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Pinterest-Aktie setzt Erholungsbewegung nach den Quartalszahlen weiter fort

Inhaltsverzeichnis

Die Pinterest-Aktie ist nichts für schwache Nerven. Seit Ende Oktober letzten Jahres die Übernahmegerüchte durch den Zahlungsspezialisten Paypal abgeflaut sind, ging es mit dem Pinterest-Aktienkurs stramm bergab. Die Papiere sackten von über 60 Dollar bis auf zwischenzeitlich 18 Dollar in den Keller. Doch mittlerweile scheint ein Boden gefunden. Nach Vorlage der Geschäftszahlen konnte die Aktie wieder etwas Boden gut machen, auch wenn der Kurs mit 21,8 Dollar noch Lichtjahre vom 52-Wochenhoch (81,77 Dollar) entfernt ist.

Fotoplattform mit Netzwerkeffekt

Bevor wir auf die jüngsten Geschäftszahlen eingehen, möchte ich Ihnen den US-Konzern erst einmal näher vorstellen: Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit 433 Millionen Menschen (davon nur rund 20% aus den USA) monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Geld verdient Pinterest hauptsächlich über Werbeanzeigen auf der Plattform, insbesondere mit sogenannten Promoted Pins. Hierbei handelt es sich um Kreativbeiträge in dem sozialen Netzwerk, die von Werbetreibenden erstellt worden sind. Produkte oder Dienstleistungen stehen im Fokus, die gegen Geld erworben werden können. Als Plattformbetreiber erhält das soziale Netzwerk beim Verkauf verlinkter Produkte einen Umsatzanteil.

Corona-Schub lässt deutlich nach

Zum Jahresstart konnte Pinterest zwar weiter wachsen, aber die Dynamik ließ deutlich nach: Nach einem Umsatzplus von 52% auf 2,57 Milliarden Dollar in 2021, erzielte Pinterest im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 „nur“ noch ein Wachstum von 18% auf 574 Millionen Dollar.

Auffällig waren die rückläufigen Nutzerzahlen: In den USA ging die Zahl der monatlich aktiven Nutzer von 109 auf 94 Millionen (-13%) zurück. International sank die Nutzerzahl um 5,9% auf 220 Millionen, während in Europa monatlich 120 Millionen Kunden auf das Netzwerk zugriffen (-11,7%). In Summe ergab sich damit im Jahresvergleich ein Minus bei den Nutzerzahlen von 9,4% auf 433 Millionen.

Lukrative Kunden in den USA, aber Wachstum auf internationalere Bühne

Obwohl nur gut ein Fünftel (21,7%) der Nutzer aus den USA stammen, war der Heimatmarkt für 81,7% der Umsätze respektive 470 Millionen Dollar verantwortlich. Je Nutzer erzielte Pinterest in Nordamerika & Canada einen Umsatz von 4,98 Dollar. Zum Vergleich: In Europa waren Nutzer mit einem Umsatz von 72 Cent deutlich weniger lukrativ.

Positiv: In allen Regionen konnte die Monetarisierung der Nutzer deutlich verbessert werden. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Umsatz je Nutzer in den USA um 31%, in Europa um 40% und im Rest der Welt um 164%.  

Am Ende erzielte Pinterest ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 77 Millionen Dollar in den Büchern. Je Aktie blieb ein bereinigtes Ergebnis von 10 Cent übrig, was wiederum 6 Cent über den Konsensschätzungen lag.

11% Wachstum im zweiten Quartal erwartet

Für das laufende Quartal stellt das Pinterest-Management ein Umsatzplus von 11% in Aussicht. Die Betriebskosten sollen im gleichen Zeitraum im Vergleich zum Vorquartal um etwa 10% ansteigen. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet Pinterest unterdessen einen Anstieg der Betriebskosten um 35 bis 40% (bislang: 40%) im Vergleich zum Vorjahr.

Der Schwerpunkt der Investitionen wird auch im Jahresverlauf auf der Skalierung unseres Ökosystems liegen. Zuletzt wurden die Einkaufsmöglichkeiten im Netzwerk erheblich ausgeweitet und mit der TV Studio App eine Möglichkeit für die Kunden geschaffen, Livestreams auf der Plattform durchzuführen. Damit will Pinterest augenscheinlich seinen Platz neben TikTok, Instagram und Co. verteidigen, die schon länger Funktionen zur Erstellung von Live-Video-Inhalten bereitstellen.

Ob dies gelingt, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen. Die Anleger scheinen derzeit eher das Glas halb voll als halb leer zu sehen, wie die anziehenden Kurse seit Vorlage der Zahlen und der Prognose zeigen.