Paypal schnappt sich Ratenzahlungsanbieter Paidy für 2,7 Milliarden Dollar

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Paypal wil Ratenzahlungsspezialisten Paidy für 2,7 Milliarden Dollar schlucken: Deal stärkt Position auf drittgrößtem E-Commerce-Markt der Welt (Foto: JHVEPhotos / shutterstock.com)

Ein neuer Milliarden-Deal wirbelt den Markt für Zahlungsabwicklung durcheinander. Nachdem im letzten Monat bereits der US-Konzern Square für 29 Milliarden Dollar den australischen Ratenzahlungsanbieter Afterpay geschluckt hat, legt jetzt der Zahlungsspezialist Paypal nach und streckt die Fühler nach Japan aus: Mit der milliardenschweren Übernahme von Paidy will sich Paypal auf dem drittgrößten E-Commerce-Markt der Welt verstärken.

Japan ist für Paypal hochattraktiv

Der Hintergrund des Deals ist offensichtlich: Paypal will sich zusätzliches Wachstumspotenzial in Japan erschließen. Der Markt gilt als hochattraktiv. Obwohl die Online-Umsätze während der Pandemie dort stark gestiegen sind, werden laut Analysen weiterhin mehr als zwei Drittel der Käufe in Bar getätigt.

Wachstumschancen dürften damit reichlich vorhanden sein. Mit der Transaktion baut Paypal seine Position in Japan deutlich aus und kann mit einer Option für späteres Bezahlen wie Ratenzahlungen neue Bezahlungsmöglichkeiten anbieten.

Paidy mit mehr als 6 Millionen registrierten Nutzern

Mit der Übernahme von Paidy setzt Paypal auf den Platzhirsch in Japan. Auch wenn das Unternehmen erst 2008 gegründet wurde, das Wachstum verlief in den letzten Jahren rasant. Inzwischen ist die Kundenbasis von Paidy auf über 6 Millionen Nutzer angeschwollen.

Mit den Zahlungsdiensten von Paidy können japanische Käufer online Einkäufe tätigen und diese dann jeden Monat n einem Supermarkt oder per Banküberweisung bezahlen. Eine Kreditkarte ist dafür nicht nötig. Eine Besonderheit: Paidy verlangt für die Ratenzahlung als einziger Dienstleister in Japan keine Zinsen.

Paypal ist übrigens für Paidy kein Unbekannter. Der US-Konzern gehörte neben Goldman Sachs, Visa und Itochu zu den frühen Geldgebern der Firma. Im April dieses Jahres ist sogar Star-Investor George Soros mit 100 Millionen Euro bei dem Ratenzahlungsspezialist eingestiegen. Zuletzt war in den Medien noch über einen möglichen Börsengang der Firma spekuliert worden.

Alle Beteiligten profitieren

In der Theorie profitieren alle von dem Zusammenschluss. Paidy kann mit Paypal im Rücken auf eine 20 Jahre lange Erfahrung in der Prüfung der Kreditwürdigkeit der Nutzer zurückgreifen. Das Unternehmen setzt vor allem auf selbst entwickelte Algorithmen und Künstliche Intelligenz, um Ausfallrisiken zu bewerten und zu minimieren. Die angebundenen Partner dürften sich durch die Möglichkeit von Ratenzahlungen schlichtweg über mehr Geschäft freuen.

Paypal mit dynamischen Wachstum

Auch ohne Übernahmen wächst Paypal derzeit rasant: Im zweiten Quartal 2021 wurden rund 4,74 Milliarden Bezahlvorgänge über PayPal abgewickelt. Dabei kletterte das Transaktionsvolumen auf 311 Milliarden Dollar (+40%). Beim Umsatz erzielte Paypal ein Plus von 19 % auf 6,24 Milliarden Dollar. Insgesamt nutzen 403 Millionen aktiven Nutzern den Zahlungsdienst.

Für das Gesamtjahr peilt der US-Konzern einen Umsatz von 25,7 Milliarden Dollar an. Zum Vergleich: Im Vorjahr gingen bei Paypal insgesamt Umsätze von 21,45 Milliarden Dollar durch die Bücher. Beim Gewinn stellt die Konzernführung 4,70 Dollar in Aussicht. Das liegt nochmals deutlich über dem Niveau des Vorjahres (3,58 Dollar).

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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