Blockchain Cardano: Was steckt hinter dem Ethereum-Rivalen?

Cardano wird gerne als Ethereum Japans bezeichnet – wie sind die Aussichten von dem Newcomer? (Foto: Wit Olszweski / shutterstock.com)

Immer mehr Menschen interessieren sich für das Thema Blockchain und Kryptowährungen. Inzwischen sind mehr als 800 Mrd. US-Dollar in mehr als 1.300 verschiedene Kryptowährungen investiert – Tendenz weiter steigend.

Große Aufmerksamkeit erregte zuletzt das relativ neue Blockchain-Projekt Cardano. Der Wert der zugehörigen Kryptowährung (Token) ADA schoss in den letzten 2 Monaten um mehr als 1.000 % nach oben. Mit einer Marktkapitalisierung von über 20 Mrd. US-Dollar gehört Cardano inzwischen zu den Top 5 unter den Kryptowährungen.

Was ist Cardano?

Cardano gilt als eine Blockchain der dritten Generation. Cardano versteht sich dabei als programmierbare Blockchain-Plattform mit smarten Verträgen (Smart Contracts), die für die Entwicklung von sogenannten dezentralen Anwendungen (Daaps) konzipiert sind. Die zugehörige Kryptowährung wird ADA genannt.

Hinter dem Projekt steht Ex-Ethereum-Chef Charles Hoskinson und Ex-Ethereum-Mitarbeiter Jeremy Wood. Cardano verfolgt dabei einen wissenschaftlichen Ansatz, um die Funktionen von Bitcoin und Ethereum zu Milliarden von Menschen zu bringen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird Cardano von drei Organisationen unterstützt: IOHK, der Cardano Foundation und Emurgo. IOHK in Hongkong, dessen Chef Hoskinson ist, treibt die Entwicklung der Cardano Blockchain voran. Die Cardano Foundation, die in der Schweiz sitzt, kümmert sich um die Community bzw. sorgt dafür, dass Cardano weltweit bekannt wird. Das in Japan ansässige Blockchain-Studio Emurgo hilft Firmen bei der Integration der Blockchain Cardano.

Was ist das Besondere an Cardano?

Cardano legt einen großen Wert auf Sicherheit und hat sich daher für die Programmiersprache Haskell entschieden. Das ist eine Sprache die sich dazu eignet, komplizierte Funktionen relativ einfach zu verarbeiten.

Eine der wichtigsten Unterschiede von Cardano zu anderen Blockchain-Projekten ist der Umstand, wie Cardano Transaktionen behandelt und die Blockchain insgesamt aufgebaut ist.

Cardano setzt dabei auf einen modulartigen Aufbau, sodass bestimmte Segmente bzw. Funktionen der Blockchain upgedated werden können, ohne das andere Bereiche davon berührt werden. Dies soll unter anderem helfen, die Skalierungsprobleme zu lösen, denen sich viele andere Blockchain-Projekte heute gegenübersehen.

Konkret wird das bei Cardano durch die Aufspaltung der Plattform in zwei Ebenen (Layer) erreicht: Der Cardano Settlement Layer (CSL) ist für die Information der Transaktion zuständig (Nutzer A überweist Betrag X an Nutzer B). Der Cardano Control Layer (CCL) ist dagegen für die Smart Contract Funktionen verantwortlich. Hierin sind Informationen über den Smart Contract gespeichert. Auch kann über diese Ebene die digitale Identität gemanagt werden.

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Durch die Aufspaltung in zwei separate Layer erreicht Cardano nicht nur mehr Flexibilität und eine höhere Skalierbarkeit, sondern auch mehr Privatsphäre, da keine Metadaten der ersten Ebene benötigt werden.

Ansonsten setzt Cardano auf ein besonderes Delegated Proof of Stake (PoS) Protokoll, das Ouroboros genannt wird. Laut Cardano ist es derzeit das einzige PoS-Protokoll mit mathematischer Sicherheit. Proof of Stake (POS) bedeutet, dass Transaktionen nicht durch Mining bestätigt werden, sondern durch andere Wallets mit der Kryptowährung ADA.

Das bedeutet: Die Anzahl der Tokens in der Wallet sind ausschlaggebend für die Wahrscheinlich einen Block zu finden. In der Praxis wählt das Netzwerk drch ein Zufallsprinzip wählt einen Token-Halter mit Coins in der Wallet aus, der dann als Node (Netzwerkrechner) fungiert und die Transaktion bzw. den Block bestätigt (Slot Leader).

Anschließend wird ein neuer Slot Leader gewählt. Alle Belohnungen (Ausschüttungen) werden in einem Pool gesammelt und alle 20 Minuten an die unterschiedlichen Slot Leader verteilt.  Je mehr ADA Token der Anleger in seiner Wallet hält (Staking), desto größer ist die Chance, dass das Netzwerk diese Wallet als Slot Leader und damit zur Bestätigung für einen Block heranzieht.

Anleger sollten allerdings beachten, dass die Cardano Blockchain noch in der frühen Phase der Entwicklung ist. Derzeit ist noch kein Staking möglich, das soll erst mit dem Shelley Update im zweiten Quartal 2018 möglich sein.

Fazit: Cardano ist ein interessantes Konzept, das Anleger weiter beobachten sollten

Cardano sieht sich als Blockchain der dritten Generation, die großen Wert auf das Thema Sicherheit legt. Damit versucht Cardano Vertrauen bei Unternehmen, Node-Betreibern und Anlegern gleichermaßen zu gewinnen.

Allerdings sollten Anleger beachten, dass sich Cardano noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung befindet. Noch lässt sich nicht abschätzen, ob sich Cardano gegen andere Smart Contract Plattformen wie Ethereum, NEO oder EOS behaupten bzw. durchsetzen kann.

Generell sind Investitionen in Kryptowährungen stets mit einem hohen Risiko verbunden – hohe Kursschwankungen von 10 bis 20 Prozent gehören zur Tagesordnung. Auch Totalverluste sind möglich, wenn das Blockchain-Projekt eingestellt und die zugehörige Kryptowährung an der Börse nicht mehr gehandelt wird (Delisting).


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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