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Walmart: Aktie des Einzelhandelsgiganten geht nach schwachen Zahlen in die Knie – Kosteninflation sorgt für sichtbare Bremsspuren

Inhaltsverzeichnis

Zweistellige Kursverluste beim weltgrößten Einzelhändler Walmart sind rar, doch nach Vorlage der Geschäftszahlen war es wieder mal soweit. Die Papiere des US-Konzerns rutschten in den letzten beiden Tagen um 17% in den Keller. Damit notiert die Aktie wieder auf dem tiefsten Niveau seit Juli 2020. Der Grund: Inflationsdruck und Lieferkettenprobleme hinterlassen auch bei Walmart ihre Spuren und ließen den Gewinn zum Jahresauftakt dahinschmelzen.

Walmart: Der Riese des Einzelhandels

Bevor wir auf die Zahlen im Detail kommen, ein paar Fakten zum Geschäftsmodell: Walmart betreibt ein weltweites Netzwerk von Einzelhandelsgeschäften sowie ein E-Commerce-Geschäft. Das Unternehmen ist bekannt für seine Strategie der “everyday low prices” beim Verkauf eines breiten Warenangebots, einschließlich Haushaltswaren, Kleidung, Elektronik, Lebensmittel und vielem mehr.

Das Unternehmen ist in 26 Ländern mit rund 11.400 Geschäften und E-Commerce-Seiten unter 54 Marken vertreten. Mehr als 2,2 Millionen Mitarbeiter sind bei dem Unternehmen beschäftigt, die meisten davon in den USA. Zu den Wettbewerbern von Walmart gehören sowohl traditionelle Einzelhändler wie Target Corp. als auch E-Commerce-Unternehmen wie Amazon.

Umsatz über den Erwartungen

Zum Jahresstart lieferte der Einzelhandels-Riese gemischte Ergebnisse ab. Der Umsatz kletterte um 2,4% auf 141,6 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Fläche stieg der Umsatz sogar um 3%. Damit wurden die Erwartungen der Analysten immerhin um 3,55 Milliarden Dollar übertroffen. Doch beim Gewinn hatten Analysten mehr erwartet. Während der Pandemie brummte der US-Konsum auch dank hoher Staatshilfen und sorgte für kräftigen Rückenwind. Nun aber stockt es im Getriebe. Konjunktursorgen und steigende Preise lasten auf dem Ausgabenverhalten der Kunden.

Gewinn schmilzt um beinahe ein Viertel zusammen

Die Bruttomarge sank um 87 Basispunkte (1 Basispunkt entspricht 0,01%), was zum Teil auf höhere Lieferkettenkosten zurückzuführen war. Höhere Lohnkosten und deutlich gestiegene Benzinpreise drückten die operative Marge des Unternehmens weiter. Das Betriebsergebnis von Walmart schrumpfte entsprechend um 23% auf 5,3 Milliarden Dollar zusammen.

Am Ende stand ein bereinigter Gewinn pro Aktie von 1,30 Dollar in den Büchern. Das lag 23% unter dem Vorjahresquartal und deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Diese waren im Vorfeld von einem Gewinn in Höhe von 1,48 Dollar je Aktie ausgegangen.

Firmenboss tritt auf die Euphorie-Bremse

Die Aussagen des Firmenchefs Doug McMillon waren unterdessen wenig ermutigend: „Das Ergebnis war unerwartet und spiegelt das ungewöhnliche Umfeld wider. Das Inflationsniveau in den USA, insbesondere bei Lebensmitteln und Treibstoff, hat mehr Druck auf den Margenmix und die Betriebskosten ausgeübt, als wir erwartet hatten. Bei Lebensmitteln sehen wir zweistellige Inflationsraten und ich bin besorgt, dass sie weiter steigen könnten“, so McMillon in einer Pressemitteilung.

Walmart streicht Prognose zusammen

Das könnte für Walmart ein Problem werden, da der Konzern auf Grund seiner Kundenstruktur die Preise niedrig halten möchte. Dies wiederum wird auch künftig auf die Margen drücken. Als Konsequenz kürzt Walmart seine Jahresprognose. Das Management erwartet nun, dass das Betriebsergebnis und der Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2023 um etwa 1% sinken werden. Zum Vergleich: Bislang war der Einzelhandelskonzern noch von einem Wachstum des operativen Gewinns von rund 3% ausgegangen.