Rentenzahlung im Voraus seit 2004 abgeschafft

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Wer vor 2004 in Rente ging, erhielt seine Rentenzahlungen noch im Voraus, heute geschieht dies rückwirkend. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Das Thema Rente beschäftigt nicht nur Menschen kurz vor dem Ruhestand, auch jüngere Arbeitnehmer tun gut daran, sich schon zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses über ihre Rentenaussichten zu informieren.

Insbesondere die Rentenanpassungen und die Sicherung von Rentenansprüchen sind hierbei sowohl für Rentner als auch Beschäftigte von Bedeutung.

Aber auch kleinere Änderungen wie die rückwirkende Rentenzahlung statt einer Rentenzahlung im Voraus sind beachtenswert. Zwar trat diese Regelung der rückwirkenden Überweisung schon 2004 in Kraft, sie ist jedoch nicht jedem Versicherten geläufig.

Änderung bei der Rentenbeziehung: Keine Zahlung mehr im Voraus

Die Rentenzahlung im Voraus wurde zum 01.04.2004 abgeschafft. Seit diesem Zeitpunkt erfolgt die Überweisung grundsätzlich am Monatsende am letzten Bankarbeitstag. Die Rente wird demnach rückwirkend ausgezahlt.

Eine Rentenzahlung für den Monat September erfolgt also immer erst rückwirkend am Ende des Monats September.

Die monatlichen Überweisungen werden vom dem Renten-Service der Deutschen Post vorgenommen. Ausgenommen sind lediglich Versicherte der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn See.

Rentenanpassungen

Gemäß der wirtschaftlichen Gesamtsituation wird die Höhe der Rentenzahlungen immer wieder angepasst. Bruttolöhne und -gehälter sind dabei für die Berechnung des aktuellen Rentenwertes maßgeblich.

Aber auch die finanzielle Belastung derjenigen Steuerzahler, die die Finanzierung der derzeitigen Renten leisten müssen, muss bei einer Rentenanpassung Berücksichtigung finden.

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Sinkende Löhne haben jedoch nicht ohne weiteres Auswirkungen auf die Rente. Dank der 2009 festgelegten „erweiterten Rentenschutzklausel“ wird Rentnern gesetzlich versichert, dass sinkende Löhne nicht automatisch eine Kürzung der Altersbezüge bedeuten. Es besteht somit eine Rentengarantie.

Rentenansprüche sichern

Um Wartezeiten und Rentenanwartschaften aufrechterhalten oder sogar erhöhen zu können, können freiwillig Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden.

Diese werden dann rückwirkend auf das vorherige Jahr angerechnet. Für das Jahr 2016 sind diese Zahlungen zum Beispiel bis zum 31.03.2017 möglich.

Diese freiwilligen Beiträge sind insbesondere für Empfänger einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit eine Möglichkeit, ihren Anspruch auf diese Rente zu sichern. Der Beitragssatz der nachträglichen Beiträge kann variieren und monatlich frei gewählt werden.

Rechtzeitige Antragstellung der Rente

Für einen reibungslosen Übergang von der Beschäftigung in die Rente ist das Einreichen des Antrags 3 Monate vor Renteneintritt anzuraten.  Verspätete Antragsstellungen können zu verspäteten Rentenzahlungen führen.

Auch nachträglich eingereichte Unterlagen für rentenrelevante Zeiten wie Kindererziehungs- oder Pflegezeiten können die Rentenzahlungen zwar erhöhen, allerdings erhöht sich auch die Bearbeitungszeit wahrscheinlich auf mehrere Wochen.

Ein rechtzeitiges Ausfüllen des Rentenantrags kann sich also lohnen.


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Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.