Pinterest: Wie es nach dem 50% Kursrutsch weitergeht

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Wie es nach dem 50% Kursrutsch bei Pinterest weitergeht. Der Corona-Schub lässt deutlich nach, die Wachstumsstory ist dennoch intakt. (Foto: Happy Zoe / shutterstock.com)

Seit Ende Oktober die Übernahmegerüchte durch den Zahlungsspezialisten Paypal abgeflaut sind, ging es mit dem Pinterest-Aktienkurs stramm um 40% bergab. Seit dem Jahreshoch bei 85 Dollar summieren sich die Kursverluste sogar auf über 55%. Mittlerweile notiert die Aktie bei 37 Dollar und damit auf dem Kursniveau vom vergangenen Sommer.

Wie geht es nun weiter? Wie steht es um die operative Geschäftsentwicklung und wie schätzen die Analysten die Perspektive der Aktie ein?

Fotoplattform mit Netzwerkeffekt

Bevor wir auf die jüngsten Geschäftszahlen eingehen, möchte ich Ihnen den US-Konzern erst einmal näher vorstellen: Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit knapp 450 Millionen Menschen (davon nur rund 20% aus den USA) monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Geld verdient Pinterest hauptsächlich über Werbeanzeigen auf der Plattform, insbesondere mit sogenannten Promoted Pins. Hierbei handelt es sich um Kreativbeiträge in dem sozialen Netzwerk, die von Werbetreibenden erstellt worden sind. Produkte oder Dienstleistungen stehen im Fokus, die gegen Geld erworben werden können. Als Plattformbetreiber erhält das soziale Netzwerk beim Verkauf verlinkter Produkte einen Umsatzanteil.

Corona-Schub lässt deutlich nach

Im dritten Quartal konnte Pinterest zwar weiter hohe Wachstumsraten vorweisen, aber die Dynamik ließ deutlich nach: Nach einem Umsatzplus von 125% im zweiten Quartal, erzielte Pinterest im dritten Quartal „nur“ noch ein Wachstum von 43% auf 633 Millionen Dollar.

Was den Anlegern gar nicht gefiel: In den USA ging die Zahl der monatlich aktiven Nutzer von 98 auf 89 Millionen zurück. International stieg die Nutzerzahl um 4% auf 356 Millionen. In Summe ergab sich damit im Jahresvergleich nur ein minimales Kundenplus von 1% auf 444 Millionen.

Lukrative Kunden in den USA, aber Wachstum auf internationalere Bühne

Obwohl nur gut ein Fünftel der Nutzer aus den USA stammen, war der Heimatmarkt für 78,6% der Umsätze respektive 498 Millionen Dollar verantwortlich. Stärkeres Wachstum zeigte allerdings das internationale Geschäft, das ein Umsatzplus von 96% auf 135 Millionen Dollar erreichte (vs. USA +33%).

Am Ende erzielte Pinterest einen Nettogewinn von 94 Millionen Dollar, was einer Gewinnmarge von 15% entspricht. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 94 Millionen Dollar in den Büchern. Für das vierte Quartal rechnet Pinterest mit einem Wachstum im hohen Zwanzigerbereich beim Umsatz.

Analysten sind sich uneinig

Unterdessen zeigen sich die Analysten zurückhaltend: Für 2021 rechnen die Experten mit einem Gewinn je Aktie von 1,10 Dollar, für 2022 sollen es dann 1,32 Dollar werden. Damit handelt die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 (Basis Gewinn 2022).

Das erscheint vor dem Hintergrund des Wachstums und der steigenden Profitabilität nicht allzu ambitioniert. Dennoch raten von 32 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, nur 13 zum Kauf der Papiere. 18 Experten stufen die Aktie als Halteposition ein, während ein Banker sogar eine Verkaufsempfehlung ausspricht. Die Spanne bei den Kurszielen geht ebenfalls massiv auseinander und rangiert von 30 bis 83 Dollar.

Das Durchschnittskursziel liegt derzeit aber bei 53 Dollar, womit sich vom aktuellen Kursniveau (37 Dollar) zumindest ein hohes theoretisches Kurspotenzial ergibt.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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