Alternative Energie – Definition & Anlagemöglichkeiten

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Eine Definition von alternativen Energien und die Bedeutung als Wachstumsmarkt für den Kleinanleger. (Foto: view7 - Fotolia)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Alles über alternative Energien

Erneuerbare Energien: regenerative Energiequellen, die nicht auf Rohstoffen basieren, die begrenzt verfügbar sind

Formen regenerativer Energien: Solarenergie, Wind- und Wasserkraft, Biogas- & Biomasseenergie, Geothermie

Investitionsmöglichkeiten: zahlreich, vom Wertpapierkauf bis zum Direktinvestment in regenerative Energieanlagen

Eigene Immobilie: energetische Sanierung erhöht Wohnqualität & reduziert Kosten


Definition erneuerbare Energien: Was ist alternative Energie?

Der Begriff „erneuerbare Energien” beschäftigt sowohl Forschung, Wirtschaft als auch die Gesellschaft seit mehreren Jahren. Zunehmend wird es nicht mehr vermeidbar, ja gar notwendig, die nötigen Maßnahmen zu treffen, um das eigene Unternehmen und seine Unternehmensprozesse an erneuerbare Energien anzupassen. Dabei kommen allerdings nicht nur Umstellungen, Investitionskosten und Ungewissheiten auf den Unternehmer zu. Es kann zudem auch von diversen Vorteilen profitiert werden.

Im Folgenden wird definiert, wobei es sich bei dem Schlagwort „erneuerbare Energien” genau handelt. Darüber hinaus werden Formen, Anlagemöglichkeiten und Renditechancen aufgezeigt, mit deren Hilfe von der Energiewende profitiert werden kann.

Alternative Energien im Überblick

Erneuerbare Energien beschreiben regenerative Energiequellen, die praktisch unendlich zur Verfügung stehen. Dies sind nachwachsende, bzw. regenerative Möglichkeiten der Energieherstellung, die nicht auf begrenzt verfügbaren (z.B. fossilen) Ausgangsstoffen beruhen. Zu den alternativen Energien zählen beispielsweise Wind- oder Solarenergie.

Was sind fossile Energiequellen?

Im Gegensatz zu den alternativen und regenerativen Energien stehen die seit Jahrhunderten bekannten fossilen Energiequellen. Diese umfassen Brennstoffe wie Öl, Kohle, Gas und Torf, die sich aus Abbauprodukten von Pflanzen und Tieren über Tausende von Jahren gebildet haben. Es handelt sich dabei um endliche Vorräte, das bedeutet, die Erde besitzt nur eine bestimmte Menge an fossilen Energiequellen, die ihre Energie beim Verbrennen abgeben können.

Im Jahre 2019 wird noch immer ein Großteil der weltweit nötigen Energie durch fossile Brennstoffe erzeugt. Die Reserven reichen bei prognostiziertem Verbrauch je nach Rohstoff allerdings nur noch zwischen 40 und 170 Jahren. Danach werden die fossilen Energiequellen versiegt sein. Es benötigt daher eine Energiewende, um die Gesellschaft langfristig zu versorgen.

Energiewende in Deutschland

Laut dem Bericht des Umweltbundesamts zu erneuerbaren Energien in Deutschland aus 2019 zur Entwicklung im Jahr 2018 kann insbesondere die Photovoltaik-Branche große Zuwächse verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Stromerzeugung durch Sonnenenergie 2018 um über 17 % gesteigert werden. Gleichzeitig sank die Energiegewinnung aus Wasserkraftwerken um ca. 18 %. Der Grund dafür liegt im heißen Sommer, der zu überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden, allerdings auch zu Dürreproblemen geführt hat. Insgesamt verzeichnete die gesamte Branche erneuerbarer Energien ein Plus von 1,8 % im Vergleich zum vergangenen Jahr, das entspricht 225,7 Milliarden Kilowattstunden.

Die neuen deutschen Energiequellen unterteilen sich dabei in elf verschiedenen Kategorien, geordnet nach ihrer Bedeutung im Gesamtvergleich.

Kategorien der alternativen Energien:

  • Windenergie an Land (40,9 %)
  • Photovoltaik (20,5 %)
  • Biogas (13 %)
  • Windenergie auf See (8,6 %)
  • Wasserkraft (7,3 %)
  • Biogene Festbrennstoffe (4,8 %)
  • Biogener Anteil des Abfalls (2,7 %)
  • Biomethan (1,2 %)
  • Deponie- und Klärgas (0,8 %)
  • Biogene flüssige Brennstoffe (0,2 %)
  • Geothermie (0,1 %)

Dies zeigt, dass nach wie vor die Windenergie an Land und auf See den Löwenanteil von 111,6 Milliarden KWh stellt. Damit belegt sie unter allen Energiequellen den zweiten Platz in Deutschland, direkt hinter der Braunkohle, die als fossiler Brennstoff noch immer die führende Energieressource in Deutschland ist, vor den weiteren fossilen Brennstoffen Erdgas und Steinkohle sowie der scheidenden Kernenergie.

Was ist die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (Richtlinie 2009/28/EG)?

Dass erneuerbare Energien in Deutschland einen derart bedeutenden Stellenwert erreichen konnten, geht zum Teil auf eine EU-Richtlinie zurück, die bereits im Jahr 2008 auf den Weg gebracht wurde. Diese umfasst als Teil des europäischen Klima- und Energiepakts die Verpflichtung zu einem nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien. Dieser beinhaltet ein verbindliches nationales Ziel sowie regionale und lokale Maßnahmen. Bis 2020 sollen mindestens 10 % erneuerbare Energien im Verkehrssektor und 20 % insgesamt am Endenergieverbrauch vorzuweisen sein.

Zur Zielerreichung können sowohl direkte als auch flexible Strategien eingesetzt werden. So zählen nicht nur Erfolge bei der Energiewende im eigenen Land, sondern auch Hilfen bei Projekten in anderen Nationen zu einem Teil zur Erfüllung des Gesamtziels. Doch auch über das Jahr 2020 hinaus sollen die Maßnahmen geführt und verstärkt werden. Eine zweite Etappe bis 2030 wurde bereits wenige Jahre nach Beschluss der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien vorgeschlagen.

Alternative Energie gewinnen: Historische Entwicklung

Die alternativen Energien sind bei Weitem keine neue Erfindung: Solarpanels, Windräder und Wasserkraftwerke prägen die deutsche und internationale Landschaft bereits seit vielen Jahren. Die Nutzung von Sonnen-, Wind- und Wasserenergie hat eine lange Tradition, die durch die gezielte Ausbeutung der Ölvorkommen seit dem 19. Jahrhundert und die folgende billige Verfügbarkeit von Erdölprodukten jedoch zeitweise verdrängt wurde. Die Gewinnung von kinetischer Energie durch Wind und Wasser lässt sich beispielsweise bis auf 5.000 Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen. Auch die Geothermie hat eine lange Geschichte, so nutzten die Menschen in der Antike heiße Quellen und die Wärme der Erde zum Heizen von Badehäusern.

Im Vorfeld und mit Beginn derIndustriellen Revolution im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Dampfmaschine und die Elektrizität zunehmend wichtig für die Produktion, aber auch für die privaten Haushalte. Als Folge wurden neben den klassischen Brennstoffen auch Methoden entwickelt, mit denen elektrische Energie zwecks Sonneneinstrahlung erzeugt werden konnte. Dieser Photoeffekt, entdeckt von Henry Becquerel, sowie die wirtschaftliche Verwendung von Wasserkraft, Windkraft und Geothermie sorgten dafür, dass Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche verschiedene Methoden zur Energiegewinnung zur Verfügung standen.

Wie können Anleger in alternative Energien investieren?

Um in der Energiebranche renditenstark zu investieren, kommt der bewusste Anleger heute kaum noch um erneuerbare Energien herum. Der Anteil der alternativen Energiequellen am Strommix ist in Deutschland konstant gestiegen. Windkraft, Biomasse, Solar-, Wasserenergie & Co. bieten damit viel Potenzial, um aktuell und zukünftig Gewinne zu erzielen. Viele Anleger stellen sich angesichts des umfassenden Feldes oftmals die Frage, wo die größten verborgenen Potenziale für ihre Kapitalanlage liegen.

Wieso sollte in erneuerbare Energien investiert werden?

Die Energiebranche um neue Energieformen bietet auf vielerlei Weise ein interessantes Ziel für Investoren. Dies wird in folgender Tabelle deutlich:

Marktsituation:Immer mehr Menschen möchten nachhaltig leben und setzen so auf erneuerbare Energien als Energiequelle für ihre eigenen vier Wände. Dies ist nicht nur in Deutschland der Fall, das Umweltbewusstsein der Menschen nimmt weltweit zu. Angesichts einer steigenden gefühlten Abhängigkeit vom Öl etablierter Ölstaaten, ist der Energiewandel auch für die Regierungen der Welt von großem Interesse.
Förderung durch den Staat:Der Energiesektor gilt nach wie vor als einer der stärksten Subventionssektoren. Privatpersonen wie auch Unternehmen können davon profitieren, dass der Staat den Einsatz von erneuerbaren Energien fördert und finanziell unterstützt.
Der menschengemachte Klimawandel:Wer in erneuerbare Energien investiert, investiert nicht nur in saubere, unbegrenzte Energien der Zukunft, sondern trägt auch zur Regeneration des Planeten bei. Bereits jetzt zu handeln und energetisch einen Teil zur Reduktion der Umweltverschmutzung beizutragen, ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft.
Umfangreiches Wachstumspotenzial:Die große Nachfrage, gepaart mit einer ehrbaren Intention, machen erneuerbare Industrien zu einem wichtigen Aspekt: sowohl für das Portfolio als auch für das Investment-Image. Die Technologie besitzt zudem noch viel Entwicklungspotenzial und wird auf sehr lange Sicht nicht an Bedeutung verlieren.

Investmentmöglichkeiten in alternative Energiequellen

Im Dschungel der unterschiedlichsten erneuerbaren Energieformen, aber auch im Dschungel der diversen Investmentmöglichkeiten, gilt es einen Überblick zu behalten. Die folgende Tabelle soll Abhilfe schaffen und aufzeigen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten sich für eine erfolgreiche Geldanlage lohnen könnten.

DirektbeteiligungDie Idee dahinter ist es, dass man sich direkt an einer Kollektorenfarm oder einem Windpark beteiligt. Dies kann entweder direkt in der Nachbarschaft oder auch an einem ganz anderen Ort stattfinden. Auf der einen Seite bietet dies die Möglichkeit als einer von mehreren Investoren ein größeres Prestigeprojekt auf den Weg zu bringen. Auf der anderen Seite liegen hier aufgrund des erhöhten Risikos auch Gewinnpotenziale im Erfolgsfall.
MassenfinanzierungIm Stile der großen Crowdfunding-Welle der vergangenen Jahre lässt sich auch der erneuerbare Energiesektor durch die Massen finanzieren. Nachhaltige Projekte, die andernfalls bei großen Investoren kein Gehör finden, können hier vor allem durch Privatinvestoren unterstützt werden. Je nach Angebotsform erhält der Anleger sein Geld im Misserfolgsfall sogar zurück – zumindest, wenn das ursprüngliche Fundingziel nicht erreicht wurde. Im Grunde handelt es sich um eine Art Direktinvestment im kleinen Rahmen, meist ohne große Profitchancen, dafür aber trotzdem mit dem Risiko eines Totalverlustes.
Aktien & AktienfondsAuch die klassische Möglichkeit, über Einzelaktien oder Aktienfonds in die erneuerbaren Energien einzusteigen, sollte nicht ignoriert werden. Anleger können sich dabei zwischen Investmentfonds und passiv verwalteten Indexfonds (ETFs: Exchange Traded Funds) entscheiden.
ImmobilienumrüstungWer eine eigene Immobilie besitzt, kann diese entsprechend der neuesten Energieformen umrüsten. Dies ist ein Investment, welches meist mit besonders sensiblen Kosten verbunden ist. Allerdings stehen diese immer sofort im Zusammenhang mit Direkt-Erfolgen und einem Gegenwert in Form von erworbenen Gerätschaften, die installiert oder wieder abgestoßen werden können. Anstatt also einen Anteilsschein zu besitzen oder viel Geld in ein Direktinvestment zu investieren, welches sich möglicherweise erst in Jahren lohnt, kann so konservativer und mit direkt erkennbaren Erfolgen investiert werden. Via Einspeisung von eigener gewonnener Energie ins Stromnetz können Renditen erzielt werden. Sinkende Energiekosten verbessern das Gesamtinvestment.

Insbesondere die drei zuletzt genannten Anlageformen sind von besonderem Interesse für Privatanleger, da sich vor allem für diese Gruppe von Anlegern viele Chancen bieten. Dazu zählen beispielsweise auch, dass im Falle der Massenfinanzierung der Anleger sein Geld im Misserfolgsfall sogar zurückbekommt, wenn das ursprüngliche Fundingziel nicht erreicht wurde. Neben den großen Profitchancen geht aber auch das Risiko eines Totalverlustes mit der Massenfinanzierung für Privatanleger einher.

Bei einer Immobilienumrüstung bieten sich dem Privatanleger ebenfalls viele Chancen, einerseits, dass mit direkt erkennbaren Erfolgen investiert werden kann, andererseits, dass durch die sinkenden Energiekosten das Gesamtinvestement verbessert werden kann. Allerdings ist diese Form der Geldanlage mit hohen Kosten verbunden, welche für das Umrüsten auf die neueste Energieform notwendig sind.

Mit Aktien in alternative Energien investieren

Ein Aktieninvestment in regenerativen Energien lässt sich auf zwei Arten durchführen. Die eine Möglichkeit ist, in eine tatsächliche Einzelaktie von einem Unternehmen zu investieren, welches in der erneuerbaren Energiebranche tätig ist. Die andere Möglichkeit ist via Investmentfonds mit Anlageschwerpunkt der erneuerbaren Energien in die gesamte Branche zu investieren.

Nachhaltigkeitsfonds, auch Ethikfonds genannt, sind eine weitere spezialisierte Form des Investments. Diese haben in den letzten Jahren Rendite erzielt. Renditestarke nachhaltige Energieprojekte haben bei den Anlegern Vertrauen in das Investment wachsen lassen. Auch in Zukunft soll sich dieser Trend entsprechend entwickeln.

Gerade Fonds haben hier im Vergleich zu einzelnen Wertpapieren den Vorteil, dass sie das Risiko weiter streuen. Ein Anleger ist nicht vom eigenen Know-how und der Leistung einzelner Unternehmen abhängig, sondern überlässt sich der Expertise der Fondsmanager.

Energieversorger in Deutschland

Nach der Energieversorgung unterteilt sich die Bundesrepublik in vier Areale, die hauptsächlich von je einem von vier großen Energieunternehmen versorgt werden. Diese Unternehmen sind:

  • RWE in Westdeutschland
  • E.ON im Zentrum Deutschlands, über die gesamte vertikale Länge
  • EnBW in Baden-Württemberg
  • Vattenfall in Ostdeutschland

Diese vier Unternehmen sind die umsatzstärksten Player auf dem deutschen Energiemarkt und sind in zahlreiche Tochterunternehmen untergliedert.

Im Rahmen einer Umstellung auf erneuerbare Energien zeigen alle vier Unternehmen Bemühungen, weniger fossile Energieträger einzusetzen und stattdessen mehr auf regenerative Energien zu bauen. Bis 2011 gehörte auch die Kernkraft als großer Faktor dazu. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 vollzog die Bundesregierung jedoch eine Kehrtwende in Bezug auf die Kernenergie und zog die erst kurz zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zurück. Infolgedessen strengten alle vier Energieunternehmen Klagen an, um die hohen Verluste infolge der Umstellung ausgeglichen zu bekommen.

Über die folgenden acht Jahre ziehen sich die Energieanbieter allerdings zunehmend aus dem Geschäft mit der Atomenergie, sowie teilweise auch aus dem Kohle-Abbau zurück, zugunsten von neuen Investitionen in vorrangig Windenergie und Biogasanlagen. Deutschland zieht dabei als ein Vorreiter in Europa voran und konnte den Kohle-Abbau seit den 80er Jahren um zwei Drittel reduzieren. Dennoch wird auch heute noch in Deutschland mehr Braunkohle gefördert als in jedem anderen Land der Erde.

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Bei Betrachtung der Aktienkursentwicklung der Energieversorger über den Zeitraum September 2014 bis September 2019 fällt auf, dass nur die EnBW Aktie einen gesteigerten Aktienkurs in Höhe von etwa 26 % erzielen konnte. Die RWE sowie dieE.ON Aktien mussten 16 % bzw. 32 % Einbußen hinnehmen. Dies lässt darauf schließen, dass das Vertrauen in die Energieversorger bei den Anlegern zu wünschen übrig lässt.

Bieten weltweite Energieversorger Investmentpotenzial?

Investments in Energiekonzerne galten lange Zeit als ein risikoreiches Geschäft, sowohl national als auch international. Lange wurde zudem dazu geraten, sich bei der Anlage möglichst auf nicht-nachwachsende Rohstoffe zu konzentrieren, da diese das größte Potenzial in Bezug auf eine Wertsteigerung besaßen. Heute gelten diese Hinweise alsveraltet und nicht zukunftsweisend. International werden fossile Brennstoffe zwar auf absehbare Zeit nicht verschwinden, dennoch lastet ihnen der negative Ruf an, der sich auch negativ auf die Aktienkurs-Entwicklung auswirkt.

Stattdessen werden die regenerativen Energien in allen westlichen Ländern bevorzugt gefördert und bieten ebenfalls gute Investitionsmöglichkeiten auf Seiten der Energiebetreiber, die diese neuen Technologien vermehrt einsetzen. Gerade in einer Zeit, in der mehr und mehr neue Anlagen gebaut und in Betrieb genommen werden, bietet dies ein Potenzial für zukünftige Gewinne sowie Etablierungspotenzial für neue Marktführer. So investieren manche Privatanleger und Investmentfonds bereits in spezialisierte Energieunternehmen weltweit, die möglicherweise in Zukunft den Ton bei erneuerbaren Energien angeben könnten.

Wer Einzelaktien von weltweiten Energieversorgern erwerben möchte, tut gut daran, auch deren Investitionen in erneuerbare Energien beachten. Unternehmen, die nur langsam agieren, werden vermutlich zukünftig nur wenig Renditepotenzial aufweisen.

Investitionen in Solarenergie

Die Solarbranche erlebte zwischen 2011 und 2013 eine Krise, deren Nachwirkungen noch heute spürbar sind. Es bieten sich hier z.B. sogenannte Themenfonds an. In der Regel handelt es sich hier aber um risikoreiche, geschlossene Investmentfonds.

Geschlossene Investmentfonds werden nach einer bestimmten Zeit, in der Anleger die Möglichkeit zum Investment haben, geschlossen. Dann wird die enthaltene Summe in die entsprechenden Anlagen oder Unternehmen investiert. Je nach Fonds-Strategie kommt es zu einer regelmäßigen Ausschüttung oder erst zum Laufzeitende. In Deutschland sind geschlossene Fonds häufig als GmbH und Co. KG angelegt. Meist laufen entsprechende geschlossene Fonds über mehrere Jahre.

Alternativ haben sich in den letzten Jahren auch sogenannte Bürgersolarparks etabliert. Darunter werden gemeinsam für Solaranlagen genutzte Flächen, von deren Ertrag verschiedene Anleger profitieren können, verstanden. Die zu erwartende Rendite liegt meist zwischen 5 und 8 %.

Die weltweit größten Unternehmen im Bereich der Solarenergie sitzen in Asien und Amerika, aber auch Deutschland ist unter den größten Solarriesen vertreten. Mit dem Hersteller SMA aus Niestetal in Hessen wurde 2018 ein Umsatz von rund 761 Millionen Euro generiert.

Das weltweit größte Solar-Unternehmen stammt aus China, heißt Yingli Solar und hat bereits über 40 Millionen Solarpanels in die ganze Welt verkauft. Nach einem weiteren chinesischen Unternehmen (Trina Solar) auf Platz zwei folgt auf Platz drei das kanadische Unternehmen Canadian Solar, welches bereits über sieben Gigawatt an Solarleistung in die ganze Welt verkaufen konnte.

Wie kann in Windkraft investiert werden?

Im Bereich von Windenergie ist das Investment besonders beliebt. Über die Hälfte der Windkraftanlagen in Deutschland sind im Besitz von privaten Anlegern, die die modernen Windmühlen als eine Geldanlage betrachten. Gerade die Bundesrepublik gilt dabei weltweit als Vorreiter. Bis zum Jahr 2050, so die Erwartungen, könnten bis zu 80 % des deutschen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die Windenergie hat daran den größten Anteil.

Geschlossene Investmentfonds gelten hier als die häufigste Anlageoption für Privatanleger. Zudem können auch Genussrechte erworben werden. Diese umfassen den Vorteil, von den Gewinnen des Fonds zu profitieren, gleichzeitig aber auf das Stimmrecht und somit auf zentrale Pflichten zu verzichten. Die zu erwartende Rendite ist hier etwas geringer, gerade für risikoaverse Anleger kann das Genussrecht aber eine interessante Alternative sein. Renditeerwartungen einzelner Fonds reichen von 6 bis 9 %, die Laufzeiten variieren. Es ist dabei zu beachten, dass geschlossene Investmentfonds mit einem erhöhten Risiko einhergehen und die Renditeerwartungen oftmals nicht erreicht werden.

Die drei größten Windkraft-Unternehmen der Welt sind das dänische Unternehmen Vestas, mit knapp 16 % Anteil am gesamten Windrad-Weltmarkt, die Siemens Gamesa mit Hauptsitz in Spanien sowie der US-amerikanische Wind-Turbinenhersteller General Electric.

Weitere Anlagemöglichkeiten in alternative Energien

Insgesamt lassen sichvier verschiedene Möglichkeiten unterscheiden, wie Anleger in alternative Energien unterschiedlicher Art investieren können. Diese Anlageformen werden in der folgenden Tabelle beschrieben.

Komponentenhersteller und Installationsbetriebe:Umfasst jene Unternehmen, die die nötige Hardware für die Erzeugung erneuerbarer Energien herstellen. Dies können beispielsweise Wasserkraftwerke sein, Geothermie- oder Biomasseanlagen. Ihr Umsatz ist davon abhängig, wie groß die aktuelle Nachfrage nach neuen Anlagen ist.
Anlagenbetreiber:Eine weitere Möglichkeit der Geldanlage stellen Investitionen in die Anlagen selbst dar, in denen erneuerbare Energien hergestellt werden. Wie bei dem Investment in Windkrafträder kann auch in Biogas- oder Biomasseanlagen investiert werden. Möglicherweise können so Vergünstigungen auf den darin produzierten Strom erzielt werden, oder es kommt zu regelmäßigen Ausschüttungen.
Energieversorger:Anleger können auch in die etablierten Verkäufer der Energie investieren, in die Energie-Riesen, bei denen Privatpersonen und Unternehmen ihren Strom und ihre Wärme beziehen. Diese setzen zwar noch immer zu einem Teil auf fossile Brennstoffe, doch der Handel mit erneuerbaren Energien aus Wasserkraft, Biogasanlagen & Co. nimmt stetig zu.
Unabhängige Energie-Unternehmen:Alternativ haben Anleger auch die Möglichkeit, in kleinere Energie-Unternehmen zu investieren, die unabhängig agieren und sich dazu auf einzelne erneuerbare Energien wie Wasserkraft spezialisiert haben, ihre Energie aber größeren Anbietern zum Weiterverkauf zur Verfügung stellen.

Von Elektromobilität profitieren

Einige Dritt-Unternehmen wie der US-Automobilhersteller Tesla setzen voll auf die elektronische Mobilität und erwirtschaften mit diesem Modell Umsätze. Mittlerweile setzen auch viele andere Automobilhersteller auf die e-Mobility, wodurch immer mehr Elektroautos auf deutschen und internationalen Straßen unterwegs sein werden. Speziell die Tesla-Aktie ist allerdings nichts für risikoaverse Anleger. Die Bewertung des Konzerns ist stark von seinem Gründer Elon Musk abhängig, der immer wieder durch kontroverse Aussagen in der Öffentlichkeit auffällt. Auch durch Investment in ein solches Unternehmen kann ein Anleger Rendite mit erneuerbarer Energie erzielen. Im Fall des Technologiekonzerns Apple wurde bereits im Frühjahr 2018 verlautbart, dass 100 % des firmeneigenen Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen stammt. Apple gilt ebenso wie Google als einer der möglichen zukünftigen Unternehmen im Bereich der elektrischen Mobilität.

Welche Formen alternativer Energie gibt es?

Im Jahre 2019 umfasst das Spektrum der alternativen Energien deutlich mehr und bedeutend differenziertere Energieformen. Die oben genannten Energien stellen dabei nur einen Teil der Optionen dar, die Deutschland und die Welt vor einem Versiegen von Energiequellen bewahren können.

Die Windenergie als erneuerbare Energiequelle

Durch Windkraft erzeugte Energie, wird bereits seit dem Altertum erfolgreich genutzt. Von der direkten Umsetzung des Winds in Energie zum Mahlen von Getreide oder Befördern von Wasser bis hin zur erfolgreichen Speicherung dieser Energie für einen späteren Gebrauch war es dennoch ein weiter Weg. Heutzutage lassen sich Windräder sowohl an Land als auch auf dem Wasser einsetzen und machen den Großteil der Energie aus, die durch erneuerbare Methoden gewonnen wird. Die meisten Windräder stehen inzwischen in Asien, gefolgt von Europa und dem nordamerikanischen Kontinent.

Das Potenzial des Windes ist enorm. Laut einer Studie von 2013 kamen Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass sich die insgesamt theoretisch nutzbare Windenergie üblicher Windräder auf mehr als400 Terawatt kontinuierlicher Leistung beläuft. In Deutschland liegt der Schwellenwert für den Anteil Windenergie im Falle einer maximal umsetzbaren Nutzung bei ca. 60 % des deutschen Bedarfs an Energie. Das entspricht 390 Terawatt pro Jahr.

Wissenswertes über Solarenergie

Bei Sonnenenergie wird die elektromagnetische Strahlung der Sonne dazu genutzt, um auf verschiedene Art und Weise Energie zu erzeugen. Dies muss nicht zwingend über die Bündelung von Strahlen mittels eines Sonnenkollektors geschehen. Während diese durch Erhitzen von Flüssigkeiten Wärmeenergie gewinnen, erzeugen Photovoltaik-Anlagen Strom durch direkte Umwandlung von Lichtenergie. Indirekt ist die Solarenergie allerdings auch an dem Ertrag anderer erneuerbarer Energien beteiligt, denn durch die Energie der Sonne werden Wind- und Wasser-, sowie Biogasenergie überhaupt erst ermöglicht.

Alternative Energie aus Wasserkraft gewinnen

Im Jahre 2019 wird fast die gesamte Energie aus Wasserkraft als Strom gespeichert und nicht sofort verwendet. Weltweit steht die Wasserkraft damit auf Platz drei der bedeutendsten Energiequellen.

Auch die Wasserkraft besitzt weltweit ein derart großes Potenzial, dass sie den Energiebedarf der Erde fast zur Gänze decken könnte. Rund 16.000 TWh lassen sich weltweit erschließen, das ist der weltweite Strombedarf des gesamten Jahres 2015. Die tatsächliche Menge erzeugter Energie liegt anteilig bei ca. 16 %. Der Großteil davon stammt aus der Volksrepublik China, die mit weitem Abstand die meiste Wasserenergie erzeugt.

Zahlen & Fakten

Die geschätzte Menge an weltweit produzierter Energie aus Wasserkraft lag 2018 bei 4,200 TWh. An der Weltspitze lag China mit 352 TWh, gefolgt von Brasilien mit 104 TWh, den USA mit 103 TWh und Kanada mit 89 TWh. (Quelle: IHA Hydropower Status Report 2019.)

Was ist Geothermie?

Nicht nur an der Oberfläche lassen sich erneuerbare Energien generieren. Während unter der Erde überwiegend die fossilen Energien zu finden sind, kann auch die Wärme des Planeten Erde selbst, als Energiequelle genutzt werden. Die Erdkruste beinhaltet eine gewisse gespeicherte Wärme, die mithilfe von Maßnahmen zur Geothermie-Gewinnung verwendet werden kann. Dabei entsteht die Energie aus dem Zerfall von radioaktivem Material in der Erdkruste und dem Erdmantel.

Obwohl die Reserven an Erdwärme theoretisch endlich sind, wird die Geothermie zu den erneuerbaren Energien gezählt. Die auf bis zu drei Kilometer Tiefe extrahierbare weltweite Wärme könnte den Planetenfür die nächsten 100.000 Jahre mit Energie versorgen. Die Auswirkungen, die eine derart umfangreiche Nutzung allerdings für die Erdkruste und damit unweigerlich auch für den Planeten haben würde, ist aus heutiger Sicht unklar. Dennoch kann Geothermie bislang bedenkenlos verwendet werden und gehört zu den saubersten Energien.

Ursprung von Biomasse

Wie wird Energie aus Biomasse gewonnen?

Biomasse sind Abfall- und Restprodukte aus biologischen Substanzen. Dies können Pflanzen, Tiere und andere Lebewesen sein. Damit stellt die Biomasse ein Vorprodukt der späteren fossilen Brennstoffe dar, die durch Druck und über lange Zeit aus Biomasse erzeugt werden. Der energetische Biomassebegriff ist im Vergleich zum ökologischen Begriff deutlich enger gefasst. Bezogen auf energetisch nutzbare Biomasse handelt es sich ausschließlich um Erzeugnisse aus Tieren und Pflanzen. Mikrobielle Stoffe sowie solche Stoffe, die energetisch nicht nutzbar sind, werden von der Definition „Biomasse” ausgeschlossen.

Hinweis

Biomasse sind organische Stoffe, biogenen und nicht fossilen Ursprungs, die zur energetischen Nutzung geeignet sind (Definition nach: Bundesverband der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften e.V.).

Mit der eigenen Immobilie Renditechancen nutzen

Besonders als Vermieter ist eine Geldanlage in erneuerbare Energien interessant. Es werden vermehrt Immobilien zu hohen Preisen verkauft, die schlechte energetische Eigenschaften aufweisen: schlechte Dämmung oder eine Heizung auf fossiler Brennstoffbasis. Der Grund für das Interesse von Vermietern liegt in dem Potenzial, das eine gezielte Umrüstung bietet.

Installieren die Vermieter ein Heiz- und Stromsystem, welches auf erneuerbaren Energien basiert, so können sie von niedrigen Energiepreisen profitieren, was wiederum als ein wertvolles Argument für Mieter gilt, einzuziehen, aber auch für bestehende Mieter, nicht auszuziehen. Darüber hinaus zeigt der Vermieter, dass er sich um eine umweltgerechte Wohnsituation bemüht und mit der Zeit geht. In Kombination mit einer guten Dämmung kann die Investition rentabel werden und die Immobilien zu begehrten Objekten machen, unabhängig von ihrer Lage.

Gleichzeitig kann ein Vermieter auch durch Investment in geteilte Energieanlagenauf den Dächern seiner Immobilien profitieren und dadurch zusätzliche Rendite erzielen. Alternativ stellt er dies seinen Mietern zur Verfügung und vergrößert damit die Attraktivität des Wohnobjekts. Schließlich sind die Maßnahmen auch bei einem Wiederverkauf relevant, denn vollständig energetisch saniert, lässt sich die Immobilie deutlich besser weiterverkaufen als auf altem Stand.

Fazit: Nachhaltigkeit bietet Investmentpotenziale

Das Thema Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren, besonders seit 2019, deutlich an Interesse und Wichtigkeit gewonnen. Auch Privatpersonen denken immer mehr darüber nach, nicht nur bewusst einkaufen zu gehen, sondern auch energetisch sauber zu wohnen und zu leben. Schließlich können auch Vermieter mit ihren Immobilien vom Energiewandel profitieren, denn energetisch sanierter Wohnraum gewinnt immer mehr an Bedeutung und Nachfrage. Die Investitionskosten lassen sich dabei eventuell teilweise umlegen.

Nicht nur für das Klima, sondern auch für Anleger bietet dies Vorteile. Das Angebot passt sich dabei stetig an. Spezielle Fonds und insbesondere ETFs verbinden die Vorteile verschiedener Finanzprodukte miteinander und bündeln Wertpapiere aus verschiedenen Themengebieten miteinander. Zusammengefasst bleiben viele der Anlageoptionen aber eher etwas für Anleger mit stärkeren Nerven: Die Branche erneuerbarer Energien ist noch verhältnismäßig jung und daher recht volatil. Allerdings gibt es nichtsdestotrotz auch relativ stabile und vor allem renditenstarke Optionen, sodass auch risikoaverse Anleger durchaus attraktive Investitionsmöglichkeiten finden können.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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