Zoom übernimmt mehrere Videokonferenz-Apps von Liminal

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Zoom Video Communications hat zwischen den Feiertagen die Übernahme diverser Apps des US-Startups Liminal bekannt gegeben. Zoom profitiert von einem coronabedingten Nachfrageboom seiner Videokonferenz-Software. (Foto: prima91 / Adobe Stock)

In den diversen Lockdown-Phasen der weltweiten Corona-Pandemie wurden viele Besprechungen und Konferenzen notgedrungen über das Internet geführt. Hierfür wurden verschiedene Videokonferenz-Softwaresysteme wie Teams, Teamviewer, Skype oder Zoom genutzt.

Der Hype der Online-Konferenzen führte dazu, dass die Nachfrage nach entsprechender Technik explodierte. So nahm die Anzahl der Konferenznutzer bei Zoom Video Communications Inc. von 10 Mio. im Dezember 2019 auf über 200 Mio. monatliche Nutzer im März 2020 zu.

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte Zoom einen Jahresumsatz von rund 2,7 Mrd. US-Dollar (USD), stolze 326% mehr als noch im Vorjahr. Der Nettobarmittelüberschuss stieg im Jahresvergleich sogar um 869% auf ungefähr 1,5 Mrd. USD. Zoom nutzte sein gut gefülltes Konto, um im vergangenen Jahr auf Einkaufstour zu gehen und sein Angebotsportfolio deutlich zu erweitern.

Deal-Bekanntgabe im Firmenblog

In seinem Firmen-Blog gab Zoom am vergangenen Dienstag bekannt, dass das Unternehmen bestimmte Vermögenswerte des Event-Produktions-Startups Liminal erworben hat. Das in New York ansässige Startup hat einige Anwendungen (engl.: Applications oder kurz Apps) entwickelt, die weitgehend auf dem Software Development Kit (SDK) von Zoom basieren.

Diese von Liminal entwickelten Apps können Zoomanwendungen mit traditionellen und aufkommenden Event-Control-Anwendungen und -Hardware verbinden. Hiervon können insbesondere Theater, Rundfunkstudios und anderen kreativen Organisationen bei der Online-Zusammenarbeit profitieren. Keine Angaben machten die beteiligten Unternehmen über den vereinbarten Kaufpreis.

Liminal-Deal nur einer von vielen Zoom-Übernahmen

Die jetzt bekannt gegebene Übernahme der Liminal-Apps ist nur einer von mehreren Investitionen, die Zoom im Laufe des Jahres 2021 getätigt hat. Ende Juni 2021 gaben die Kalifornier bekannt, dass sie die deutsche kites GmbH – einem Spin-Off der Uni Karlsruhe, das auf Übersetzungssoftware spezialisiert ist – übernehmen werden.

Mitte Juli 2021 plante Zoom die Übernahme von Five9, einem US-amerikanischen Anbieter von Software für virtuelle Callcenter. Dieser mit 14,7 Mrd. US-Dollar taxierte Deal scheiterte jedoch einige Monate später an der fehlenden Zustimmung der Five9-Aktionäre.

Ebenfalls im Juli 2021 tätigte Zoom eine strategische Investition in Cvent, einem führenden Anbieter von Veranstaltungstechnologie für Unternehmen. Mit diesem Investment unterstützt Zoom den geplanten Börsengang des US-amerikanischen Unternehmens.

Anfang Dezember 2021 gab Zoom bekannt, dass das Unternehmen eine nicht näher genannte Summe in American Express Global Business Travel (GBT) investiert hat. GBT ist eine führende B2B-Reiseplattform, die ebenfalls kurz vor dem Börsengang steht.

Wie es weitergeht

Zoom gab in seinem Blog ebenfalls bekannt, dass nach der Übernahme auch zwei der Mitbegründer von Liminal zu Zoom wechseln werden. Darüber hinaus teilte die führende US-Videokonferenzplattform mit, dass der Liminal-Deal noch nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Unter der Überschrift „Blick in die Zukunft“ ist im Firmenblog die Rede von „aufregenden Entwicklungen und vielen weiteren, die noch kommen werden“. Wir können uns also auch im Neuen Jahr 2022 auf weitere Übernahmegeschäfte durch Zoom gefasst machen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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