Relativer Deckungsbeitrag: Definition und Nutzen

Der relative Deckungsbeitrag ist ein Spezialfall unter den Deckungsbeiträgen. (Foto: hywards / Shutterstock.com)

Jedes Unternehmen weist Fixkosten auf. Konzessionen, Energiekosten, Gehälter, Mieten für Räumlichkeiten oder Maschinen – all diese Kostenpunkte müssen durch die Erträge des Unternehmens „gedeckt“ werden.

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Dieser Tatsache verdankt der sogenannte Deckungsbeitrag seinen Namen, dessen Definition auf den Anteil eines Verkaufspreises an der Deckung der regelmäßigen Fixkosten zurückgeht.

Der einzelne Preis eines Produktes muss zumindest die Produktionskosten der einzelnen Ware abdecken – jeglicher Profit darüber hinaus trägt zum Ausgleich der Fixkosten bei.

Ein Unternehmen kann demnach nur bestehen, wenn seine Deckungsbeiträge ausreichen, um die laufenden Kosten zu begleichen, da es sonst Verluste macht.

Bei einem Deckungsbeitrag handelt es sich um die Summe, die benötigt wird, um die Gesamtkosten zu decken. Der relative Deckungsbeitrag stellt einen Sonderfall dar.

Mit der Berechnung des relativen Deckungsbeitrages lässt sich bei einem Produktionsengpass bestimmen, welches Produkt weiterhin produziert werden soll.

Relativer Deckungsbeitrag: Definition

Einfach ausgedrückt, ermittelt sich der Deckungsbeitrag aus der Differenz des Umsatzes und der variablen Kosten. Das Ergebnis entspricht dann den Fixkosten.

Es wird zwischen dem Deckungsbeitrag pro Stück und dem Deckungsbeitrag der Masse eines Produktes (Gesamtdeckungsbeitrag) unterschieden.

„Absoluter“ und „relativer“ Deckungsbeitrag: Der Unterschied

Stückdeckungs- und Gesamtdeckungsbeitrag stellen jeweils einen absoluten Deckungsbeitrag dar.

Beim relativen Deckungsbeitrag wird der Zeitfaktor miteinbezogen. So kann das Produkt A, welches einen höheren (absoluten) Stückdeckungsbeitrag leistet als Produkt B, dennoch einen relativ schlechteren Deckungsbeitrag beisteuern.

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Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Produktionszeit des Produktes A deutlich über der des Produktes B liegt.

In der Praxis können Produktionsbedingungen jedoch von Engpässen beeinträchtigt werden.

Herrscht ein solcher Mangel an einem Produktionsfaktor und können mit diesem Faktor mehrere Produkte hergestellt werden, kommt der relative Deckungsbeitrag zum Einsatz.

Durch die Berechnung des relativen Deckungsbeitrages ist es möglich festzustellen, welches Produkt den Faktor am effektivsten nutzt. Dieses Produkt sollte dann auch vorrangig produziert werden.

Berechnung des relativen Deckungsbeitrages

Die Formel, um das effizienteste Produkt herauszufinden und dann herstellen zu können, lautet:

Relativer Deckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag / Engpassfaktor

Wird sich gegen das optimale Produkt entschieden, können mit dem relativen Deckungsbeitrag auch entgangenen Erlöse (Opportunitätskosten) ermittelt werden.

Zeit ein entscheidender Faktor

Zeit spielt bei der Ermittlung des effektivsten Produkts eine wichtige Rolle.

Denn insbesondere die Einbeziehung von Zeit als Engpassfaktor zeigt deutlich, welches Produkt in einer gewissen Zeitspanne am meisten Gewinn erwirtschaftet.

Die Formel ändert sich dann folgendermaßen:

Relativer Deckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag / Zeitlimit

Relativer Deckungsbeitrag: Beispiel

Ein konkretes Beispiel zum relativen Deckungsbeitrag:

Ein Produkt I mit einem stückbezogenen Deckungsbeitrag von 50 € benötigt 2 Stunden Zeit zur Produktion. Der relative Deckungsbeitrag beträgt also

Produkt I: 50 € / 2 h = 25 € pro Stunde

Ein Produkt II mit einem stückbezogenen Deckungsbeitrag von 20 € benötigt 0,5 Stunden Zeit zur Produktion. Der relative Deckungsbeitrag beträgt somit

Produkt II: 20 € / 0,5 h = 40 € pro Stunde

Eine Produktion von Produkt I über 8 Stunden würde einen Gesamtdeckungsbeitrag von 200 € (25 € x 8 h) ausmachen, wohingegen der Gesamtdeckungsbeitrag von Produkt II 320 € (40 € x 8 h) betragen würde.

Produkt II produziert demnach effektiver als Produkt I und sollte produziert werden.

Anwendung des relativen Deckungsbeitrages

Das oben aufgeführte Beispiel macht deutlich, wie sinnvoll die Berechnung des relativen Deckungsbeitrages sein kann.

So kann einfach und schnell entschieden werden, welche Produktionsmethode z.B. bei einem zeitlichen Engpass die effektivste ist.

Darüber hinaus können wertvolle Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Produkte wie viel oder wie wenig dazu beitragen, die Fixkosten zu decken.


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Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.

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