Huawei Aktie: Warten auf den Börsengang

Die Huawei Aktie wird seit langem erwartet, doch die Nummer 3 der Handy-Hersteller will nicht an die Börse - dafür ein anderer Aufsteiger. (Foto: astudio / shutterstock.com)

Die Entwicklung ist beachtlich: Der chinesische Smartphone-Hersteller Huwaei hat mit Siebenmeilenstiefeln Platz drei der weltweit größten Anbieter erobert. Und schon länger ist das Unternehmen Sponsor namhafter Fußball-Clubs, hierzulande etwa Borussia Dortmund.

Nummer drei der Handy-Hersteller: beeindruckende Zahlen

Allerdings: Anleger finden zwar eine BVB Aktie, eine Huawei Aktie jedoch sucht man vergebens. Viele sind spontan verwundert, dass es bei einem derart großen Unternehmen mit zuletzt 92,8 Mrd. US-Dollar Umsatz keine Möglichkeit gibt, zu investieren. Schade eigentlich, denn auch der auf 7,3 Mrd. US-Dollar gekletterte Gewinn ließe bestimmt Spielraum für eine ordentliche Dividende.

Chinas größter Telekommunikationsausrüster bringt entsprechend der verlautbarten Zahlen alles mit, was eine solide Aktie braucht: Huawei verweist auf seit Jahren steigende Erlöse. 2017 lag das Umsatzplus im Vorjahresvergleich bei 15,7 %. Allein der Geschäftsbereich mit Smartphones konnte um fast 32 % zulegen. Der Reingewinn stieg um 28,1 %.

Traumhafte Wachstumsraten also, doch die Huawei Aktie ist an keinem Finanzplatz in Sicht. Immer wieder aufkeimende Spekulationen um einen Börsengang sind nichts als unerfüllte Hoffnungen. Dass ein Großunternehmen lieber ohne Aktionäre im Nacken arbeitet, ist auch hierzulande nichts Neues. Mit 78,1 Mrd. Euro ist etwa Bosch vom Umsatz her so groß wie Huawei und behält seine Rechtsform als GmbH bei. Unerwünschte Übernahmen kommen so erst gar nicht infrage.

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Keine Transparenz, keine Aktie: Huawei bleibt autark

Über den Grund, warum Huawei auf einen IPO verzichtet, kann letztlich nur spekuliert werden. Zumindest scheint der Konzern nicht auf zusätzliches Geld durch Aktien angewiesen zu sein. Inwieweit sich die Regierung in Peking engagiert, ist nicht bekannt. Allerdings gibt es Mutmaßungen, das Unternehmen sei ein verlängerter Arm chinesischer Geheimdienste.

Zuletzt warnten in den USA das FBI, die CIA und die Nasa vor dem Gebrauch der Huawei Geräte als Brückenkopf für Wirtschaftsspionage. Die US-Dienste sehen „ungewöhnlich intensive Verbindungen zur Regierung“. Sollte dies zutreffen, ist es umso weniger verwunderlich, dass Huawei sich nicht den detaillierten Publikationspflichten der Börse unterwerfen will.

Aufsteiger Xiaomi sucht Anlegergeld

Wer will, kann sich bei einem anderen Aufsteiger aus dem Reich der Mitte beteiligen: Xiaomi plant, dieses Jahr an die Börse in Hongkong zu gehen. Xiaomi ist mit seinen Smartphones in der internationalen Rangliste vor wenigen Wochen auf Platz vier vorgerückt, nach Samsung, Apple und Huawei.

Mit Umsätzen von zuletzt 15 Mrd. Euro ist es zwar bedeutend kleiner, doch mit seinen gerade in Asien beliebten Handys holt Xiaomi auf. Da auch der operative Gewinn stetig steigt, wird die Aktie einen Blick wert sein. Zu viele Hoffnungen sollte man sich aber nicht machen. Nicht nur die Marge von 10,7 % ist grob viermal so schlecht wie die von Apple und Samsung. Analysten betrachten das gesamte Geschäftsmodell als langfristig zu anfällig.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.