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Paypal sorgt mit Quartalszahlen für enttäuschte Gesichter: Aktie legt Rückwärtsgang ein

Inhaltsverzeichnis

Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren. Während bei Tech-Firmen wie Apple und Alphabet starke Geschäftsergebnisse mit deutlichen Kursaufschlägen honoriert wurden, war beim Zahlungsspezialisten Paypal das Gegenteil der Fall.

Die Paypal-Papiere sackten nach Vorlage der Quartalzahlen deutlich um in den Keller. Eine nachlassende Wachstumsdynamik und eine verhaltene Prognose ließen die Anleger erst einmal auf die Seitenlinie wechseln.

Paypal mit rückläufigem Gewinn im Schlussquartal

Der US-Zahlungsdienstleister war im vierten Quartal weiter im Wachstumsmodus: Die Umsätze kletterten auf 6,9 Milliarden Dollar. Das lag zwar 13% über dem Vorjahresquartal und 30 Millionen Dollar über den Analystenschätzungen, allerdings hatte der Corona-Profiteur im Vorjahr noch mit Zuwachsraten von 25% glänzen können. Auch im Vorquartal (Q3: +19%) und im zweiten Quartal (+13%) verzeichnete der Konzern eine höhere Wachstumsdynamik.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 801 Millionen Dollar (-49% im Jahresvergleich) beziehungsweise 1,11 Dollar hängen. Damit wurden die Analystenschätzungen minimal um einen Cent verfehlt.

Zahl der aktiven Konten steigt auf 426 Millionen

Bei der Anzahl der Kunden konnte Paypal ebenfalls weiter zulegen. Insgesamt wurden netto 9,8 Millionen neue Nutzer im Schlussquartal gewonnen. Davon stammten 3,2 Millionen aus der Übernahme von Paidy (Anm.: Paidy ist ein japanischer Spezialist für Ratenzahlungen), den Paypal im letzten Jahr für 2,7 Milliarden Dollar übernommen hatte.

Insgesamt erhöhte sich die Gesamtzahl der aktiven Konten auf 426 Millionen (+13%). In Summe wurden im vierten Quartal 5,3 Milliarden Zahlungstransaktionen durchgeführt (+21%).

Das gesamte über Paypal abgewickelte Transaktionsvolumen stieg unterdessen um 23% auf 339,5 Milliarden Dollar. Rund 60,6 Milliarden Dollar wurden über Venmo (Paypals mobile Zahlungslösung) abgewickelt (+29%).

Schwache Prognose sorgt für miese Stimmung

Für das laufende Gesamtjahr peilt der US-Konzern einen Umsatz von 25,7 Milliarden Dollar an. Zum Vergleich: Im Vorjahr gingen bei Paypal insgesamt Umsätze von 21,45 Milliarden Dollar durch die Bücher. Entsprechend erwartet Paypal ein Umsatzwachstum von mindestens 19% für das Geschäftsjahr 2022. Zugleich sollen 15 bis 22 Millionen weitere aktive Konten im Gesamtjahr hinzugefügt werden.

Beim bereinigten Gewinn stellt die Konzernführung zwischen 4,60 und 4,75 Dollar in Aussicht. Das liegt deutlich unter den bisherigen Konsensschätzungen. Bislang waren die Analysten in den Banken von einem Gewinn je Aktie von 5,26 Dollar ausgegangen.

Langfristziel vorerst beerdigt

Nachdem Paypal im letzten Jahr 4,5 Millionen illegale Konten geschlossen hat, wird nun die Marketingstrategie angepasst. Offenbar wurden Anreiz- und Belohnungssysteme von zweifelhaften Neukunden gezielt ausgenutzt. Zum Hintergrund: PayPal hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal Anreize für die Anmeldung von Kunden geboten, indem es bis zu 10 Dollar bei Eröffnung eines neuen Kontos zahlte. Die Risikomanagement-Abteilung des Konzerns entdeckte jedoch, dass viele der Konten von Bot-Farmen erstellt wurden. Dahinter verbarg sich also ein System, mit dem Betrüger Internetaktivitäten manipuliert haben.

Jetzt stoppt der Konzern diese Anreizsysteme und setzt mehr darauf, die Nutzung der Produkte innerhalb der bestehenden Kunden zu steigern. Unterdessen hat der Konzern von seinem Langfristziel, bis zum Jahr 2025 die Anzahl der Nutzer auf 750 Millionen zu erhöhen, vorerst Abstand genommen.

Anleger senken den Daumen

Die Reaktion der Anleger fiel drastisch aus. Die Paypal-Papiere rutschten gestern zeitweilig um ein Viertel in den Keller. Die Aktie notiert momentan mit 132 Dollar massiv vom Kurshoch aus dem letzten Sommer (308 Dollar) entfernt. In Summe haben sich seither rund 200 Milliarden Dollar an Börsenwert in Luft aufgelöst.

Anleger sollten aber trotz der schlechten Stimmung nicht vergessen: Paypal bleibt ein hochqualitatives Unternehmen, das sowohl in Europa als auch den USA die Zahlungsapp Nummer 1 besitzt. Zudem ist der Konzern breit diversifiziert. Fortlaufend werden neue Angebote entwickelt oder Übernahmen getätigt, um den traditionellen Banken den Rang abzulaufen. Geld dafür ist genug vorhanden. Allein im letzten Geschäftsjahr erzielte Paypal einen freien Cash Flow von 5,4 Milliarden Dollar.