Das sind die 8 teuersten Substanzen der Welt

Die Welt der Rohstoffe ist voller faszinierender, edler und exotischer Materialien – je seltener, desto teuerer. Und wer an besonders wertvolle Materialien denkt, dem fallen auf Anhieb vermutlich Gold, Platin, Palladium oder Iridium ein. Vielen dienen sie als sicherer Hafen zur Vermögensanlage.

Generell aber spielen sie längst nicht in der oberen Liga der teuersten Substanzen. Pro Gramm liegen Palladium und Iridium derzeit bei 20 €, Gold kostet rund 35 € und Platin liegt nur leicht darüber.

Weltweit teuerste Substanzen – von Drogen bis Antimaterie

Diese Größenordnungen verblassen völlig, wenn es um Grammpreise geht, die sich bis weit über die Millionenmarke erstrecken. Als weltweit teuerste Substanzen gelten allerdings solche, zu denen Privatleute kaum Zugang haben und wenn, dann nicht auf legalem Wege. Die Rangliste wird von einem Konsortium illegaler Drogen eröffnet.

8. Drogen (bis zu 125 Euro pro Gramm)

So kostete 2015 in Deutschland laut Statista ein Gramm Heroin 43,5 €. Für Kokain musste man 76 € berappen und für die Modedroge Crystal Meth über 90 €. Das am schnellsten wirkende Rauschgift mit dem höchsten Abhängigkeitsgrad nennt sich Crack und hat einen Dealerpreis von gut 125 € das Gramm.

7. Plutonium (umgerechnet rund 2.900 Euro)

Der nächste große Sprung führt in die Welt nuklearer Stoffe. Plutonium entsteht unter anderem aus dem Uran der Brennelemente von Kernkraftwerken. Weltweit bekannt wurde es jedoch, weil die Atombombe, die 1954 auf Nagasaki abgeworfen wurde, Plutonium enthielt. Das Gramm wäre theoretisch für 3.150 US-$ zu haben.

6. Taaffeit (bis zu 15.000 Euro)

Ebenfalls 1945 wurde ein sehr seltener Edelstein entdeckt, und zwar vom irischen Forscher Graf Eduard Taaffe. Einer Analyse in London zufolge handelte es sich um ein bis dahin unbekanntes Mineral. Seitdem wird es als Taaffeit bezeichnet und kostet zwischen 2.000 € und über 15.000 € pro Gramm.

5. Tritium (25.000 Euro)

Das radioaktive Gas Tritium ist nicht nur Bestandteil von Nuklearsprengköpfen, es wird in Spuren auch in der Medizin verwendet, um bestimmte Substanzen zu markieren. Es bringt auch Ziffernblätter in Uhren und andere Lichtquellen zum Leuchten. Tritium wird als Nebenprodukt der Kernspaltung gewonnen, natürlich kommt es nur in der Stratosphäre vor. Der Preis pro Gramm: ca. 25.000 €.

4. Diamanten (bis zu 50.000 Euro)

Teuer wird es auch unter den begehrten Edelsteinen, den Diamanten. Sie sind die härtesten natürlichen Stoffe der Welt und werden teils als Schmuck verwendet, teils in der Industrie. Hier oft zum Schneiden, Bohren oder Sägen von Beton und Gestein. Beim Feingehalt von einem Karat kann ein farbloser Stein in der Spitze über 50.000 € pro Gramm kosten.

3. Painit (240.000 Euro)

Mehr noch kostet ein orangeroter Kristall namens Painit. Sein Name leitet sich vom britischen Mineralogen Arthur Pain ab, der ihn 1957 in Burma entdeckte. Seitdem wurden nur einige tausend Exemplare gefunden. Verwendet werden die bis zu 500 Gramm schweren Stücke nur in der Schmuckindustrie. Kosten pro Gramm: ca. 240.000 €.

2. Californium 252 (21 Mio. US-Dollar)

Am Ende der Fahnenstange im Bereich des derzeit Realen befindet sich das künstlich in Kernreaktoren erzeugte chemische Element Californium 252 – entdeckt 1950 an der Universität des US-Bundesstaats Kalifornien. Es dient unter anderem zur Krebsbehandlung und wird für Messungen beim Erdölbohren, zum Auffinden von Sprengstoffen oder in der Materialdiagnostik eingesetzt. Das alles lässt kaum vermuten, dass ein Gramm über 21 Mio. US-$ kostet.

1. Antimaterie (bis zu 100 Billionen US-Dollar)

Die teuerste Substanz ist eine, die unsere Vorstellungskraft übersteigt: Antimaterie. Wurde sie lange nur rechnerisch als Ergebnis des Urknalls nachgewiesen, konnte sie kürzlich im europäischen Forschungszentrum CERN erstmals im Nanogrammbereich erzeugt werden. Mit Mengen ab einem Kilogramm ließen sich Energien freisetzen, die der Jahresleistung von 500 Kernkraftwerken entsprechen.

Als Superantrieb für Raumschiffe könnte sie Reisen in andere Galaxien ermöglichen. Unsere Energieprobleme wären damit gelöst. Mehr als 17 Minuten jedoch hält die Antimaterie noch nicht. Genauso ungreifbar sind die astronomischen Preisvorstellungen. Je nach Quelle rangieren die Grammpreise zwischen 70 und 100 Billionen US-$ oder mehr.

Für Privatanleger sind höchstens Diamanten interessant

Für kaum eine Superlativ-Substanz gibt es reale Investmentmöglichkeiten, zumindest nicht fürs Gros der Privatanleger. Und auf Diamanten sollten sich nur echte Kenner einlassen. Ansonsten bleiben indirekte Anlagen wie Goldfonds bzw. -aktien. Entweder Minenbetreiber wie Petra Diamonds, Anglo American oder der Schmuckhändler Tiffany.

1. Dezember 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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