Ab wann sollten Anleger wieder bei Energiefonds einsteigen?

Öl ist nach wie vor der wichtigste Energieträger der Welt. Das bedeutet, dass der Ölpreis auch Einfluss nimmt auf andere Rohstoffe wie Kohle, Sonnen- oder Windenergie. So kam es, dass die Preise für Energie seit dem Abrutschen des Ölpreises 2014 in den Keller gegangen sind. In Folge dessen wurde die Entwicklung der Energiefonds  in Mitleidenschaft gezogen.

Seit Juni 2014 ist Europas wichtigste Rohölsorte Brent um etwa 50 % gefallen. Sie kostet derzeit pro Barrel (ca. 159 Liter) etwa 47 US-$ (Stand: Mai 2017). Dementsprechend haben Energiefonds wie der Parvest Equity World Energy C oder der BlackRock Global Funds – World Energy Fund um etwa 20 bzw. knapp 40 % abgegeben.

Energiefonds Entwicklung: Experten durchaus optimistisch

Wenn man Analysten glauben darf, beruht der freie Fall des Ölpreises auf dem anhaltenden Überangebot auf den Märkten. Die USA ist aufgrund der Einführung der neuen Fördermethode Fracking viel weniger abhängig von Importen als zuvor. Tatsächlich ist sogar das Gegenteil der Fall:

Die Vereinigten Staaten sind selbst wieder zumwichtigen Exporteur des schwarzen Goldes aufgestiegen.

Damit unterliefen sie unter anderem die Marktstellung der Erdöl-Großmacht Saudi-Arabien oder brachten andere Förderstaaten wie Venezuela in große, wirtschaftliche Schwierigkeiten. Was die Situation noch verschärfte – die arabischen Länder haben sich, anstatt die Produktion zu drosseln, auf einen Preiskampf mit den USA eingelassen.

Viele Experten gehen derzeit davon aus, dass sich der Ölpreis bereits in Kürze wieder erholen dürfte. Allerdings ist schwer zu beurteilen, wie lange der Preiskampf um das schwarze Gold noch anhalten wird. Dennoch: Dauerhaft niedrige Ölpreise können nicht im Sinne der Förderstaaten sein. Hinzu kommt, dass das Fracking-Verfahren sehr teuer ist und sich bei den niedrigen Verbraucherpreisen immer weniger rechnet.

Und selbst Saudi-Arabien ist, um keine Verluste zu machen, auf einen höheren Preis angewiesen. Auch der Wüstenstaat benötigt im Durchschnitt einen Ölpreis von 85 US-$ je Barrel. Für die Regierung eines Landes wie Venezuela sind höhere Ölpreise sogar eine Existenzfrage.

Chancen für Anleger, aus der Entwicklung der Energiepreise zu profitieren

Anleger, die nicht so risikobereit sind, auf einzelne Titel zu setzen, sollten ihr Kapital breiter streuen. Hierzu bieten die bereits genannten Energiefonds Parvest Equity World Energy C oder der BlackRock Global Funds – World Energy Fund interessante Möglichkeiten. Hier ermöglicht das vorhandene Erholungspotenzial beste Chancen.

Eine Alternative zu den aktiv gemanagten Energiefonds sind die Indexfonds oder ETFs, die die Wertentwicklung entsprechender Indizes meist sehr genau abbilden. Der größte Vorteil der ETFs sind die niedrigen Kosten (Ausgabeaufschlag und Managementgebühren).

Insgesamt sollten Anleger mittelfristig von steigenden Energiepreisen ausgehen. Dementsprechend sollten auch Energiefonds in Zukunft Anlegern wieder zufriedenstellende Rendite ermöglichen. Als Beimischung sind derartige Finanzprodukte jedenfalls zu empfehlen.

12. Mai 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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