PayPal-Aktie nach Quartalszahlen mit Rückenwind

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Juckt es Ihnen bei den tiefen Kursen einiger ehemaliger Börsenstarts auch in den Fingern und Sie liebäugeln mit einem Einstieg? Dies geht sicherlich vielen Anlegern so. Schließlich haben nicht wenige frühere Top-Aktien die Hälfte oder gar drei Viertel an Wert eingebüßt. Hier gilt es jedoch genau zu unterscheiden, wo die Abschläge berechtigt und wo überzogen sind. Die aktuelle Quartalsberichtssaison ist diesbezüglich ein guter Indikator.

Heute möchte ich mich einem Wert widmen, bei dem die Verkaufspanik überzogen zu sein scheint, was auch die Quartalszahlen der vergangenen Nacht bestätigen: PayPal.  

Kursabsturz suggeriert das Ende der Wachstumsstory

PayPal brauche ich Ihnen wohl nicht groß vorzustellen. Wahrscheinlich hat fast jeder von Ihnen die einfache und schnelle Bezahlmethode per Internet oder Smartphone bereits genutzt. Ich persönlich zahle bei Online-Einkäufen Jahr für Jahr mehr mit PayPal.

Daher wundert es mich auch, dass die Wachstumsstory von PayPal quasi vorbei sein soll – das suggeriert zumindest der Kursabsturz der Aktie von 300 bis auf 70 US-Dollar. Mag sein, dass die 300 US-Dollar beim Aktienkurs etwas zu viel des Guten waren. Aber wie so oft an der Börse scheint der Übertreibung nach oben die Übertreibung nach unten zu folgen.

Zahlen zum zweiten Quartal übertreffen Erwartungen

Es waren keine Glanzzahlen, die PayPal in der Nacht veröffentlicht hat, aber sie waren erheblich besser als befürchtet. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 9% auf 6,8 Mrd. US-Dollar, was minimal über der durchschnittlichen Analystenprognose lag. Beim Gewinn pro Aktie von 0,93 US-Dollar konnte PayPal die Prognosen immerhin um 7 Cent übertreffen.

Entscheidend für die gute Laune der Anleger im Anschluss an die Zahlenvorlage dürfte der Ausblick sein. Im Vorfeld gab es Befürchtungen über eine weitere Prognosesenkung des Unternehmens. Stattdessen hob das PayPal-Management seine vor einiger Zeit gesenkte Prognose wieder an leicht an: Für das Gesamtjahr wird nun ein Gewinn zwischen 3,87 und 3,97 US-Dollar erwartet, zuvor lag die Spanne bei 3,81 bis 3,93 US-Dollar. Analysten hatten bisher im Schnitt mit 3,85 US-Dollar je Aktie gerechnet.

In früheren (Erfolgs-)Zeiten hätten solche Zahlen die PayPal-Aktie wahrscheinlich kaum bewegt. Doch aktuell reicht es im nachbörslichen Handel zu einem Kursgewinn von über +10%. Offenbar waren Skepsis und Angst vor einer negativen Überraschung groß.

Hedgefonds wird neuer Großaktionär

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sich der Investor Pal Singer mit seinem Hedgefonds Elliott an PayPal beteiligt hat. Mit dem Quartalsbericht gab PayPal auch gleich die Höhe des Engagements bekannt: Es sind 2 Mrd. US-Dollar. Das ist schon eine ordentliche Summe. Offenbar sieht Paul Singer bei PayPal eine günstige Einstiegsgelegenheit.

Die Chancen der PayPal-Aktie auf ein Comeback steigen

Nachdem die PayPal-Aktie lange Zeit unter der sehr schlechten Anlegerstimmung gelitten hatte, haben sich die Chancen für ein Comeback zuletzt erheblich gebessert. Sollte die Anlegerstimmung jetzt nachhaltig wieder zugunsten von PayPal drehen, dann ist hier einiges Aufwärtspotenzial in recht kurzer Zeit drin. Darauf setzt sicher auch Pal Singer.

Anlegerstimmungen zu prognostizieren – gerade kurzfristig – ist allerdings eine heikle Sache. Ich persönlich investiere lieber mit einem langfristigen Anlagehorizont. Und auch diesbezüglich ist die PayPal-Aktie auf jeden Fall einen näheren Blick wert.