Philip Morris bringt Vectura-Übernahme in trockene Tücher und ebnet Weg in eine rauchfreie Zukunft

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Philip Morris bringt Vectura-Übernahme in trockene Tücher: Kauf von Inhalationsspezialisten soll Umbau zum rauchfreien Konzern vorantreiben (Foto: fotogestoeber)

Es hatte sich bereits abgezeichnet. Mitte August hat der Tabakriese Philip Morris den Übernahmekampf um den britischen Inhalationsspezialisten Vectura für sich entschieden und den US-Private-Equity-Investor Carlyle aus dem Rennen gekegelt. Jetzt haben die Vectura-Aktionäre ihren Segen gegeben und den Abschluss der Transaktion in die Wege geleitet. Damit forciert der Tabakgigant seinen Konzernumbau. Den Aktionären scheint die Entwicklung zu gefallen. In diesem Jahr liegen die Philip Morris-Papiere bereits knapp ein Viertel im Plus und die Aktie nähert sich in großen Schritten ihrem Allzeithoch aus dem Jahr 2017.

Aktionäre billigen Milliardendeal

Am Ende kam Philip Morris mit seinem auf 165 Pence erhöhten Übernahmeangebot bei Vectura zum Zug. Insgesamt lässt sich der Tabakkonzern den Zukauf 1,1 Milliarden Britische Pfund kosten. Jetzt kann der US-Konzern einen weiteren Meilenstein vermelden: Rund 75% der Aktionäre des britischen Unternehmens Vectura unterstützen das Übernahmeangebot.

Die Vectura Group wurde 1999 gegründet und beschäftigt heute 400 Mitarbeiter. Das an der Londoner Börse gelistete Unternehmen stellt Inhalationsgeräte und Medikamente für Menschen mit Asthma und anderen Lungenerkrankungen her.

Der Weg in eine rauchfreie Zukunft…

Mit dem Deal setzt Philip Morris seine Einkaufstour ungebremst fort und treibt den Konzernumbau weiter voran. Erst im Juli hatte das Unternehmen den Einstieg in das Medikamentengeschäft bekanntgegeben. Für 820 Millionen Dollar hat der Konzern Fertin Pharma geschluckt. Die sich im Besitz zweier Private-Equity-Firmen (EQT und Sorensen & Co.) befindende Privatfirma entwickelt pharmazeutische Produkte, die oral eingenommen werden.

Brisant: Das Unternehmen mit mehr als 850 Mitarbeitern bezeichnet sich als führend auf dem Gebiet der Raucherentwöhnungstherapien und unterhält in Dänemark, Kanada und Indien Fabriken. Zudem forscht das Biotechunternehmen derzeit an einem Inhalationsmedikament, das bei Herzinfarkten zum Einsatz kommen soll.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete Fertin Pharma einen Umsatz von umgerechnet knapp 160 Millionen Dollar. Der Übernahmepreis entspricht rund dem 15-Fachen des letztjährigen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA).

…..gewinnt zunehmend an Gestalt

Die Ziele sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2025 will Philip Morris mehr als 50% seiner Umsätze mit rauchfreien Produkte erzielen. Heute erwirtschaftet der Konzern noch rund 70% seines Umsatzes mit dem Verkauf von Zigaretten, zu den Marken zählen wie etwa Marlboro, L&M und Chesterfield. Zu den Zukunftsprodukten gehören E-Zigaretten und der Tabakerhitzer Iqos, dessen Ausdünstungen weniger schädlich sein sollen. Langfristig will Philip Morris ein Experte für „Gesundheit und Wellness“ werden.

Beeindruckenden Gewinnmargen und hohe Dividenrendite

Abgesehen von den jüngsten Zukäufen lief es operativ bei Philip Morris ausgesprochen erfreulich: Im abgelaufenen Quartal kletterten die Umsätze um 14,7% auf 7,59 Milliarden Dollar. Am Ende stand ein Gewinn von 2,17 Milliarden Dollar in den Büchern, was einer Gewinnspanne von 28,60% entspricht. Für das Gesamtjahr hat der Tabak-Riese ein Umsatzwachstum zwischen 12 und 14% in Aussicht gestellt. Die Quartalsdividende wurde zuletzt um 4,2% auf 1,25 Dollar je Aktie angehoben. Aufs Jahr hochgerechnet schüttet der Konzern entsprechend 5 Dollar aus. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 101,8 Dollar entspricht dies einer Dividendenrendite von 4,9%.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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