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Tesla eröffnet Werk in Grünheide

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Rund zweieinhalb Jahre hat es gedauert, nun ist es soweit: Die erste Tesla-Gigafactory auf europäischem Boden wurde am vergangenen Dienstag offiziell eröffnet.

Politik hofft auf Schwung für den Osten

Tesla-Chef Elon Musk war vor Ort, auch der Bundeskanzler und der Bundeswirtschaftsminister gaben sich die Ehre, das US-Unternehmen in Ostdeutschland willkommen zu heißen. So umstritten die Fabrik bei Umweltschützern auch ist – von Teslas neuem Standort geht Signalwirkung aus, zumindest erhofft man sich das auf politischer Ebene.

Nicht nur der Standort Deutschland, sondern explizit die neuen Bundesländer sollen gut 30 Jahre nach der Wiedervereinigung von der Ansiedelung profitieren. Erstmals gibt es hier wieder neu geschaffene Arbeitsplätze in der Industrie. Schon bald wird Intel folgen, in den kommenden Jahren plant der Chiphersteller Milliardeninvestitionen in Magdeburg, das dann neben Dresden zu einem zweiten wichtigen Halbleiterstandort werden soll. Satte 17 Milliarden Dollar will Intel allein in Magdeburg investieren, weitere Standorte in Europa sollen ebenfalls ausgebaut werden. Zum Vergleich: Das Tesla-Gelände hat „nur“ 6 Milliarden Dollar verschlungen.

Tesla Aktie wieder über 1.000 Dollar

Die zweieinhalb Jahre Bauzeit entsprechen in etwa der Genehmigungsdauer. Tatsächlich hat der Elektroautobauer erst Anfang März die finale Baugenehmigung erhalten, bis dahin hatte man auf Grundlage vorläufiger Genehmigungen schon einmal Tatsachen geschaffen. Auf eigenes Risiko zwar, aber wohlwissend, dass sich Deutschland ein Scheitern des Projekts kaum hätte leisten können, ohne als international angesehener Wirtschaftsstandort schwer beschädigt zu werden.

Nun also hat es geklappt, die ersten Fahrzeuge sind in Grünheide nahe Berlin vom Band gerollt und wurden am Dienstag von Musk persönlich den neuen Besitzern übergeben. Das kam auch bei den Anlegern gut an: Die Tesla Aktie übersprang zur Wochenmitte erstmals seit Januar wieder die Marke von 1.000 Dollar und verbuchte in der Handelswoche insgesamt ein Plus von rund 20 Prozent. Damit legte die Tesla Aktie überdurchschnittlich zu – und nähert sich allmählich ihrem Allzeithoch wieder an.

Goldman Sachs lobt Tesla

Dieses hatte die Aktie Anfang November bei gut 1.243 Dollar erreicht. Anders als in früheren Zeiten wird Tesla mittlerweile auch von Analysten stärker ernstgenommen, die Aktie wird nicht mehr belächelt als Spekulationsobjekt oder Liebhaberinvestment. Stattdessen gilt Tesla auf vielen Gebieten der Elektromobilität, der Digitalisierung im Auto und des autonomen Fahrens inzwischen als führend und lässt so manchen Traditionskonzern ganz schön alt aussehen.

Goldman Sachs hat beim Blick auf Automobilwerte Tesla kürzlich erst positiv hervorgehoben. Die Kaufempfehlung mit Kursziel 1.200 Dollar stammt noch von Januar, wurde seither aber nicht verändert.

Geringere Abhängigkeit von brüchigen Lieferketten

Daran ändern auch steigende Preise nichts: Unter anderem wegen höherer Einkaufspreise für Rohstoffe hat Tesla – wie auch andere Hersteller – zuletzt den Fahrzeugpreis angehoben und damit die Inflationseffekte an die Kunden weitergegeben. Die sind aber gerne bereit, den Aufpreis zu zahlen oder an anderer Stelle bei der Ausstattung etwas einzusparen, um ein E-Auto von Tesla zu erwerben.

Von Lieferengpässen hingegen ist Tesla weniger stark betroffen als manch ein Konkurrent: Bei Chips und Batterien setzt das Unternehmen vermehrt auf Eigenentwicklungen. Auch in Grünheide entsteht neben der Auto- zusätzlich auch noch eine Batteriefabrik auf dem Gelände.