlen: Während die wiederkehrenden Umsätze aus Cloud-Service-Verträgen und Software-Support um 6 % auf 7,4 Milliarden Dollar anstiegen, sackten die Lizenzerlöse um 9% auf 813 Millionen Dollar in den Keller. De facto liegen die Lizenzerlöse damit wieder unter dem Vorkrisenniveau. Auch bei den Hardware-Umsätzen musste Oracle einen Rückgang um 7% ausweisen.

Cloud-Geschäft steht mittlerweile für 10 Milliarden Dollar Jahresumsatz

Unterdessen zeigt sich Oracle-Firmenboss Safra Catz zuversichtlich und betont die starke Entwicklung des Cloud-Geschäfts. Mittlerweile tragen die beiden Cloud-Geschäftsfelder Infrastructure as a Service (IaaS) und Software as a Service (SaaS) mehr als ein Viertel zu den Konzernumsätzen bei. Aufs Jahr hochgerechnet betragen die Umsätze inzwischen mehr als 10 Milliarden Dollar.

In diesem Geschäftsfeld konkurriert Oracle nicht nur mit dem deutschen Software-Riesen SAP, sondern auch mit Google und Amazon. Zum Vergleich: SAP rechnet in diesem Jahr mit Cloud-Erlösen von rund 11 Milliarden Dollar. Damit trägt das Geschäft bei den Walldorfern rund ein Drittel zum Konzernumsatz bei.

Investitionen werden hochgefahren

Für das laufende Geschäftsjahr peilt Oracle ein Umsatzwachstum von mindestens 3,6%. Dabei sollen die Investitionen auf 4 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Während die Anleger sich nach den Zahlen zurückhaltend zeigen, herrscht auch bei den Analysten eine gewisse Skepsis. Von 28 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, rät die überwiegende Mehrheit (19 Analysten) nur zum Halten der Aktie. Sechs Analysten stufen die Aktie als kaufenswert ein, während drei Banker zum Verkauf votieren. Das durchschnittliche Kursziel liegt über alle Analysten hinweg bei 88,90 Dollar nahezu exakt auf dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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