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Procter & Gamble: Konsumgüter-Gigant schraubt Prognose nach oben

Inhaltsverzeichnis

Während die Aktien von Technologieaktien zuletzt zum Teil stark unter Druck standen, haussierten die Papiere von defensiven Geschäftsmodellen. Vor allem Unternehmen mit Preissetzungsmacht behaupten sich im Umfeld anziehender Inflation ausgesprochen gut. So auch die Aktie des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble: Nach Vorlage starker Zahlen und einer erhöhten Prognose zogen die Papiere deutlich an. Beim Kurs von 162 Dollar kratzt die Aktie sogar an einem neuen Allzeithoch.

Einer der größten Konsumgüterhersteller der Welt

Bevor wir auf die Zahlen kommen, möchte ich Ihnen den Weltkonzern gerne noch einmal näher vorstellen. Auch wenn vielleicht nicht jedem der Firmenname ein Begriff ist, die Produkte des Unternehmens kennen Sie bestimmt: Jeder Haushalt auf der Welt benutzt Produkte von dem amerikanischen Unternehmen. Seit fast 200 Jahren existiert das riesige Markenkonglomerat und hat selbst die bittersten Wirtschaftskrisen überstanden. Die Marken sind so bekannt wie erfolgreich: Pampers, Oral-B, Always, Head & Shoulders und viele mehr.

Procter & Gamble mit überraschend starkem Quartalsergebnis

Wie stark die Geschäfte laufen, zeigt Ihnen ein Blick auf die gerade veröffentlichten Quartalszahlen: Im zurückliegenden Berichtszeitraum kletterten die Umsätze auf 20,95 Milliarden Dollar. Das entspricht einem organischen Anstieg (also ohne Übernahmen und Portfolioverkäufe) um 6%.

Damit übertraf der Henkel-Rivale die Erwartungen am Markt. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld lediglich von Erlösen in Höhe von 20,34 Milliarden Dollar ausgegangen. Schub brachte vor allem das Geschäft mit Haushalts- und Gesundheitsprodukten, dabei waren etwa Erkältungspräparate deutlich stärker gefragt als ein Jahr zuvor.

Gewinn legt um 10% zu

Auch gewinnseitig konnten sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen. Trotz höherer Kosten blieb am Ende ein Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar hängen (+10% vs. Vorjahr). Das mach deutlich, das der Konzern offenbar gut in der Lage ist, mit den erhöhten Input-Kosten umzugehen. Je Aktie blieb ein Gewinn von 1,66 Dollar übrig, was minimal (um 1 Cent) über den Prognosen der Analysten lag.

Konsumgüter-Gigant erhöht Preise auf breiter Front

Unterdessen reagiert der Konzern auf die steigenden Rohstoff- und Frachtkosten und erhöht die Preise für weitere Produkte seines Portfolios. Etwa die Hälfte des organischen Umsatzanstieges im abgelaufenen Quartal war bereits auf Preiserhöhungen zurückzuführen und das war erst der Anfang: Der Konsumgütergigant peilt zum 28. Februar Preiserhöhungen für Textilpflegeprodukte wie Tide-Waschmittel und Downy-Trockentücher an. Zudem sollen die Preise für einige Körperpflegeprodukte ab Mitte April angehoben werden.

Zum Hintergrund: Procter & Gamble hat bereits die Preise für 10 Produktkategorien seines Portfolios erhöht: Babypflege, Damenpflege, Inkontinenzprodukte für Erwachsene, Familienpflege, Haushaltspflege, Haarpflege, Körperpflege, Mundpflege und Hautpflege. Und nicht nur die Verbraucher in den USA zahlen mehr. Das Unternehmen erhöht auch die Preise in einigen seiner internationalen Märkte.

Prognose wird nach oben geschraubt

Der Konzern scheint sich sicher, dass die Kunden die Preiserhöhungen mitgehen und verweist auf die Historie. Die Preisgestaltung hat in 42 der letzten 45 Quartale einen positiven Beitrag zur Umsatzentwicklung Umsatz geleistet, so Firmenboss Jon Moeller. Entsprechend zuversichtlich zeigt er sich auch für das noch bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr. So sollen die Umsätze organisch um 4 bis 5% ansteigen. Bislang war nur ein Umsatzanstieg von 2 bis 4% in Aussicht gestellt worden.

An seinen Gewinnerwartungen hält das Management um den neuen Konzernchef Jon Moeller trotz der neuen Umsatzprognose fest. So soll das bereinigte Ergebnis je Aktie im Jahresvergleich um 3 bis 6% auf 5,66 Dollar zulegen.