Fondsanteile verkaufen: 3 Möglichkeiten für Anleger

Beim Verkauf von Fonds fallen normalerweise kaum Gebühren an. Dennoch sollten Anleger einige Dinge beachten, um kein Geld zu verlieren. (Foto: create jobs 51 / Shutterstock.com)

Beim Erwerb von Investmentfonds kommt es vor allem im Hinblick auf den Ausgabeaufschlag darauf an, wo das entsprechende Finanzprodukt gekauft wird.

Denn bei den Kosten, die z.B. bei der Hausbank oder einem freien Fondsvermittlers im Internet anfallen, gibt es gewaltige Unterschiede. Dagegen müssen Anleger, die den Verkauf ihrer Fondsanteile planen, andere Aspekte im Auge behalten.

3 Wege Offene Investmentfonds zu verkaufen

Grundsätzlich können Anleger ihre Offenen Investmentfonds auf drei unterschiedliche Arten verkaufen:

1. Rückgabe der Fondsanteile an die Fondsgesellschaft

Bei Offenen Investmentfonds besteht für die herausgebende Kapitalanlagegesellschaft eine Pflicht zur Rücknahme. Das bedeutet, dass Anleger ihre Fondsanteile jederzeit der Fondsgesellschaft zum Tagespreis zurückgeben dürfen. Dabei handelt es sich um die in der Praxis am häufigsten verwendete und meist auch um die günstigste Variante. In der Regel erfolgt die Rücknahme durch die Fondsgesellschaft stets zum Rücknahmepreis, der normalerweise täglich berechnet wird.

2. Verkauf von Fondsanteilen über die Börse

Wenn die Anteile eines Offenen Investmentfonds an der Börse notiert sein, kann auch der Verkauf über den jeweiligen Handelsplatz erfolgen. Auf diese Weise kann die Veräußerung am gleichen Tag wie die Auftragserteilung erfolgen und so das Risiko eines raschen Kursverfalls vermieden werden. Die hierbei anfallenden Kosten können niedriger sein, als die Verluste durch einen späteren Verkauf.

3. Verkauf von Fondsanteilen im Rahmen des außerbörslichen Handels

Eine Alternative ist der Verkauf von Fondsanteilen im Rahmen des außerbörslichen Handels (OTC –  over the counter „über den Ladentisch“). Der OTC-Handel findet im Auftrag der jeweiligen Kunden unter Geldinstituten statt. Hierbei wechseln Fondsanteile auf direktem Wege den Besitzer. Ein OTC-Handel findet dann statt, wenn beispielsweise der Kunde Herr Müller 50 Anteile seines Fonds bei seiner Hausbank verkaufen möchte und Herr Müller genau diese Anteile bei seiner Sparkasse erwerben möchte.

Bis auf einige Ausnahmen und die ETFs (Exchange Traded Fonds) werden die Fondsanteile nicht über die Börse oder direkt gehandelt, sodass bei diesen ein Verkauf ausschließlich über die Fondsgesellschaft durch Rückgabe der Anteile erfolgen kann.

Wann ist es ratsam, seine Fondsanteile zu verkaufen?

Auch wenn das in einem Investmentfonds gebundene Kapital nicht benötigt wird, kann es empfehlenswert sein, seine Fondsanteile zu veräußern. Daher sollten Anleger die Performance ihres Finanzprodukts von Zeit zu Zeit im Hinblick auf die Performance überprüfen.

Hinkt der Fonds seiner Vergleichskategorie (Benchmark)hinterher? Handelt es sich dabei nur um ein kurzfristiges Phänomen oder gibt es tatsächlich ernsthafte Probleme? Fährt der Fonds noch seine alte erfolgreiche Strategie oder zeichnet sich ein Umbruch innerhalb der Gesellschaft ab? Vielleicht haben Anleger den Fonds auch nur mit Zuflüssen aufgebläht? Diese Fragen sollten sich Anleger stellen, wenn sie die (möglicherweise ungünstige) Entwicklung ihres Investmentfonds beurteilen wollen.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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