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Peloton-Aktie nach Milliardenverlust im Sinkflug

Inhaltsverzeichnis

Rückläufige Umsätze und ein deutlich höherer Verlust. Das ist die herbe Kost, die die Peloton-Anleger vor wenigen Tagen erst einmal verdauen mussten. Und das nachdem kurz zuvor die Meldung, künftig die Fitnessräder auch über Amazon zu verkaufen, noch für Euphorie gesorgt hatte.

Die Reaktion auf die Zahlen fiel jedoch eindeutig aus. Die Peloton-Papiere rauschten nach den Zahlen zweistellig in den Keller. Damit weiten sich die jüngsten Kursverluste aus. Wer vor 12 Monaten in die Peloton-Aktie investiert hat, liegt inzwischen 90% in der Verlustzone.

Corona-Nachfrageboom ist passe

Peloton war einer der großen Gewinner der Lock-Down-Beschränkungen während der Corona-Pandemie. Die Verkäufe der Trainingsbikes und Laufbänder der Firma sprangen hoch, Interessenten mussten zum Teil lange auf ihre Geräte warten. Im Geschäftsjahr 2021 (ging bei Peloton bis Juni 2021) kletterten die Umsätze um 120% auf knapp über 4 Milliarden Dollar.

Peloton startet als Reaktion auf den Nachfrageschub mit einem enormen Kapazitätsausbau, der sich nun als schwerwiegende Fehlkalkulation erwies. Mit den zunehmenden Lockerungen verlor die Nachfrage rapide an Dynamik. Entsprechend hoch waren die Lagerbestände. Als Konsequenz wurde sogar der Fabrikbau in den USA zur Kapazitätserweiterung wieder gestoppt.

Umsatz bricht um 28% ein

Die hohen Zuwachsraten sind längst vorbei: Im abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 schrumpfte der Umsatz auf 679 Millionen Dollar. Ein Rückgang von 28% zum Vorjahresquartal. Der Gesamtumsatz verteilte sich auf 295,6 Millionen Dollar (-55%) für Connected Fitness Products und 383,1 Millionen Dollar (+36%) für Connected Fitness Abonnements. Die Zahl der zahlenden Abonnenten erhöhte sich um27% auf 2,96 Millionen.

Peloton mit Milliardenverlust

Zugleich ließ die Profitabilität deutlich zu wünschen übrig. Unterm Strich sammelte sich ein Fehlbetrag von gut 1,24 Milliarden Dollar an, nach roten Zahlen von 313 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Laut Firmenboss Barry McCarthy sind rund ein Drittel der Verlust auf die getroffenen Umstrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen.

Der hohe Lagerbestand (zuletzt 1,1 Milliarden Dollar) muss reduziert und die Fixkosten gesenkt werden. Inzwischen hat der Konzern sogar seine Produktion ausgelagert und massive Einschnitte bei seinem eigenen Personal vorgenommen.

Fazit:

Peloton hat sich vom Corona-Profiteur zu einem richtigen Restrukturierungsfall entwickelt. Immerhin türmte sich im gerade abgelaufenen Gesamtjahr ein Verlust von 2,8 Milliarden Dollar auf. Auch für das laufende Quartal erwartet der Konzern ein Umsatzrückgang von 21%. Zwar führt das Management die Entwicklung auf die jüngst vorgenommenen Preiserhöhungen für Hardware sowie der typischen saisonalen Nachfrageschwäche zurück, ob sich das Käuferverhalten aber in Zeiten deutlich erhöhter Inflation schnell wieder wandelt, darf bezweifelt werden. Peloton muss nun zügig zeigen, dass sich das Geschäftsmodell nachhaltig profitabel betreiben wird. Solange sollten sich Anleger bei Investitionen in der Aktie des deutlich erhöhten Risikos bewusst sein.